Neue Lauffener Bürgermeisterin Sarina Pfründer ist gedanklich noch in zwei Kommunen unterwegs
Die Sulzfelder Bürgermeisterin Sarina Pfründer ist als Lauffener Rathauschefin verpflichtet. Bis zum Amtsantritt am 1. August hat sie noch ein paar Dinge im Kraichgau zu erledigen. Anschließend hat sie in Lauffen aber auch einiges vor.

Am Freitagabend ist die Sulzfelder Bürgermeisterin Sarina Pfründer in ihr neues Amt in Lauffen eingeführt und verpflichtet worden. Am 7. Mai haben die Bürger die Gemmingerin zur Nachfolgerin von Bürgermeister Klaus-Peter Waldenberger gewählt. Dieses Amt tritt die 43-Jährige am 1. August an. Im Interview erklärt sie, wie sie den Wechsel angeht und was ihr achtjähriger Sohn zu ihrer seltenen Anwesenheit zu Hause sagt.
Frau Pfründer, wie fühlt es sich an, irgendwo im Nirgendwo zu sein? In Sulzfeld sind Sie als Bürgermeisterin noch nicht ganz raus, in Lauffen noch nicht ganz da?
Sarina Pfründer: Ich bin gedanklich in zwei Kommunen. In Sulzfeld war die Zielvorgabe, die Amtszeit gut abzuschließen, während die Pflicht in Lauffen ruft. Einige Aufgaben in Lauffen reichen bereits in meine anstehende Amtszeit hinein. Inzwischen lese ich neben der Kraichgau Stimme auch die Westausgabe der Heilbronner Stimme. Schon während meines Wahlkampfs habe ich beide Kommunen gut abdecken können. Es ist allerdings gut, wenn die Doppelbelastung endet.
In Sulzfeld hat sie viel bewegt
Sie waren 13 Jahre Bürgermeisterin in Sulzfeld. Haben Sie die großen Themen, die Sie sich vorgenommen haben, erledigen können?
Pfründer: Ja, das war ein Aspekt, mich in Lauffen zu bewerben. Die Gemeinschaftsschule - unsere größte Einzelinvestition - ist in den Pfingstferien umgezogen und wird am 21. Juli eingeweiht. Über vier Jahre haben wir die Schule nun generalsaniert. Sie ist stabil zwei- bis dreizügig und ich bin dankbar, für unseren Ort eine weiterführende Schule erhalten haben zu können. Daher lag es mir am Herzen, das Projekt auch abzuschließen. Ohnehin wurde 2022 viel bewegt, was nun fertiggestellt und abgerechnet ist.
Sie haben Familie. Können Sie in einer Phase wie dieser ausspannen, sich erholen und Kraft tanken?
Pfründer: Das ist aktuell nicht ganz einfach. Ich habe zurzeit viele Verabschiedungen und Abendtermine. Da kann ich verstehen, wenn sich mein Sohn (8 Jahre) beklagt, dass ich wenig zu Hause bin. Meine Tochter in der Pubertät sieht das schon wieder anders (lacht).
Betrachten Sie es als Vor- oder Nachteil, zu Beginn der Sommerferien ins Amt zu starten? In einer Zeit also, in der viele Ansprechpartner im Urlaub sind und Dinge möglicherweise noch nicht angeschoben werden können?
Pfründer: Ich denke, es ist der ideale Zeitpunkt. Man braucht Zeit, um in ein neues Amt hineinzuwachsen. Ab Mitte August habe ich bereits viele Termine. Dann werde ich die interne Verwaltung genauer kennenlernen. Und es stehen Gespräche mit dem Landrat und den Lauffener Fraktionsvorsitzenden an - anschließend Ausschusssitzungen und am 27. September meine erste Gemeinderatssitzung.
Aktive Bürgerbeteiligung ist wichtig
Gibt es etwas, was Sie aus Ihrer Zeit in Sulzfeld oder Brackenheim in Lauffen ebenfalls gerne umsetzen würden?
Pfründer: Aus Brackenheim habe ich die Besuche in den Unternehmen schon in Sulzfeld übernommen. Einmal pro Monat würde ich das auch in Lauffen gerne umsetzen. Wert lege ich auf eine aktive Bürgerbeteiligung. Hier bringe ich gute Erfahrungen mit verschiedenen Formaten wie Bürgertag, Einwohnerversammlung, Runde Tische oder Jugendbeteiligung mit.
Wie führen Sie den Gemeinderat? Planen Sie wie Ihr Vorgänger relativ wenige Gemeinderatssitzungen pro Jahr und konzentrieren die Vorarbeit in den Ausschüssen?
Pfründer: Auch ich halte die Arbeit in den Ausschüssen in dieser Stadtgröße für sinnvoll. In Sulzfeld haben wir das nicht. Die Sitzungstermine stehen bis zur Gemeinderatswahl im Juni 2024 bereits fest und diese übernehme ich gerne.
Wohnraumbedarf und Flächenversiegelung auf der einen, landwirtschaftlich benötigte Flächen und Klimaschutz auf der anderen Seite: Dies zählt zu den großen Konfliktlinien unserer Zeit. Wie wollen Sie aus diesem Dilemma herauskommen?
Pfründer: Die Städtebauförderung wie sie jetzt im Städtle ansteht, ist ein wichtiger Schritt. Das Sanierungsgebiet bietet viel Wohnraum, und das Städtle hat großes Potenzial. Hier gibt es einiges zu tun, weil es viele Ecken und Gebäude gibt, die leer stehen und saniert werden können. Priorität hat für mich die Innenentwicklung. Die Umsetzung des nächsten Baugebiets kann daher ohne Druck angegangen werden. Wenn wir Flächen versiegeln müssen, sollten diese künftig auch Energieträger sein.
Kooperationen gegen Fachkräftemangel
Der Personalmangel zieht sich durch viele Berufsfelder. Haben Sie kreative Ansätze, um Erzieherinnen bei Bedarf zügig nach Lauffen zu holen?
Pfründer: Um mehr Fachkräfte zu gewinnen, würde ich gerne das neue Programm "Direkteinstieg Kita" angehen, das sich an lebens- und berufserfahrene Menschen mit einer verkürzten Ausbildung richtet. Darüber hinaus stelle ich mir eine Kooperation mit dem Arbeitsamt vor. Ich setze stark auf die breite Ausbildung junger Mitarbeiter.
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