Neubau der Straßenmeisterei Abstatt: Bereit für eine moderne Arbeitswelt
Der Landkreis Heilbronn baut in Abstatt eine neue Straßenmeisterei für 17,3 Millionen Euro. Die 45 Jahre alten bisherigen Gebäude werden abgerissen - sie weisen angesichts heutiger Standards gravierende Mängel auf.

"Die Vorbereitungen für den Rohbau sind gerade voll am Laufen", freut sich der Leiter des Kreis-Bauamts, Caspar Steinmetz. "Alles ist bereit für eine moderne Arbeitswelt."
Für 17,3 Millionen Euro entsteht am bisherigen Standort der Straßenmeisterei Abstatt bis Herbst 2024 ein Neubau. Die 45 Jahre alten Hallen, die für heutige Fahrzeuge viel zu klein waren und bautechnisch gravierende Schäden aufwiesen, sind Geschichte.
Vier Straßenmeistereien betreibt der Landkreis Heilbronn: in Abstatt, Neuenstadt, Brackenheim-Dürrenzimmern und Bad Rappenau-Bonfeld. "Zusammen sind sie zuständig für 980 Kilometer Bundes-, Landes- und Kreisstraßen", erklärt der Amtsleiter Straßen und Verkehr, Thomas Thullner.
Die 25 Abstatter Mitarbeiter betreuen ein Gebiet vom Autobahnzubringer Untergruppenbach/Heilbronn bis zu den Löwensteiner Bergen und Wüstenrot. Grünpflege, Winterdienst sowie die laufende Streckenkontrolle mit kleineren Reparaturarbeiten und dem Säubern der Straßenränder gehören zu ihren Aufgaben.
Übergangsdomizil in Heilbronn
Während der Bauphase sind sie mitsamt 18 Fahrzeugen, elf Anhängern und vielen Anbaugeräten in der Lichtenberger Straße in Heilbronn untergebracht - dem früheren Domizil der Straßenmeisterei Heilbronn. "Als Interimslösung ist das besser als alles andere", findet Thomas Thullner - obwohl dort 200.000 Euro investiert werden mussten und die Anfahrtswege lang sind.
Alle vier Straßenmeistereien stammen aus den 1960er- oder 1970er Jahren und müssen neu gebaut werden. Start war in Bonfeld, wo bereits seit 2020 in modernen Gebäuden gearbeitet wird. Das Grundstück in Abstatt ist 7900 Quadratmeter groß, etwa 53 Meter breit und hat im Vergleich zu Bonfeld 42 Prozent weniger Fläche zur Verfügung.

Im Entwurf des Fleiner Architekturbüros Sint/Flut gruppieren sich sämtliche Gebäude um einen Innenhof. Sie sind vorausschauend so groß geplant, dass einmal Platz für sieben Groß-Lkw, neun Lkw, acht Sprinter, vier Pkw und diverse Anbauteile ist. Außerdem entstehen eine Waschhalle und eine Werkstatt, wo vom Rasenmäher bis zum Lkw alles selbst repariert wird. Personalräume mit Duschen, Umkleiden und Büros werden im Obergeschoss eingerichtet, das in Holzständerbauweise geplant ist. "Weil das Grundstück so klein ist, muss im Obergeschoss auch einiges gelagert werden", sagt Caspar Steinmetz.
Salzsilo statt Salzhalle
Auch der Bau eines 26 Meter hohen Salzsilos statt der bisherigen Salzhalle ist den Platzverhältnissen geschuldet. Gleichzeitig habe das für die Betriebsabläufe aber "einen Riesenvorteil", betont Thullner. Der Fahrer kann sein Streufahrzeug selbstständig befüllen. Bisher musste das ein Kollege mit dem Radlader übernehmen.
Neu ist die Anlage zur Aufbereitung von Salzsole, mit der Eis schneller abtaut. "Bisher wurde sie eingekauft", so der Chef der Verkehrsbehörde. "Alles ist auf den bestmöglichen Betriebsablauf ausgerichtet", ist auch Steinmetz stolz auf das Projekt. Mit der Schaffung der Infrastruktur für E-Ladesäulen werde zudem alles für den Ausbau der Elektromobilität vorbereitet.
Nachhaltiges Bauen gefragt
Die Planung orientiert sich am Kriterienkatalog für nachhaltiges Bauen des Umweltministeriums Baden-Württemberg. So werden beispielsweise so gut wie keine Sandwichmaterialen verbaut, um bei einem möglichen Rückbau alles gut trennen und recyceln zu können.
"Die Heizungstechnik verzichtet durch den Einsatz von Luft-Wasser-Wärmepumpen komplett auf fossile Energien", erklärt Steinmetz. Die komplette Dachfläche werde mit Photovoltaik belegt. "Alles ist nach KfW40-Standard geplant, und somit verbrauchen wir mehr als zwei Drittel weniger Energie gegenüber baurechtlichem Mindeststandard", so der Bauamtsleiter.
Ob die geplanten Gesamtkosten von 17,3 Millionen Euro - 1,5 Millionen Euro Fördergelder kommen vom Land - eingehalten werden können, wird sich zeigen. Das erste Ausschreibungspaket lief wie geplant. "Beim zweiten gibt es ein paar Ausreißer", sagt Steinmetz. Froh ist er darüber, "dass trotz europaweiter Ausschreibung viele Firmen aus der Region zum Zuge kommen".
Verkehrsüberwachung im Schemelsbergtunnel
In der Straßenmeisterei Abstatt befand sich schon bisher die Tunnelzentrale mit Verkehrsüberwachung des Schemelsbergtunnels Weinsberg. Auch im Neubau ist dafür ein Raum vorgesehen. Desweiteren gibt es auf der Ostseite des Tunnels Richtung Weinsberg ein Betriebsgebäude mit der entsprechenden Steuerungstechnik. "Für beide Einrichtungen besteht eine Rufbereitschaft", sagt Thomas Thullner. Dritter Standort ist die Integrierte Leitstelle der Feuerwehr Heilbronn.



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