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Neckarsulm

Kommentar zum Aquatoll: Tiefe Risse

  
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Würde das Erlebnisbad abgerissen, gäbe es auch tiefe Risse im Image der Stadt, kommentiert unser Kollege. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille: Das Angebot der Schwarz-Gruppe ist auch eine Chance.

Von Reto Bosch

Erweiterte Sauna mit neuem Fitnessbereich statt Erlebnisbad: Wirtschaftlich betrachtet könnte der Stadt Neckarsulm nichts besseres passieren. Weil die Schwarz-Gruppe einen mittleren einstelligen Millionenbetrag für das Fitnesscenter beisteuern würde. Weil dem kommunalen Haushalt Sanierungskosten von 15 bis 25 Millionen Euro erspart blieben. Weil das Freizeitbad jedes Jahr Defizite von mehreren Millionen Euro erwirtschaftet. Und dies alles vor dem Hintergrund schrumpfender Steuereinnahmen und der mühseligen Suche nach Sparmöglichkeiten. Kaum ein anderer Einzelposten würde den Etat der Stadt in dieser Dimension entlasten.

Ein Freizeitangebot lässt sich nicht durch die Brille von Finanzmenschen bewerten

Allerdings lässt sich ein Freizeitangebot nicht nur durch die Brille des Finanzmenschen bewerten. Und genau das macht es für Verwaltung und Gemeinderäte auch so schwierig. Sie wissen genau, dass viele Bürger und vor allem viele Kinder im Aquatoll vergnügliche Stunden erleben. Das Bad gehört zu den weichen Standortfaktoren. Würde es abgerissen, gäbe es auch tiefe Risse im Image der Stadt. In diesem Spannungsfeld müssen die Räte im Mai entscheiden.

Neckarsulms Oberbürgermeister Steffen Hertwig sollte bis dahin darüber nachdenken, wie er künftig sinnvolle Öffentlichkeitsarbeit betreiben kann. Mit einer dürren Pressemitteilung die Bürger darauf vorbereiten zu wollen, dass das Aquatoll geschlossen und abgebrochen werden könnte, ist jedenfalls unprofessionell.

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reto.bosch@stimme.de

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