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Heilbronn

Kreissparkasse Heilbronn schließt 25 Filialen

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Die Heilbronner Sparkasse will in der Stadt und im Landkreis Filialen schließen und sechs große "Beratungscenter" eröffnen. Nach Angaben der Sparkasse seien die betroffenen Standorte nur noch wenig besucht worden. Alle Mitarbeiter sollen auch zukünftig beschäftigt werden.

Von Jürgen Paul

Die Kreissparkasse (KSK) Heilbronn reagiert auf das veränderte Kundenverhalten im digitalen Zeitalter. Das Institut wird 25 Kleinfilialen zu Selbstbedienungs-Standorten umwandeln. Parallel dazu will die KSK größere Filialen zu Beratungscentern mit umfassendem Angebot ausbauen.

 Foto: Arne Bänsch (dpa)

Betroffen von der Umstrukturierung sind kleine Filialen, in denen es schon heute keine Beratung mehr gibt. Diese Standorte hatten bisher täglich von 9 bis 12 Uhr geöffnet und waren meist mit einem Mitarbeiter besetzt. "Unsere Kunden haben mit den Füßen abgestimmt", begründet KSK-Vorstandssprecher Ralf Peter Beitner den Schritt.

Die Kunden hätten diese Kleinstfilialen kaum noch besucht. "In einigen Filialen kamen oftmals nicht mehr als 50 Kunden pro Monat, um mit einem unserer Mitarbeiter persönlich zu sprechen", berichtet Beitners Kollege Bernhard Steck. Die KSK habe diese Standorte genau analysiert, das Ergebnis ist eindeutig: "Bis zu 98 Prozent der Transaktionen dort sind heute schon reine SB-Vorgänge", betont Steck.

Aufträge könnten zukünftig auch telefonisch erledigt werden

Künftig müssten die Kunden etwa zwei bis drei Kilometer weiter fahren als bisher, um eine mit Mitarbeitern besetzte Filiale zu besuchen, sagt Beitner. Wer seine Überweisungen oder Daueraufträge nicht online erledigen wolle, könne dies auch telefonisch erledigen, sagt der Bankchef mit Blick auf das kürzlich eröffnete telefonische Kundencenter in Heilbronn mit 60 Mitarbeitern. Die Bargeldversorgung in den betroffenen Gemeinden und Stadtteilen sei durch die SB-Filialen sichergestellt, versichert er. Es gebe aktuell keine Pläne, Standorte komplett zu schließen.

Den rund 25 Mitarbeitern, die bisher in den Kleinfilialen arbeiten, werden Steck zufolge Jobs in anderen Filialen angeboten. "Wir brauchen diese Mitarbeiter für sinnvollere Tätigkeiten", betonte der Vorstand. Die Mitarbeiter der Kreissparkasse wurden am vergangenen Freitag über die Veränderungen informiert.

Im November beginnt der Umbau der Filiale in Weinsberg zu einem Beratungscenter

Beitner und Steck heben hervor, dass parallel zur Umwandlung der Kleinfilialen der Ausbau der größeren Standorte zu Beratungscentern vorangetrieben werde. Noch im November soll es mit dem Umbau der Filiale in Weinsberg losgehen. Insgesamt soll es sechs dieser Großfilialen geben: in der Zentrale in Heilbronn, in Weinsberg, in Lauffen, in Eppingen, in Bad Friedrichshall und in Neckarsulm.

Dort soll den Kunden ein "umfassendes Beratungsangebot rund um die Themen Geldanlage, Baufinanzierung und Versicherungen in einem neuen, ansprechenden Umfeld" geboten werden, verspricht Privatkundenvorstand Steck. Im Versicherungsbereich werde man zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, kündigt Steck an. Wer nicht in eine Filiale kommen könne, kann einen mobilen Berater zu sich nach Hause bestellen.

Künftig wird die Kreissparkasse in der Region mit 56 mitarbeiterbesetzten Filialen und 50 Selbstbedienungs-Stellen vertreten sein. "Wir stellen auch für die Zukunft die Leistungsfähigkeit der Kreissparkasse Heilbronn für ihre Kunden und die Region sicher", betont Beitner. Gleichwohl werde man das Kundenverhalten und die Frequenz in den Filialen weiterhin genau beobachten und gegebenenfalls reagieren. Kostengründe spielten dabei keine Rolle, sagt der Vorstandschef. "Wir reagieren nur auf das Verhalten unserer Kunden."


Diese Filialen der Kreissparkasse Heilbronn werden bis Februar 2019 in SB-Filialen umgewandelt:

Kaufland (Neckarsulm), Eppingen-Karlsplatz, Mühlbach, Richen (beide Eppingen), Ittlingen, Stetten (Schwaigern), Jagstfeld, Plattenwald (Bad Friedrichshall), Bonfeld, Fürfeld (Bad Rappenau) , Kochersteinsfeld (Hardthausen), Brettach (Langenbrettach), Stein (Neuenstadt), Offenau, Widdern, Lehrensteinsfeld, Löwenstein, Eschenau, Sülzbach (beide Obersulm), Neuhütten (Wüstenrot), Meimsheim (Brackenheim), Cleebronn, Auenstein (Ilsfeld), Pfaffenhofen, Unterheinriet (Untergruppenbach).

 

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