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Wüstenrot

Wieder ein wenig Leben am Naturfreundehaus Steinknickle in Neuhütten

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Die Herberge am Steinknickle der Naturfreunde Heilbronn wird zeitweise wieder bewirtet. Das Angebot stößt auf Resonanz. Der Umbau könnte 2024 losgehen.

Johannes Müllerschön (rechts) bringt die Würste fürs Grillen am offenen Feuer beim Naturfreundehaus Steinknickle in Neuhütten.
Johannes Müllerschön (rechts) bringt die Würste fürs Grillen am offenen Feuer beim Naturfreundehaus Steinknickle in Neuhütten.  Foto: Kunz, Christiana

Zum Frühlingserwachen hatten die Naturfreunde Heilbronn am Wochenende eingeladen. Das Wetter spielte mit und lockte Spaziergänger und Wanderer, beim Naturfreundehaus Steinknickle einzukehren. In kleinem Rahmen wird die Herberge mitten im Wald, die seit dem ersten Corona-Lockdown 2020 geschlossen ist, wieder einmal im Monat geöffnet.

Das ist eine Zwischenlösung, bis klar ist, wie es mit dem Naturfreundehaus weitergeht. "Die Konzept- und Pächtersuche läuft parallel weiter", so Johannes Müllerschön vom Führungssextett. Der Umbau könnte in diesem Jahr starten.


Naturfreundehaus Steinknickle: Für Kinder ideales Areal

Ein geschlossenes Wanderheim bringt keine Einnahmen, verursacht aber (Unterhaltungs-)Kosten. Deshalb hat sich zu Jahresbeginn ein Team aus rund 15 Mitgliedern und Wüstenrotern zusammengefunden, das am ersten Wochenende im Monat bis September den "rustikalen Mini-Benefiz-Kiosk" betreibt mit kleiner Getränke- und Speisenauswahl. "Es hat richtig gebrummt. Wir waren am Anschlag", berichtet Müllerschön von der Resonanz. Zu Fuß, mit Pferden oder mit dem Rad seien Einkehrer gekommen.

Für Kinder ist das Areal ideal. Sie können hier frei spielen, herumtollen, vieles entdecken und Stockbrot und Wurst grillen. Auch die Premiere des Kioskbetriebs im Februar sei schon ein "voller Erfolg" gewesen. Und zwar nicht nur wirtschaftlich, sondern "wir konnten es auch händeln", sagt Müllerschön. Alleine könne die Ortsgruppe Heilbronn das Haus in der Interimszeit nicht führen. Weitere Unterstützung aus der Bevölkerung ist willkommen.

Es gibt auf Anfragen für Übernachtungen

Anfragen und Buchungen von Gruppen und Familien fürs Übernachten liegen vor. Obwohl das Dachgeschoss aus Brandsschutzgründen gesperrt ist, stehen noch 50 Betten zur Verfügung. Die Gruppen müssen sich selbst versorgen.

Seit Juli 2021 suchen die Naturfreunde Heilbronn nach einem neuen Pächter. Es gibt laut Müllerschön immer wieder Interessenten, denen die Ortsgruppe aber weder Pachthöhe noch einen Eröffnungstermin nennen könne. Denn erst jetzt hat das Landratsamt mitgeteilt, dass die Genehmigung für den Umbau erteilt werden könne, vorausgesetzt die Löschversorgung sei gesichert.

Brandschutz muss modernisiert werden

Der Beherbergungsbetrieb ist erst wieder zulässig, wenn der Brandschutz modernisiert ist. Der Verband plant zudem, im Dachgeschoss eine Pächterwohnung einzubauen. Die Gesamtkosten summieren sich laut Müllerschön auf inzwischen 250.000 Euro. Diese mithilfe einer Spendenkampagne und Fördergeld vom Land zu finanzieren, hält der Offenauer für denkbar.

Er hofft auf eine Lösung für die Löschwasserversorgung. Das Landratsamt hält den bestehenden Hydranten nicht für ausreichend. Die Gemeinde Wüstenrot hat nicht nur am Steinknickle das Problem, ausreichend Wasser und Druck im Ernstfall bereitzustellen.

"Wir haben ein Interesse daran, dass das Steinknickle dauerhaft wieder einen Pächter hat und zur Begegnungsstätte wird", betont Bürgermeister Timo Wolf. Man werde einen "guten Kompromiss" finden und die Naturfreunde unterstützen. Wie, darüber entscheidet der Gemeinderat. Müllerschön macht deutlich: "Zusätzliche Kosten sind für uns nicht mehr überschaubar."

Alle Optionen sollen diskutiert werden

Laut Wolf sagt die Gemeinde der Genehmigungsbehörde zu, dass die Auflage bis zur Fertigstellung der Bauarbeiten erfüllt werde. Somit könnte der Umbau der Herberge 2024 angepackt werden. Aber wie sieht die Zukunft des Wanderheims überhaupt aus? Der Vorstand will mit den Mitgliedern – es sind derzeit rund 180 – über das Schicksal des Hauses diskutieren. Über alle Optionen, so Müllerschön: Pacht, Eigenbetrieb, Verkauf, Kooperation mit anderen Ortsgruppen oder Einstieg einer Ortsgruppe.

Verbesserung der Löschwasserversorgung

Die Gemeinde lässt zwei Alternativen für eine bessere Löschwasserversorgung prüfen: eine 80 Meter lange stärkere Leitung vom Hochbehälter am Turm oder vom Naturfreundeweg, die auch die alte Wasserleitung ersetzt, zum Wanderheim. Bei Anwesen im Außenbereich könnten laut Bürgermeister Timo Wolf die Kosten voll beim Grundstückseigentümer liegen.

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