Wer wird Bürgermeister von Güglingen? Kandidaten messen sich beim Stimme-Forum
Am 16. Februar wird in Güglingen ein neuer Bürgermeister gewählt. Beim Stimme-Forum diskutieren die Konkurrenten Maria Langjahr und Michael Tauch. Klar wird: Die Entwicklung der Innenstadt liegt den beiden Lokalpolitikern am Herzen.
Michael Tauch oder Maria Langjahr? Am 16. Februar wählen die Güglinger ihren neuen Bürgermeister und somit, wer als Rathauschef auf Ulrich Heckmann folgt. Die beiden Kandidaten haben am Dienstag beim Stimme-Forum unter anderem ihre Vorstellungen zur Stadtentwicklung skizziert.
Allzu viel Entscheidungshilfe scheinen die Wähler nicht zu benötigen. Wie sich nach der Frage zeigte, mit der die Journalisten Linda Möllers und Friedhelm Römer in den Abend starteten, hatte ein Großteil der rund 250 Zuhörer in der Herzogskelter seinen Favoriten oder seine Favoritin schon gefunden.
Bürgermeister-Wahl in Güglingen: Kandidaten messen sich beim Stimme-Forum
Die Umgehungsstraße bringt der Stadt neue Möglichkeiten. Für Michael Tauch muss das die Gelegenheit sein, die Ortsdurchfahrt neu zu gestalten. "Da müssen wir rangehen", sagte der 35-Jährige, der als Regierungsdirektor im Staatsministerium arbeitet.
Ihm schwebt vor, die Chancen des Förderprogramms Innenstadtentwicklung zu nutzen, das kürzlich auch für Städte unter 10 000 Einwohner geöffnet wurde. "Ich hoffe, dass Güglingen zum Zuge kommt", unterstrich der Kandidat die Ambitionen, die er für seine Heimatstadt hegt. Mit den Fraktionen im Gemeinderat habe er die Pläne besprochen. Maria Langjahr will ebenfalls "alle an einen Tisch bringen" und sieht im Tourismus brachliegendes Potenzial. Die 56-Jährige leitet das Reisebüro Langjahr, will mehr Gruppenreisende für Ausflüge in die Stadt begeistern und den Einzelhandel fördern.
Die Umgehungsstraße berge auch die Gefahr, dass der eine oder andere Einzelhändler Kunden verliert. "Da ist die Sorge, dass es mehr Leerstände gibt", sagte die Kandidatin, die einer Fußgängerzone wenig abgewinnen kann, die sich für den Fortbestand des Hotels einsetzen will und der Ansicht ist, dass ein zusätzliches Café der Stadt gut zu Gesicht stünde. "Nachmittags", beklagte sie, "ist alles wie ausgestorben." Langfristig belebend könnte sich nach Tauchs Überzeugung eine Gartenschau auswirken, wie sie zuletzt das deutlich größere Eppingen erfolgreich ausgetragen hat. "Das klingt nach Blumen", räumte er ein. "Es geht aber um Stadtentwicklung." Für die Bewerbung bräuchte die Stadt Geduld, bis 2036 sind die Gartenschauen vergeben.
Bürgermeister-Kandidaten in Güglingen: Medizinische Versorgung im Fokus
Bei der Wohnbauentwicklung plädierten beide für eine Balance aus Nachverdichtung im Zentrum und neuen Wohngebieten im Außenbereich. Innenentwicklung sei gut, betonte Tauch. "Je mehr man aber entwickelt, desto mehr Verkehr gibt es." Die medizinische Versorgung vor Ort liegt dem Duo am Herzen.
Maria Langjahr war bei der Demonstration für den Erhalt der Notfallpraxis in Brackenheim mit mehr als 1000 Teilnehmern dabei. "Sehr wichtig" sei die Einrichtung. Sie hat trotzdem wenig Hoffnung, dass die Praxis, deren Schließung die Kassenärztliche Vereinigung beschlossen hat, doch fortbesteht. Auch Tauch zeigte sich realistisch, es gebe nicht allzu viel Anlass zu Optimismus.

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