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Heilbronn

Kälte verhindert Besucherandrang

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Das kühle Wetter hält vor allem Samstag manche ab, zur Gartenschau zu kommen zum Leidwesen, der vielen Akteure, die Mitmachprogramme organisiert haben.

Von Bärbel Kistner
Die Blumen freuen sich deutlich mehr über den Regen als die Bläser der Bürgermusik aus dem Montafon und die Trachtenträgerin mit Schirm. Ihre gute Buga-Laune haben sich die Österreicher aber nicht verderben lassen.
Fotos: Ralf Seidel
Die Blumen freuen sich deutlich mehr über den Regen als die Bläser der Bürgermusik aus dem Montafon und die Trachtenträgerin mit Schirm. Ihre gute Buga-Laune haben sich die Österreicher aber nicht verderben lassen. Fotos: Ralf Seidel  Foto: Seidel, Ralf

Dem Wochenende gebührt vermutlich der Kälterekord in den gesamten 173 Buga-Tagen. Garstiger als am Samstag mit fünf, sechs Grad wird es wohl nicht mehr werden. Dazu kam noch ein kalter Regen und ein kräftiger Wind. Besucher sind trotzdem gekommen, wenn auch deutlich weniger als an den vorangegangen Wochenenden mit Frühlingssonne.

Nicht abhalten ließ sich zum Beispiel eine Gruppe ehemaliger Schulkameradinnen aus Stuttgart. Die neun Frauen kamen mit der Bahn und wollten ihre Verabredung auf der Buga nicht platzen lassen: "Das Wetter stört uns nicht. Wir haben Schirme und warme Jacken."

Für alle Akteure auf der Bühne und im Gelände waren die nasskalten Bedingungen am Samstag schade. Die städtischen Musikschüler hätten sich bei ihren zahlreichen Auftritten mehr Zuhörer gewünscht - zum Beispiel die Alphornbläser am frühen Samstagmorgen auf der etwas abseits der Besucherströme gelegenen Bühne im Wohlgelegen. Auftritte wurden von der idyllischen Fährlebühne auf dem Alt-Neckar in den Fruchtschuppen verlegt.

Klamme Hände und durchnässte Schuhe verkürzten manchen Buga-Ausflug. Auch die Bürgermusik und die Trachtengruppe aus dem Montafon wurden tagsüber nur von einer spärlichen Zuhörerschar beklatscht. Den Regen nehme man gelassen, lässt der Gaschurner Bürgermeister Martin Netzer wissen.

Mit 90 Personen waren die Österreicher zu den Montafon-Tagen angereist, die Gaschurner Gemeindeverwaltung hat ihren Jahresausflug nach Heilbronn und auf die Buga verlegt. Abends zum Konzert auf der Sparkassenbühne kamen immerhin rund 200 Zuhörer. Für das Heilbronner "Hüttle" an der Kletterarena war zumindest der Samstag eher ein Reinfall. Kaum jemand fand den Weg zur Verkostung der Hütten-Probiererle.

Leere Genussmeile

Auch an der Genussmeile am Floßhafen herrschte am Samstagnachmittag gähnende Leere - Kontrastprogramm zum 1. Mai für Sascha Winzig am Getränkestand, der absolut nichts zu tun hatte. Sein Tagesumsatz: acht Euro von einem einzigen Kunden. Den Gastronomen nebenan sei es nicht viel besser ergangen.

Führung genießt das leere Gelände

Eine zehnköpfige Freundesgruppe aus dem Stadt- und Landkreis kann dem Wetter jedoch auch etwas Positives abgewinnen: Bei ihrer dreistündigen Führung am Samstag haben sie freie Sicht auf alles, was die Buga zu bieten hat: "Man sieht viel mehr, wenn es leer ist", sagen Birgit Kaiser und Brigitte Amos.

"Jedes Wetter hat was für sich", meint Führer Wolfgang Rauhut, "aber natürlich lebt eine Gartenschau vom schönen Wetter." Sibylle Saalecker hat ihr erster Besuch auf der Buga so gut gefallen, dass die Heilbronnerin am Sonntag gleich wieder kommen wollte.

Angenehm warm war auch der Sonntag nicht, zumindest zeigte sich ab und zu die Sonne. Bei Familien sei die Gartenschau dennoch beliebtes Ausflugsziel gewesen, heißt es einer Buga-Bilanz für das Wochenende. Außerdem gebe es viele Indoor-Angebote: die Ausstellung zur Entstehung des Neckarbogens, ein Materiallabor oder das Zukunftskarussel zur Digitalisierung im Faserpavillon.


Bunte Mützen

Eine große Zahl an Akteuren brachte der Tag der Vielfalt mit Angeboten zum Thema Inklusion - mit einem wichtigen Ziel: Zum europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung sollte auf der Buga auf die Situation Betroffener aufmerksam gemacht werden. Kinder erlebten einen Perspektivwechsel, indem sie zum Beispiel verschiedene Rollstühle ausprobierten. Mit "Better than", "Bunte Mützen" und "Thera All Stars" zeigten drei Bands, wie Inklusion in der Musik funktioniert. Beeindruckend war das Stück "Der blaue Vogel" der Theatergruppe Handstand in Laut- und Gebärdensprache.

 
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