HNV erhöht erneut Preise für Bus und Bahn

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Die Preise für Bus- und Bahntickets im HNV steigen im Juni erneut kräftig. Wer das neue 49-Euro-Ticket nutzt, der ist davon nicht betroffen.

Bus am Heilbronner Hauptbahnhof: Der HNV erhöht seine Preise, den Nutzern des neuen 49-Euro-Tickets dürfte das egal sein.
Foto: Archiv/Berger
Bus am Heilbronner Hauptbahnhof: Der HNV erhöht seine Preise, den Nutzern des neuen 49-Euro-Tickets dürfte das egal sein. Foto: Archiv/Berger  Foto: Berger

Erst zum Jahresanfang hat der Tarifverbund Heilbronner-Hohenloher-Haller Nahverkehr (HNV) die Preise außergewöhnlich kräftig um 6,9 Prozent angehoben. Jetzt kommen im Juni noch einmal 4,4 Prozent obendrauf. Viele Kunden, die ab Mai auf das neue 49-Euro-Ticket umsteigen, können das gelassen sehen.

Schon im Januar gab es eine Tariferhöhung

Vor allem mit steigenden Energiepreisen hatte der HNV die Preisanhebung Anfang des Jahres begründet. Schon damals war klar: Die Tickets müssten eigentlich um einen zweistelligen Prozentsatz teurer werden, um die Kostenspirale auszugleichen. Von mehr als elf Prozent, die nötig wären, war damals die Rede.

Stadt und Kreise schießen zusätzliches Geld zu

"Aber die Aufgabenträger sind eingesprungen", erklärt HNV-Geschäftsführer Gerhard Gross. Ein solch satter Preissprung wäre den Kunden nicht zu vermitteln gewesen. Also erklärten sich die Stadt Heilbronn sowie die beteiligten Landkreise bereit, den Preissprung im einstelligen Bereich zu halten und verpflichteten sich, über ein Jahr bis zu zwei Millionen Euro zuzuschießen. Ganz so viel werden sie nicht abschreiben müssen, wenn die Tickets nun nach nur fünfeinhalb Monaten erneut teurer werden.

Zehn bis 30 Cent mehr bei Einzeltickets

Bei Einzelfahrscheinen müssen Kunden künftig zehn bis 30 Cent mehr bezahlen. Bei Tageskarten sind es 20 bis 60 Cent mehr. Auch die Zeitkarten werden in ähnlichem Umfang teurer. Das Franken-Ticket, eine persönliche Jahresnetzkarte für den HNV knackt erstmals die Marke von 100 Euro. Nur: Kaum jemand dürfte in Zukunft noch das Frankenticket kaufen.


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Das 49-Euro-Ticket, das es von Mai an zu kaufen gibt, kostet weniger als die Hälfte und bietet wesentlich mehr. Es ist bundesweit im Nahverkehr gültig. "Die Tariferhöhung", sagt HNV-Chef Gross, "trifft vor allem Gelegenheitsfahrer."

Mindereinnahmen durch 49-Euro-Ticket

Aber noch aus einem anderen Grund ist die Tariferhöhung für den Verbund von Bedeutung. Das Tarifgefüge bildet die Basis, um die Mindereinnahmen zu berechnen, die durch das 49-Euro-Ticket anfallen. Der HNV erwartet, dass dadurch rund zehn Millionen Euro jährlich weniger in die Kassen des Verbunds fließen. Ausgeglichen wird das von Bund und Land. Sie haben sich bereit erklärt, das neue Günstig-Angebot im ersten Jahr mit drei Milliarden Euro zu finanzieren und auch darüber hinausgehende Kosten auszugleichen. Was ab 2024 wird, ist allerdings offen. Deshalb fürchten Beobachter, das 49-Euro-Ticket könnte schon zum Jahresanfang wieder teurer werden.

Jedenfalls sind die Verbünde bestrebt, das Geld aus dem Vertrieb des 49-Euro-Tickets erst einmal in der eigenen Tasche zu behalten. Der Vertrieb des Tickets für den Start im Mai über die SWHN-App der Stadtwerke Heilbronn wurde nach kurzer Unterbrechung wieder aufgenommen.


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