Obduktion: Trockene Lunge ist typisch beim Tod durch Ertrinken
Heilbronn/Freiburg - Der Tod eines 17-jährigen Jungen nach einem Badeunfall im Heilbronner Freibad Neckarhalde wirft weiter Fragen auf. Ein Rechtsmediziner erklärt die Vorgänge in den Atmungsorganen.
Heilbronn/Freiburg - Der Tod eines 17-jährigen Jungen nach einem Badeunfall im Heilbronner Freibad Neckarhalde wirft weiter Fragen auf (wir berichteten). Tod durch Ersticken, aber kein Wasser in der Lunge, gab die Polizei als Ergebnis der Obduktion bekannt. Ein Ertrinken könne „nicht ausgeschlossen werden“, hieß es in der Pressemitteilung.
Medizinische Laien wundern sich. Wie kann es sein, dass jemand ertrinkt und kein Wasser in der Lunge hat?
Dieser Aspekt ist für Rechtsmediziner Professor Michael Bohnert ganz und gar nicht außergewöhnlich. Ertrinken sei eine Form des Erstickens, sagt der Leitende Oberarzt im Institut für Rechtsmedizin der Universität Freiburg. Und bei einem klassischen Ertrinkungstod sei die Lunge trocken.
Ein Verunglückter könne Wasser einatmen. Es komme in den Lungenbläschen an, werde dann aber in den Blutkreislauf aufgenommen und wegtransportiert. „Eine trockene, aufgeblähte Lunge ist der typische Befund beim Tod durch Ertrinken“, erklärt Bohnert. Die Vorstellung, es müsse in solch einem Fall immer Wasser in der Lunge sein, „ist falsch“.
Der Schüler war am vergangenen Donnerstag im drei Meter tiefen Sprungbecken am Beckengrund entdeckt worden. Ein Bademeister zog ihn an Land, wo er minutenlang reanimiert wurde. Kurze Zeit später starb er im Krankenhaus. cf
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