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Lernen in digitaler Welt bekommt größeren Stellenwert

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Landesregierung will Strategie für Schulen anpassen. Staatssekretärin Sandra Boser ist überzeugt: Schüler können besser gefördert werden.

Kreidetafeln sind in vielen Schulen längst passé.
Foto: dpa
Kreidetafeln sind in vielen Schulen längst passé. Foto: dpa  Foto: Julian Stratenschulte

Die Landesregierung will nach eigenen Angaben die Digitalisierungsstrategie für die öffentlichen Schulen anpassen. Staatssekretärin Sandra Boser ist sicher: "Schülerinnen und Schüler können differenzierter und individueller gefördert werden." Kritik kommt unter anderem vom Städtetag und dem Berufsschullehrerverband.

Die Strategie ist umfassend und zielt auf vier Handlungsfelder ab - Infrastruktur und Ausstattung, Aus-, Fort- und Weiterbildung, Lernen und Lehren sowie Prozesse und Organisation. So sollen die Schulen mit der digitalen Bildungsplattform Schule@BW "geeignete technische, pädagogische und rechtssichere Anwendungen" erhalten. Berufsschullehrer sind kritisch. In einer Mitteilung des Verbands heißt es: Die Rückmeldungen aus den Schulen zum Umzug der Lernplattform Moodle von BelWue zu Schule@BW seien alarmierend. "Schulleitungen und Lehrkräfte halten den Zeitplan für nicht umsetzbar, es drohen mal wieder zusätzliche komplexe Aufgaben ohne irgendein Zeitbudget.", so der BLV-Vorsitzende Thomas Speck laut einer Pressemitteilung. Er befürchtet eine "erhebliche Überlastung von Schulleitungen und Lehrkräften, insbesondere der Netzwerk- und Moodlebetreuer".

Digitaler Unterricht: Das soll sich im Land tun

Laut Kultusministerium kommt "auf dem Weg zu einer Kultur der Digitalität" den Schulleitungen und Lehrern "die entscheidende Rolle zu". Deshalb sei es von großer Bedeutung, die Lehrer im Rahmen der Aus- und Fortbildung "angemessen vorzubereiten". In den Bildungsplänen der allgemein bildenden Schulen soll zudem "das Lernen in der digitalen Welt einen sichtbar größeren Stellenwert erhalten". Dazu gehöre die Integration von 3D, Robotik und die Nutzung von KI zur individuellen Förderung oder der beruflichen Orientierung. In beruflichen Schulen würden die Transformationsprozesse der Wirtschaft zum Thema und außerdem Schulen noch stärker zu Lernorten beruflicher Wirklichkeit.

Vertreter des Städtetags wundert sich, dass der Verband nicht eingebunden worden sei. Städtetagspräsident Frank Mentrup: "Ein Grundsatzpapier, das vollständig ohne den Mitakteur Kommunen verfasst wurde? Darin finden wir nur eine solide Aufzählung des Vorhandenen. Gleichzeitig wird indirekt wieder versucht, uns Kommunen die Finanzierungszuständigkeit auch für die Lehrkräftegeräte unterzuschieben." Er bittet das Land, sich mit den Kommunalen Landesverbänden über die Finanzierung zu verständigen.

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