Hunderte Hexen ziehen bei Nachtumzug durch Auenstein
900 Hästräger haben am Nachtumzug der Mühlenhexen teilgenommen. Die Stimmung war ausgelassen - und dennoch wirkt Eppingen nach: Manche Vereine vergeben ihren Hästrägern Nummern, damit alle identifizierbar sind.
Hexen wickeln Jugendliche in Klarsichtfolie. Sie bemalen die Gesichter der Zuschauer. Kinder freuen sich über Süßigkeiten. "Hexenalarm", strahlt ein Junge am Straßenrand. Ausgelassen feiern 900 Umzugsteilnehmer beim einzigen Nachtumzug der Region, den die Mühlenhexen im Ilsfelder Teilort Auenstein ausrichten.
Nachtumzüge haben besonderen Flair
Das Treiben im Dunkeln hat seinen Reiz. Neonfarben leuchten einige Masken, Gugge-Musiker hängen sich Lämpchen an die Instrumente. "Die Lichter und die Stimmung sind gut", beschreibt Sabrina Hartwich das Besondere an Nachtumzügen. "Es ist einfach viel schöner als ein Tagumzug", sagt die Hästrägerin, die zu den Freien Narren Zell am Neckar gehört.
Über die Sicherheit bei Umzügen und dem Verhalten der Zuschauer gegenüber wird in den Vereinen immer wieder gesprochen. Nachtumzüge stehen dabei besonders im Fokus, seit vor zwei Jahren in Eppingen eine Frau von Verkleideten über einen Kessel mit heißem Wasser gehalten wurde. Ihre Beine gerieten ins Wasser, sie zog sich schwere Verletzungen zu.
Im Verein werde auf die Verantwortung hingewiesen, sagt Sabrina Hartwich. Zu ihrem Häs gehört eine Nummer, jeder ist zu identifizieren. Darauf werde auch bei der jährlichen Häskontrolle geschaut. Ohne Nummer dürfe niemand mitlaufen.
In Ilsfeld dürfen keine Kessel mit heißem Wasser mitgenommen werden
Eppingen wirkt nach. "Bei einem Vorabgespräch zwischen dem Veranstalter und der Gemeinde wurde festgelegt, dass keine Kessel mit heißem Wasser benutzt werden dürfen", betont Linda Frank, Rathausmitarbeiterin im Sachgebiet Sicherheit und Ordnung. "Nach dem Unfall in Eppingen verzichtet der Veranstalter darauf." Allerdings: Nicht jeder Verein schickt seine Hästräger mit Nummern los. Die Hexenzunft Eppingen verzichtet darauf.
"Wir haben noch nie Nummern gebraucht", sagt Zunftmeister Bernd Henke. Er bedauert es sehr, dass es seit des Vorfalls keinen Nachtumzug mehr in seiner Heimatstadt gibt. Zugleich wundert er sich, wie andernorts mit dem Thema Sicherheit umgegangen wird: Er sah kürzlich einen Umzug, bei dem eine Gruppe mit offenem Feuer dabei war.
Untergruppenbacher Verein hofft darauf, wieder einen eigenen Umzug zu organisieren
"Wir sind doppelt registriert", sagt Myriam Schmidt von den Schozachtalnarren aus Untergruppenbach. Eine Nummer befindet sich am Häs, eine an der Maske. Der Verein ist klein und kann deshalb keinen eigenen Umzug mehr ausrichten - derzeit, sagen Myriam Schmidt und Vereinskollege Nico Maier. Im kommenden Jahr feiert der Verein sein 20-jähriges Bestehen, das wäre ein schöner Anlass, wieder etwas auf die Beine zu stellen. "Vielleicht mit Ilsfelder Hilfe."
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