Acht Black-Jackets-Mitglieder sitzen in U-Haft

   | 
Lesezeit  3 Min
Erfolgreich kopiert!

Heilbronn - Acht Mitglieder der Gruppierung Black Jackets sitzen in Haft, insgesamt ermittelt die Heilbronner Kripo derzeit noch gegen 26 Personen. Die Vorwürfe lauten: Raubüberfälle, Wohnungseinbrüche, Rauschgifthandel, Landfriedensbruch, Körperverletzungen und Freiheitsberaubung.

Von Adrian Hoffmann und lsw


 

Heilbronn - Nächste Erfolgsmeldung für die Heilbronner Kriminalpolizei: Nach monatelangen Ermittlungen ist den Beamten ein großer Schlag gegen die Gruppierung Black Jackets gelungen. Fünf Mitglieder der Gruppe, unter anderem die Führungsebene, sitzen nach Hausdurchsuchungen und Festnahmen am Mittwoch in Haft, wie die Polizei am Freitagmittag mitteilte. Drei weitere junge Männer sind bereits seit Februar in U-Haft.

Bereits am Mittwoch, 23. Mai, startete die Kriminalpolizei mit Unterstützung von Beamten der Bereitschaftspolizei eine Großaktion. Knapp 50 Beamte durchsuchten zehn Wohnungen und nahmen acht Personen vorläufig fest, darunter den 36-jährigen Präsidenten der Black Jackets Heilbronn und den 20-jährigen Vizepräsidenten.

Kokain und Dealergeld gefunden

Bei mehreren Hausdurchsuchungen stellte die Polizei bei Mitgliedern der Black Jackets Waffen und Betäubungsmittel sicher. Foto: Hoffmann
Bei mehreren Hausdurchsuchungen stellte die Polizei bei Mitgliedern der Black Jackets Waffen und Betäubungsmittel sicher. Foto: Hoffmann
Bei den Wohnungsdurchsuchungen fanden die Beamten knapp 80 Gramm Kokain und 1.200 Euro mutmaßliches Dealergeld. Bei der Durchsuchung von zwei weiteren Wohnungen am Donnerstag konnten geringe Mengen Marihuana und rund 4.000 Euro sichergestellt werden.

Derzeit wirft die Staatsanwaltschaft Mitgliedern der Gruppe über 20 Delikte vor. Da die Ermittlungen noch andauern, kann sich diese Zahl durchaus noch erhöhen. Bei den Delikten handelt es sich um Raubüberfälle, Wohnungseinbrüche, Rauschgifthandel, Landfriedensbruch, Körperverletzungen und Freiheitsberaubung.

Ermittlungen seit Februar

Bereits seit Anfang Februar verfolgt eine Ermittlungsgruppe die Black Jackets.Schon vor dem Beginn der Ermittlungen lagen Informationen vor, dass Mitglieder der Gruppierung Straftaten in vielen Bereichen verüben sollen. Dieser Verdacht erhärtete sich rasch.

 




Mitte Februar wurde ein Mitglied der Black Jackets nach einem Raub in Neckarsulm-Amorbach festgenommen, Ende März ein weiterer wegen des Handels mit Betäubungsmitteln. Gleichzeitig nahm die Polizei auch die zwei Lieferanten des Rauschgiftes fest, die nicht zur Gruppierung gehören.

Damals beschlagnahmten die Beamten 3,5 Kilogramm Marihuana, 200 Gramm Kokain, ein Kilogramm Amphetamin, eine scharfe Schusswaffe und 17.000 Euro mutmaßliches Dealergeld.

Versteck der Black Jackets ausgehoben

Nur wenige Tage später wurde ein weiteres Black Jacket-Mitglied festgenommen. Bei ihm fanden die Beamten 80 Gramm Kokain und ein Einhandmesser. Gegen alle fünf wurden auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heilbronn Haftbefehle erlassen, die bis heute Bestand haben.

Bald konnte die EG einzelnen Personen dieser Gruppierung bestimmte Straftaten zuordnen. Unter anderem auch, weil in einem Versteck Masken, eine Waffe, Handschuhe und eine Jacke, alles Tatmittel bei Überfällen, aufgefunden wurden, die die Ermittler aus den Aufnahmen einer Überwachungskamera kannten.

Überfall auf Tankstelle in Schwaigern

Vier Black Jackets Mitglieder stehen im dringenden Verdacht, am 3. November 2011 eine Tankstelle in Schwaigern und eine in Heilbronn überfallen zu haben. Mit dem erbeuteten Geld, davon geht die Polizei momentan aus, machten zwei der Tatverdächtigen eine Rauschgift-Beschaffungsfahrt. Sie wurden bei Montabaur von der Polizei kontrolliert und festgenommen.

Inzwischen wird gegen 26 Mitglieder der Black Jackets, die vorwiegend im Alter zwischen 18 und 23 Jahren sind, ermittelt. Es handelt sich um junge Männer aus dem Stadt- und Landkreis Heilbronn.

 


 

Großeinsätze im Laufe der Woche

Bereits Donnerstagmorgen sind mutmaßlich kriminelle Mitglieder der Black Jackets Heilbronner Amtsgericht dem Haftrichter vorgeführt worden. Die Polizei traf dabei verstärkte Sicherheitsvorkehrungen rund um das Gelände des Amtsgerichts. Gegen 9 Uhr wurden die Festgenommenen vorgefahren und durch den Hintereingang des Gerichts zum Richter gebracht.

Ein Augenzeuge hatte am frühen Mittwochmorgen in der Sülmerstraße die Festnahmen der Black-Jackets-Anführer mit seinem Smartphone dokumentiert. Die Polizisten, von denen die meisten Sturmhauben trugen, hatten die Tür zur betreffenden Wohnung aufgerammt. Wenige Minuten nach dem Zugriff habe die Polizei die Männer in Handschellen abgeführt, berichtet der Augenzeuge.

Gewaltbereitschaft

Die Black Jackets sind eine Bande von Jugendlichen und Erwachsenen, die nach Einschätzung von Sicherheitsbehörden ähnlich wie eine Rockergruppe organisiert und für ihre hohe Gewaltbereitschaft bekannt ist. Die Gruppierung sorgt immer wieder für Aufsehen. Oft geht es um Rauschgiftdelikte, räuberische Erpressungen, schwere Körperverletzungen oder den Besitz von illegalen Waffen. Erst Ende 2011 wurden in Heidelberg Mitglieder zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt − wegen Handels mit Kokain und anderen Drogen. Im Januar 2009 wurden in Stuttgart mehrere Mitglieder wegen schwerer Körperverletzungen verurteilt. Dies sind nur wenige Beispiele in einer langen Liste.

Dass Black Jackets auch in Heilbronn aktiv sind, ist der Polizei seit längerem bekannt. Black Jackets bedeutet "Schwarze Jacken", nach eigenen Angaben haben sie weltweit rund 5000 Mitglieder.

 

Nach oben  Nach oben