Masken statt Deko: HMS Easy Stretch schwenkt in der Insolvenz um
Bei dem insolventen Dekotextil-Hersteller HMS Easy Stretch geht es weiter. Das Heilbronner Unternehmen hat zwar für zwei der drei Geschäftsbereiche aktuell keine Aufträge - aber dafür eine neue Sparte gestartet.

Der Textildeko-Hersteller HMS Easy Stretch hält den Betrieb auch nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens aufrecht - allerdings mit einem neuen Produkt: Statt Tischbezügen, Wanddekorationen oder Leuchtkegeln für Veranstaltungen ist nun mit der Herstellung von Mundschutz gestartet worden, berichtet die Heilbronner Insolvenzverwalterin Heike Metzger. Damit soll versucht werden, das bis auf Sonnensegel nahezu komplett weggebrochene Auftragsvolumen wenigstens teilweise zu kompensieren.
Für Privat- und Großkunden
Die zweilagigen Masken werden aus dem für die bisherigen Produkte verwendeten dehnbaren Stoff, ähnlich dem eines Badeanzugs, produziert und sollen ab sofort vermarktet werden. Geplant ist die Herstellung von 1000 bis 3500 Masken pro Tag, berichtet Heike Metzger. Sie können im Onlineshop bestellt werden - von Privatkunden und Großabnehmern.
"Seit fast 30 Jahren ist das Unternehmen ein Spezialist für handgenähte textile Raumdekoration", sagt die Rechtsanwältin der Kanzleigruppe Pluta. "Für diese Dienstleistung gibt es derzeit keine Nachfrage. Daher stellt das Unternehmen nun Gesichtsmasken her, um sich der gegebenen Situation bestmöglich anzupassen."
Kurzarbeit in zwei Sparten
Nur der Bereich Sonnensegel sei derzeit gut ausgelastet, da diese Produkte im Frühjahr Konjunktur haben. In den Sparten Messebau und Deko befinde sich das Unternehmen hingenen derzeit in Kurzarbeit. Das Verfahren wurde zum Monatsbeginn eröffnet. Bislang habe keinem Mitarbeiter gekündigt werden müssen. Momentan sind noch 38 Beschäftigte im Betrieb tätig. Verhandlungen mit Investoren laufen.
Mit der Autokrise begannen die Probleme
HMS Easy Stretch war schon zum Jahresende infolge abgesagter Veranstaltungen von Großkunden aus der Autobranche in Schwierigkeiten geraten. Als mit Beginn der Corona-Krise mehrere große Messen abgesagt wurden und damit weitere Aufträge wegbrachen, wurde am 12. Februar der Gang zum Insolvenzgericht angetreten. Mittlerweile sind alle Messen bis in die Sommermonate verschoben oder komplett abgesagt worden. Auch Veranstaltungen mit HMS-Produkten wie die Kunstnacht in Bad Wimpfen finden dieses Jahr nicht statt.
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