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Wüstenrot/Prag
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Orthopädietechniker aus Wüstenrot verarztet Eishockey-Nationalspieler

  
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Heiko Schmidgall aus Wüstenrot war bei der Eishockey-WM in Prag live dabei – um verletzte Spieler zu versorgen.

Heiko Schmidgall mit Eishockey-Spieler Johannes Johannesen.
Foto: privat
Heiko Schmidgall mit Eishockey-Spieler Johannes Johannesen. Foto: privat  Foto: Hoffmann, Adrian

Eishockey gilt als rabiater Sport, und regelmäßig erleiden die Spieler Blessuren. Bei der Weltmeisterschaft vor wenigen Tagen in Prag war das - wie zu erwarten - nicht anders. Doch zum Glück gibt es Heiko Schmidgall aus Wüstenrot. Der Orthopädietechniker kümmert sich um die Erstversorgung der Sportler.

Beispiel: Der Norweger Johannes Johannesen brach sich den Daumen. Arzt und Physiotherapeut des norwegischen Nationalteams kamen mit dem Spieler zu ihm. Schmidgalls Arbeitsplatz lag direkt neben den Spielerumkleiden. Der 48-Jährige erwärmte eine Niedertemperatur-Orthese im Wasserbad und legte sie Johannesen an, um den Bruch zu stabilisieren. Danach lief Johannesen unerschrocken gleich wieder zurück aufs Eis.

Technik ist fortschrittlicher geworden

"Operieren lassen sich die Spieler meistens erst, wenn sie wieder zu Hause sind", sagt Schmidgall, der Eishockey-Weltmeisterschafen bereits seit 2006 regelmäßig begleitet. Die Firma Ortema mit Sitz in Markgröningen, für die er arbeitet, steht beim Eishockey-Weltverband unter Vertrag. Der Funke fürs Eishockey sei schon auf ihn übergesprungen, als er in einem Heilbronner Sanitätshaus seine Ausbildung machte, erzählt Schmidgall. Damals betreute er die Heilbronner Falken.

Inzwischen ist die Orthopädietechnik fortschrittlicher geworden. Verletzt sich ein Spieler am Knie, macht Schmidgall einen Scan. Innerhalb von zwei Tagen erstellen die Kollegen daheim in Markgröningen auf Grundlage des 3D-Modells die passende Orthese aus Carbon - kurze Zeit später kommt sie per Express am Austragungsort an.

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