Weiterbildungseinrichtung AIM bekommt neue Geschäftsführung
Tatjana Linke hat den Ausbau der Heilbronner Weiterbildungseinrichtung AIM geprägt, Mitte 2024 geht sie in den Ruhestand. Jetzt ist klar, wer die zukünftigen Chefs sind.

Seit mehr als eineinhalb Jahrzehnten treibt Tatjana Linke als Geschäftsführerin der Akademie für Innovative Bildung und Management Heilbronn-Franken (AIM) die Entwicklung der Weiterbildungseinrichtung maßgeblich voran. Mitte 2024 geht sie in den Ruhestand, jetzt haben alle Gremien grünes Licht für die Nachfolger gegeben: Marco Haaf, derzeit Direktor des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Neckarsulm, und Christian Rieck, Referent Bildung bei der Dieter-Schwarz-Stiftung, übernehmen die Führung. Ab Februar sind alle drei an Bord, schon jetzt stimmen sie sich miteinander ab.
Tatjana Linke erinnert sich noch gut an ihre Anfänge bei der AIM mit zwölf Mitarbeitern und einem Standort am Stadtrand. Jetzt gehört die AIM zu den sichtbaren Akteuren auf dem Bildungscampus, hat ein eigenes Gebäude und beschäftigt 130 Mitarbeiter, auch festangestellte Dozenten gehören neben der Verwaltung dazu. Eines habe aber schon damals gegolten, sagt Tatjana Linke: "Die AIM war in der Stadt und im Landkreis Heilbronn bekannt." Seither ist der Einzugsbereich um einiges größer geworden: Hinzu kämen auch Kursteilnehmer aus Richtung Sinsheim und Karlsruhe. Und: Schulen in anderen Bundesländern hat die AIM ebenfalls schon beraten.
Tatjana Linke stand über eineinhalb Jahrzehnte an der Spitze der AIM
Bei der AIM stehen die Themenfelder Digitale Kompetenzen, pädagogische Qualität sowie Sprachförderung und Sprachbildung im Fokus. Vor allem die beiden letzten Punkte sind aus Sicht von Tatjana Linke wichtig. Das werde deutlich mit der Entwicklung, dass viele Jugendliche an den Berufsschulen scheitern, sagt sie. Handlungsbedarf gibt es auch auf anderen Feldern. Zudem sei eine gute Allgemeinbildung für die Gesellschaft genauso wichtig wie Demokratiebildung. Und Kinder müssten lernen, das eigene Handeln zu reflektieren. "Wir brauchen Problemlösekompetenzen", so die AIM-Geschäftsführerin.
Die AIM will mit ihren Angeboten nicht darauf warten, dass Lehrer oder Erzieher mit Anfragen auf sie zukommt. Das passt für die Verantwortlichen nicht zur "Innovativen Bildung" als Teil des Namens, die Akademie will aktiv neue Wege beschreiten. Tatjana Linke gibt ein Beispiel: Schon um das Jahr 2015 habe die AIM für den sogenannten Sprachsensiblen Unterricht geworben; also dafür, dass Lehrer im Unterricht ein solches Vokabular verwenden, um von allen Kindern verstanden zu werden. Damals habe sich kaum jemand dafür interessiert. Das ist nun in Heilbronn anders.
Das sind die beiden neuen an der Spitze der AIM
Marco Haaf und Christian Rieck wollen die Weiterentwicklung der AIM in den nächsten Monaten zusammen mit Tatjana Linke gestalten. Jetzt über konkrete Pläne zu sprechen, hält Marco Haaf für verfrüht. Die beiden sehen gerade wegen ihrer unterschiedlichen Lebensläufe eine Chance für eine erfolgreiche Zusammenarbeit bei der AIM. Christian Rieck hat in den zurückliegenden sechs Jahren bei der Dieter-Schwarz-Stiftung unter anderem in Bereichen gearbeitet, die er jetzt intensiver mit der AIM weiterentwickeln will. Auch um Digitalisierung oder Leseförderung sei es bei ihm gegangen. "Die Themen sind ähnlich", vergleicht er die Arbeit bei der Stiftung mit seiner zukünftigen Tätigkeit, nur ein Gebäude vom bisherigen Dienstsitz entfernt.
Marco Haaf betont, dass er nach 20 Jahren an derselben Schule einen neuen Schritt gehen wollte. Manche Themen hätten nicht mehr in dem Tempo umgesetzt werden können, das er gern gesehen hätte. Ein Wechsel an der Spitze des ASG biete auch die Chance, neue Schwerpunkte zu setzen. Für ihn ist die AIM-Doppelspitze eine Möglichkeit, weiterhin Kindern und Jugendlichen etwas geben zu können.
Marco Haaf verlässt das Albert-Schweitzer-Gymnasium Neckarsulm
Marco Haaf leitet noch das Albert-Schweitzer-Gymnasium (ASG) in Neckarsulm. Eine Zeit lang hat er zudem die Direktoren der Gymnasien in der Region als Sprecher vertreten, das Amt hat er abgegeben. Nachfolgerin ist Antje Kerdels, die das Robert-Mayer-Gymnasium in Heilbronn leitet. Die Stadt Neckarsulm würdigt die Verdienste von Marco Haaf. Als ASG-Leiter sei er an der Weiterentwicklung der Neckarsulmer Schullandschaft maßgeblich beteiligt gewesen, so Rathaussprecher Andreas Bracht. "Gemeinsam mit der Verwaltung und den Neckarsulmer Schulleitungen hat er das Modellkonzept der Neckarsulmer Verbundschule mit erarbeitet." Marco Haaf hat auch den Start der Verbundschule zum Schuljahr 2020/2021 ermöglicht, "indem er Räume im ASG für die neue Schulform zur Verfügung stellte". Darüber hinaus habe der ASG-Chef den Digitalisierungsprozess an den örtlichen Schulen "maßgeblich mit unterstützt und durch seine Pilotarbeit am ASG entscheidend vorangebracht".
Marco Haaf sei zudem ein großer Förderer des Sports, und er hat laut Rathaus das Profil des ASG überregional gestärkt. Andreas Bracht: "Unter seiner Leitung wurde das städtische Gymnasium vielfach ausgezeichnet: mit der Plakette Ausgezeichnete Schule des Jugendrotkreuzes für den Schulsanitätsdienst, mit dem Jugend-Kulturlandschaftspreis des Schwäbischen Heimatbundes für den Schulweinberg auf dem Scheuerberg und als MINT-freundliche Schule". Besondere Verdienste habe sich Marco Haaf auch um die Schulpartnerschaften erworben. Mit ihnen leiste das ASG einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung und zum kulturellen Austausch in Europa und auch international.
"Für die europäischen Schulpartnerschaften erhielt das ASG die Auszeichnung Partnerschule für Europa", ergänzt Andreas Bracht. "Im Jahr 2022 knüpfte das ASG eine neue Schulpartnerschaft mit der israelischen Stadt Ramat Gan in der Nähe von Tel Aviv." Diese Schulpartnerschaft habe angesichts der jüngsten Terrorangriffe auf Israel als Zeichen der Völkerverständigung eine neue, aktuelle Bedeutung gewonnen.
Kommentare öffnen

Stimme.de
Kommentare