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Heilbronn

Kostenloses Parken ist für Studenten vorbei

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Das Parkhaus an der Weipertstraße in Heilbronn steht Studenten des Bildungscampus nicht mehr zur Verfügung. Künftig parken hier Professoren, Dozenten, Mitarbeiter und Gäste. Derzeit noch gebührenfrei. 2020 wird sich das ändern. Hintergrund ist die Parkplatznot.

Im Parkhaus auf dem Bildungscampus an der Weipertstraße können Studierende nicht mehr kostenlos parken. Ab 2020 werden für alle Parkmöglichkeiten auf dem Campus Parkgebühren verlangt.
Foto: Dennis Mugler
Im Parkhaus auf dem Bildungscampus an der Weipertstraße können Studierende nicht mehr kostenlos parken. Ab 2020 werden für alle Parkmöglichkeiten auf dem Campus Parkgebühren verlangt. Foto: Dennis Mugler  Foto: Mugler, Dennis

 

Im Bildungscampus Heilbronn hat ein neues Zeitalter begonnen. Nachhaltigkeit und ein ausgeprägteres Umweltbewusstsein als in der Vergangenheit stehen dabei im Mittelpunkt des Handelns. Die Konsequenz daraus: Ab sofort können Studierende im Parkhaus an der Weipertstraße nicht mehr auf einem der 1365 Stellplätze umsonst parken. Getragen wird diese Entscheidung einmütig von allen im Bildungscampus ansässigen Hochschulen und Institutionen.

40 Euro für ein Monatsparkticket

Die Parkhaus-Parkplätze stehen jetzt neben der Öffentlichkeit, die zu den regulären Gebührensätzen einfahren kann, nur noch Professoren, Dozenten, Gästen und Mitarbeitern kostenlos zur Verfügung. Anfang 2020 muss dann auch dieser Personenkreis, mit Ausnahme der Gäste, deren Ticket vergütet wird, bezahlen. "Stand heute gehen wir von 40 Euro für ein Monatsticket aus", sagt Reinhold Geilsdörfer. Für den Geschäftsführer der Dieter-Schwarz-Stiftung ist dieser Betrag "für Beschäftigte akzeptabel". Ganz ausgegrenzt werden Studierende aber nicht: Wer sich ein Tagesticket für zwölf Euro leisten kann, ist nach wie vor im Parkhaus an der Weipertstraße parkberechtigt.

Keine Stellplatz-Garantie

Studierenden steht nunmehr das Campus-Parkhaus-Ost und die angrenzende Freifläche mit mehr als 500 Stellplätzen zur Verfügung. Bis Ende des Jahres noch gebührenfrei, im kommenden Jahr wird dann auch hier eine Parkgebühr erhoben. "Wie hoch sie sein wird und welche Angebote es im Detail geben wird, ist abschließend noch nicht geklärt", sagt Geilsdörfer. Erkennbar sei aber schon heute, dass "ein Monatsparkticket keinen Stellplatz garantiert".

Das Auto soll nicht verteufelt werden

"Mit unseren knapp 7000 Studierenden stoßen wir auf dem Campus, was das Parken anbelangt, an unsere Grenzen. Deshalb müssen wir neue Wege gehen - und die liegen eindeutig im Klima- und Umweltschutz", erklärt Reinhold Geilsdörfer den Sinneswandel. Dabei gehe es nicht darum, das Auto zu verteufeln, sondern umzudenken in einer Zeit, "in der die Umweltprobleme für alle greifbar werden".

Der Appell an alle Studierenden und Campus-Mitarbeiter lautet denn auch, auf umweltfreundliche Mobilitätsangebote zurückzugreifen. "Wir wollen aktiv für unser Klima handeln und mit einem guten Beispiel vorangehen", wirbt Stiftungs-Geschäftsführer Geilsdörfer für Akzeptanz.

Leihfahrräder, E-Fahrzeuge und Car-Sharing

Sicher ist, dass auf dem Campusgelände keine weiteren Parkmöglichkeiten geschaffen werden. Überlegt wird deshalb, Studierenden im Experimenta-Parkhaus für eine geringe Gebühr Stellplätze anzubieten. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf anderen Mobilitätslösungen. "Für den Hochschulstandort Sontheim und den Bildungscampus werden in einem ersten Schritt 50 Leihfahrräder kostenlos zur Verfügung gestellt", nennt Manfred Weigler von der Schwarz Stiftung ein Angebot. Aber auch anzumietende Elektrofahrzeuge sollen wie auch das Car-Sharing mit einem Stundensatz von 4,99 Euro in das Portfolio aufgenommen werden.

ÖPNV hielt mit Campus-Wachstum nicht Schritt

Und dann gibt es noch das große Thema öffentlicher Personennahverkehr. "Der ÖPNV ist dem Campus-Wachstum nicht hinterhergekommen", bedauert Joachim Frech, Rektor des Centers for Advanced Studies an der DHBW. Oliver Lenzen, Rektor der Hochschule Heilbronn, folgert daraus: "Die Taktung und die Umsteigebeziehungen müssen deutlich verbessert werden." Otto Weidmann, Prorektor der DHBW, regt in diesem Zusammenhang an, den DB-Bahnhaltepunkt Sülmertor in das Campusgelände zu verlegen. Als Fazit hält Tomás Bayón, Rektor der German Graduate School, fest: "Jetzt müssen Lösungen im ÖPNV her. Der Mobilitätspakt wird uns hier ein Stück weiterhelfen."

 
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