Wie sich Sportsbars aus der Region auf die Spitzenspiele einstellen
Vor dem Spiel Dortmund gegen Bayern in der Fußball-Bundesliga zieht die Nachfrage nach Plätzen in den Sportbars wieder an. Unter Einnahmeverlusten leiden alle - und nicht jeder hat Verständnis für die Einschränkungen in der Corona-Krise.

Die Woche startet mit zwei Fußball-Spitzenspielen Dortmund-Bayern und VfB Stuttgart-Hamburger SV. In normalen Zeiten würden die Fußballkneipen von Fans überrannt. Und jetzt?
Abstandsgebot, begrenzte Gästezahl, Mundschutz für Bedienungen, Datenerfassung aller Gäste heißt es in Zeiten von Corona. Trauriges hat Gastwirt Torsten Horn am Samstag beim Bundesliga-Spieltag erlebt. Anfangs nur ein Gast, später fünf hätten sich bei ihm im Backstüble verloren. Für Horn eine "Nullnummer", ein Fußballsamstag, wie er ihn noch nie erlebte. Jetzt aber kommt Hoffnung auf. Nachdem der Sender Sky die Bundesliga nun nicht mehr frei überträgt, zieht das Interesse an.
Maximal 30 Gäste im Backstüble erlaubt
Für beide Top-Spiele diese Woche ist Horn ausgebucht. Das heißt derzeit: maximal 30 Gäste dürfen ins Backstüble vor die Bildschirme, nur sitzend, die Hälfte der sonstigen Sitzplatzzahl. "Es zieht an", freut sich der Gastronom. Aber: Ein großer Teil der Einnahmen fehlt. Beim Personal arbeiten nun drei statt fünf in Küche, an der Theke und im Service.
Horn freut sich auf das besondere Spiel, er spürt aber auch Wehmut. Weil sonst der Laden rappelvoll gewesen wäre. "Es ist schade, aber man muss es hinnehmen, wie es ist." Im Biergarten bietet er weiter Essen an - ohne Fußball, weil das sonst mit stehenbleibenden Passanten nicht mehr zu kontrollieren wäre. Und der Biergarten sei an den schönen Tagen zuletzt "der Lebensretter" gewesen.
Auch in der Neckarsulmer Darts- und Sportsbar s'Dächle sind die Sitzplätze auf die Hälfte reduziert. Inhaber Gavrilo Sibinski hat seit letzten Dienstag geöffnet. "Doch so viele Gäste kamen bis jetzt gar nicht, da hätte ich mehr erwartet nach der Durststrecke." Da eines der Hauptstandbeine der Gaststätte Darts ist und dies auch nur eingeschränkt möglich sei, so Sibinksi, "fehlen uns die Einnahmen".

Zwar hatte der Wirt seinen Gästen vorher empfohlen, zu reservieren. Für den Knaller Dortmund-Bayern seien bis Montagmittag jedoch nur zwei, drei Reservierungen eingegangen. Für das VfB-Spitzenspiel gegen Hamburg am Donnerstag noch keine. Finanziell "geht es gerade noch so", berichtet der Chef vom s'Dächle. "Aber ich bin anderes gewohnt."
"Es geht um Existenzen"
Für die Corona-Auflagen in der Gastronomie hatte er "anfangs Verständnis". Aber jetzt habe sich herausgestellt, "dass es ein stinknormaler Virus wie die Grippe jedes Jahr war". Deshalb habe er kein Verständnis mehr für Einschränkungen. "Auch weil es so Schwankungen in den Bundesländern gibt, manche die Regeln ganz aufheben wollen. Es geht bei uns um Existenzen."
Sibinski befürchtet zudem, dass es nach der Pandemie zu Depressionen bei den Menschen komme. "Weil die Gaststätte als Kommunikationsort gefehlt hat."
Die Fußball-Gaststätte Haudi in Flein hatte letzte Woche noch zu, macht erst jetzt auf. Wirt Wolfgang Hauth kann noch nicht viel über den Re-Start sagen. Die Sportsbar Bernies Bistro in Bad Wimpfen ist eine reine Schankwirtschaft, darf noch nicht öffnen. Und das beim Schlager BVB-Bayern. Wirt Bernd Herz tut es für seine Gäste leid: "Die Kunden wissen jetzt nicht, wo sie hin sollen."
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