Schlägerei in Landshut: Anzeige gegen Falken-Fans
Heilbronn - Vor dem Eishockey-Spiel der Heilbronner Falken in Landshut kam es zu einem folgenschweren Zwischenfall. Mehrere Fans des Heilbronner Zweitligisten sollen auf einen Autofahrer aus München eingeschlagen haben.

Eishockey - Das Verhalten der Fans bleibt ein Dauerthema in der zweiten Eishockey-Liga. Nun haben Heilbronner Anhänger für negative Schlagzeilen gesorgt. Grund ist ein Vorfall am vergangenen Sonntag beim Auswärtsspiel in Landshut. Laut Polizeibericht sei kurz vor Spielbeginn ein 31-jähriger Münchner von mehreren Falken-Fans zusammengeschlagen worden und habe dabei schwere Gesichtsverletzungen erlitten.
Zwei Festnahmen
Gegen 17.45 Uhr war der Mann nach Polizeiangaben in seinem Auto in der Nähe des Stadions unterwegs gewesen. Eine Fangruppe sei ihm auf der Fahrbahn entgegen gekommen, weswegen der Autofahrer die Hupe betätigt habe. Daraufhin sollen die Fans aufs Dach und die Motorhaube des Autos eingeschlagen haben. Als der Fahrer ausstieg, sei er von drei Personen zusammengeschlagen worden und musste anschließend im Krankenhaus behandelt werden.
Zwei der potenziellen Schläger, ein 19-Jähriger und ein 24-Jähriger, wurden von der Polizei vorläufig festgenommen und wegen gefährlicher Körperverletzung angezeigt. "Ein dritter Mann ist noch flüchtig", sagte der Landshuter Polizeisprecher Stefan Scheibenzuber auf Nachfrage der Hohenloher Zeitung. "Das Opfer wird sich zur weiteren Behandlung in eine Spezialklinik begeben müssen", sagte Scheibenzuber weiter.
Anonymer Augenzeuge
Ein Augenzeuge, der anonym bleiben möchte, schildert den Vorfall anders. Der Autofahrer sei dicht und mit hoher Geschwindigkeit an der Fangruppe vorbeigefahren. Um ihn darauf aufmerksam zu machen, hätten einige gegen das Auto geklopft und gefragt, "ob er noch ganz sauber" sei.
Der Fahrer habe angehalten, sei ausgestiegen und mit geballter Faust auf einen Fan losgestürmt. Der habe schneller reagiert und sei dem Schlag zuvorgekommen. Der Autofahrer sei rückwärts in die Gruppe gestürzt, die ihn aufgefangen habe. Da der Autofahrer stark blutende Wunden oberhalb des Auges und an der Lippe hatte, geht der Augenzeuge davon aus, dass es weitere Schläge gegeben haben muss. "Die ganze Schlägerei hat aber keine zehn Sekunden gedauert und es waren nur ein Fan und der Autofahrer beteiligt", sagt der Augenzeuge.
Falken-Manager Ernst Rupp, der gestern in München weilte, war über den Vorfall noch nicht informiert. "Wenn etwas Unrechtes passiert ist, dann werde ich mit Stadionverboten reagieren. Was anderes kann ich nicht tun", erklärte er.
Stimme.de