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Löwenstein

Hygienekonzept an der Löwensteiner Platte greift

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Am Wochenende kommen wieder viele Biker zum Aussichtspunkt an der B39. Polizei und Bürgermeister haben beim wiedereröffneten Biker-Treff Löwensteiner Platte bisher keine Verstöße gegen die Corona-Regeln festgestellt.

Von Gustav Döttling
Motorräder parken am Samstagvormittag an der Löwensteiner Platte. Viele Stammgäste steuern das Ziel mit der herrlichen Aussicht an der B39 an.  Doch wie klappt es mit der Einhaltung der Abstandsregeln? Fotos: Gustav Döttling
Motorräder parken am Samstagvormittag an der Löwensteiner Platte. Viele Stammgäste steuern das Ziel mit der herrlichen Aussicht an der B39 an. Doch wie klappt es mit der Einhaltung der Abstandsregeln? Fotos: Gustav Döttling  Foto: Gustav Döttling

50 Motorräder und zwei Quads glänzen am Samstagmorgen auf der Löwensteiner Aussichtsplatte in der Sonne. Die Besitzer der Fahrzeuge sitzen gegen elf Uhr in kleinen Gruppen an den rustikalen Tischgarnituren im Schatten der großen Kastanienbäume hinter dem Kiosk-Wagen. Sie fachsimpeln über ihre Maschinen, diskutieren die Schließung des Breitenauer Sees und andere Themen. Dabei genießen viele Plattenbesucher kalte Getränke, Bock-, Paprika- und Weißwürste, dazu kalte Getränke oder Kaffee vom Kiosk, den Sina Fierling seit zehn Jahren in zweiter Generation auf der Aussichtsplatte unterhalb des Löwensteiner Geißhölzle-Plateaus betreibt.

Die Brezeln, die Sina Fierling im Kiosk anbietet, waren schon am Morgen ausverkauft.
Die Brezeln, die Sina Fierling im Kiosk anbietet, waren schon am Morgen ausverkauft.  Foto: Gustav Döttling

Auch auf den Gabionenbänken unterhalb der Leitplanken der B39 sitzen Motorradfahrer in großen Abständen. "Meine frischen Brezeln waren heute Morgen, schon kurz nachdem wir um neun Uhr geöffnet hatten, weg", erzählt Sina Fierling. Es seien meist Stammgäste, die am Samstag und Sonntag schon vor der Kiosk-Öffnung beim beliebten Biker-Treff auf einen Kaffee oder ein Wurstfrühstück warten.

Wenn es zu voll wird, macht Sina Fierling in ihrem Kiosk die Klappe zu

"Ich komme seit 20 Jahren auf die Platte, meine Kumpels freuen uns sehr, dass die Platte nach der Corona-Pause wieder geöffnet ist und wir wollen auf keinen Fall, dass hier bald wieder dicht gemacht wird", sagt Biker Jürgen Schäfer aus Ludwigsburg. "Die Platte ist für uns halt Kult", ergänzt sein Kumpel Dietmar Rimpel aus Welzheim. 

Die Besucher machen sich gegenseitig auf die Regeln aufmerksam, während sie eine Pause machen, etwas essen und trinken.
Die Besucher machen sich gegenseitig auf die Regeln aufmerksam, während sie eine Pause machen, etwas essen und trinken.  Foto: Gustav Döttling

"Unser Hygienekonzept mit Abstandsregeln funktioniert auch deshalb so gut, weil die Motorradfahrer aufeinander achten und sich gegenseitig ermahnen, weil keiner will, dass die Platte wieder geschlossen wird", sagt Sina Fierling. Die Motorradfahrer seien sensibilisiert. Wenn es zu voll werden würde, dann würde sie bei ihrem Laden die Klappe "dichtmachen", bis sich die Situation wieder entspannen würde.

"Wir haben eigenes Ordnungspersonal mit bis zu drei Ordnern, die besonders am Samstag und Sonntag darauf achten, dass die Fahrzeuge korrekt geparkt und die Abstände eingehalten werden", erläutert die Kiosk-Betreiberin eine ihrer Sicherheitsmaßnahmen.

Jeden Sonntag um 10.07 Uhr trifft sich der Quad-Club von Fahrerin Ines

"Das Hygienekonzept ist tipptopp", stellt Quad-Fahrerin Ines aus Höpfigheim fest. "Wir wollen auf keinen Fall, dass die Platte wieder geschlossen wird, weil sich unser Quad-Club seit Jahren immer sonntags um 10.07 Uhr hier trifft ", meint ihr Begleiter Thommy und beißt herzhaft in seine Weißwurst.

"Wir halten uns an die Regeln, weil wir uns freuen, dass wieder offen ist", sagt Biker Rainer aus Besigheim. Er ist mit einer mehrköpfigen Gruppe unterwegs und auch ein Platten-Stammgast. "Waiblingen, Platte, Wurst Waiblingen", nennt ein Biker-Trio aus Waiblingen sein samstägliches Ausflugsziel.

"Die Platte ist für uns Kult", sagt Dietmar Rimpel aus Welzheim.
"Die Platte ist für uns Kult", sagt Dietmar Rimpel aus Welzheim.  Foto: Gustav Döttling

Kurz nach elf Uhr biegt ein Motorradfahrer aus der Richtung von Wüstenrot auf die Platte ein. Langsam passiert er das Spalier der Maschinen, dann gibt er wieder Gas und biegt auf die B39 ein. Es war ihm wohl zu voll. "Im Vergleich zur Zeit vor Corona ist jetzt samstags und sonntags wenig los", stellt Oliver Fierling fest. Früher sei um diese Uhrzeit am Wochenende die Platte proppenvoll gewesen.

Die Polizei hat noch keine Verstöße festgestellt

"Bisher haben weder die Verkehrspolizeiinspektion Weinsberg nach das Polizeirevier Weinsberg bei ihren Streifendienstfahrten auf der Löwensteiner Aussichtsplatte Verstöße gegen die Corona-Verordnung feststellen können", berichtet Yannick Zimmermann, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Heilbronn auf Anfrage der Heilbronner Stimme.

Bürgermeister Klaus Schifferer besucht die Platte persönlich für Stichproben

"Ich kontrolliere die Einhaltung des Hygienekonzepts auf der Löwensteiner Platte stichprobenartig persönlich", erklärt Bürgermeister Klaus Schifferer. Seit Wiedereröffnung der Platte habe er den Eindruck, dass alles in geregelten Bahnen abgelaufen sei und sich die Besucher an die Vorgaben des Hygienekonzepts halten würden. Er habe die Kontrollmaßnahmen mit dem Polizeirevier abgestimmt und man werde sich bei Verstößen gegenseitig informieren.         

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