Kritik am Bürgermeister: Per Flugblatt wird ein Herausforderer gesucht
Vor der Bürgermeisterwahl in Eberstadt am 17. September kritisiert eine Initiative die Arbeit und den Führungsstil von Amtsinhaber Stephan Franczak. Dieser weist die Vorwürfe zurück.

Am 17. September will Stephan Franczak wiedergewählt werden. Bislang ist der 47-Jährige Alleinkandidat. Doch jetzt bläst dem Eberstädter Bürgermeister Gegenwind ins Gesicht.
Eine "Wählerinitiative" hat ein Flugblatt in der 3200-Einwohner-Gemeinde verteilt, nach ihren Angaben an alle Haushalte. Darin kritisiert die Initiative den Amtsinhaber, sorgt sich um die Zukunft der Kommune und wünscht sich mindestens einen weiteren Kandidaten. Der Rathauschef weist die Vorwürfe weit von sich.
Sorge um die weitere Entwicklung von Eberstadt
Nicht alle Bürger in "unserer Gemeinde sind mit seinen Leistungen und seinem Führungsstil zufrieden", heißt es in dem Flugblatt über Stephan Franczak. Unterzeichnet haben den Flyer Doris Kraft, Christian Klötzer, Karl Kurz, Timo Ruf und Werner Pfeifer. Werner Pfeifer aus dem Teilort Hölzern war jahrzehntelang kommunalpolitisch aktiv, unter anderem als stellvertretender Bürgermeister.

"Die Unterzeichner dieses Schreibens und weitere Bürgerinnen, Bürger, Geschäftsleute und Vereinsaktive sorgen sich um die weitere Entwicklung Eberstadts und seiner Teilgemeinden", ist zu lesen. "Wir benötigen wieder einen guten Verwaltungsfachmann/eine Verwaltungsfachfrau mit entsprechender Erfahrung und Menschenkenntnis." Franczak hat als Sozialwissenschaftler nicht die klassische Verwaltungsausbildung vieler Kollegen.
Zahlreiche Rückmeldungen
Die Initiatoren des Flyers sind auf der Suche nach weiteren Bewerbern und wollen dafür Bestätigung in der Bevölkerung. "Zu einer Wahl gehören mindestens zwei Kandidaten. Würden Sie unsere Suche nach weiteren Bewerbern begrüßen?", fragen die Unterzeichner und bitten telefonisch oder per Mail um Rückmeldung.
Über 30 Reaktionen seien inzwischen eingegangen, sagt Werner Pfeifer auf HSt-Nachfrage. In fast allen würde die Flugblatt-Aktion begrüßt. Ein Interessent habe sich auch schon gemeldet. Dieser denke nun über eine Kandidatur nach, heißt es in einer Pressemitteilung an die Heilbronner Stimme. Ein Name wird nicht genannt.
Unverständnis beim Bürgermeister
Bei Stephan Franczak stoßen das Flugblatt und die Initiatoren auf Unverständnis. Grundsätzlich habe er nichts gegen Gegenkandidaten. Er sei bereit, mit "jedem Kandidaten der kommt, für die gute Entwicklung der Gemeinde Eberstadt einen fairen Wahlkampf zu führen", sagt der Bürgermeister auf Nachfrage unserer Redaktion. Woran er sich stört: "Mit nebulösen Vorwürfen versucht man, den Amtsinhaber abzuschießen." Die Vorwürfe seien nicht auf einen konkreten Sachverhalt bezogen. Dass seine Erfahrung und seine Menschenkenntnis infrage gestellt werden, findet Franczak "traurig". Er glaubt nicht, "dass es die Mehrheit der Bevölkerung genauso sieht". Auch die Entwicklung Eberstadts in den vergangenen acht Jahren spiegele etwas anderes wider: "Der Gemeinde geht es finanziell so gut wie selten."
Kraft, Klötzer, Kurz und Ruf haben im Namen von CDU und Freien Wählern unterschrieben, sind aber keine Gemeinderäte der Liste CDU/Freie. Im Eberstädter Ortsparlament ist die Stimmung nicht immer gut. Hin und wieder knirscht es im Miteinander von Bürgermeister und Bürgervertretern.
Alleinkandidat für die Wahl im September
Stephan Franczak (47) trat vor knapp acht Jahren nach zwei Wahlgängen die Nachfolge von Timo Frey an, der in Bad Friedrichshall zum Bürgermeister gewählt worden war. Der Familienvater ist bislang Alleinkandidat für die Wahl am 17. September. Die Bewerbungsfrist endet am 21. August um 18 Uhr.
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