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Bad Rappenau
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Gleitschirmflieger stürzt bei Bad Rappenau in Baum

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Bei Bad Rappenau hängt ein 63-Jähriger am Freitagnachmittag drei Stunden im Geäst. Höhenretter aus Stuttgart befreien den Mann. Der bleibt unverletzt. Die Rettungsaktion verläuft reibungslos.

Von Jürgen Kümmerle
Höhenretter Florian Krattenmacher (links) von der Stuttgarter Berufsfeuerwehr arbeitet sich in etwa 20 Metern Höhe zu dem 63 Jahre alten Mann vor, der in der Nähe des Startplatzes verunglückt.
Fotos: Jürgen Kümmerle
Höhenretter Florian Krattenmacher (links) von der Stuttgarter Berufsfeuerwehr arbeitet sich in etwa 20 Metern Höhe zu dem 63 Jahre alten Mann vor, der in der Nähe des Startplatzes verunglückt. Fotos: Jürgen Kümmerle  Foto: Kümmerle, Jürgen

Ein 63 Jahre alter Mann ist am Freitagmittag mit einem Gleitschirm abgestürzt und in einem Baum hängen geblieben. Die Unfallstelle befindet sich nahe des Startplatzes. Die Feuerwehr hält es für möglich, dass Abwind das Fluggerät ins Trudeln brachte und abstürzen ließ.

Der 63-Jährige bleibt unverletzt, obwohl er etwa drei Stunden in der Baumkrone ausharrt. "Mir geht's gut. Besser als dort oben", sagt er, nachdem er wieder festen Boden unter den Füßen hat.

Die Absturzstelle liegt in einem unbefestigten und unerschlossenen Waldstreifen. Der Gleitschirm befindet sich in den Wipfeln des morschen Baumes. Wenige Meter darunter hängt der 63-Jährige waagerecht an den Seilen des Schirms. "Der Mann ist ohne gesundheitliche Probleme. Wäre er verletzt, gingen wir hoch", sagt Jürgen Seel, Abteilungskommandant der Freiwilligen Feuerwehr Bad Rappenau. "So wie er im Baum hängt, ist er ist in einer sicheren Lage."

Mann droht ein Hängetrauma

Die Höhenretter der Berufsfeuerwehr Stuttgart sind auf der Anfahrt. Immer wieder blicken Rappenaus Feuerwehrleute und Rettungssanitäter nach oben. Bei einer ungünstigen Position könne ein Hängetrauma eintreten, erklärt Seel. "Das ist nach 20 Minuten lebensbedrohlich."

 

Dann treffen die Höhenretter aus Stuttgart ein. Mit einer Schleuder katapultiert einer der Männer das Seil über die Baumkrone. Gesichert an den Strängen, klettert Höhenretter Florian Krattenmacher den Stamm hinauf. Als er den Verunglückten erreicht, hangelt er sich zu ihm hinüber, sichert ihn und kappt die Schnüre des Gleitschirms. Ein kurzer Ruck - der Gleitschirmflieger hängt in den Rettungsseilen.

Für diese Art von Rettung gut ausgebildet

Florian Krattenmacher bereitet die Rettungsaktion keine Schwierigkeiten.
Florian Krattenmacher bereitet die Rettungsaktion keine Schwierigkeiten.  Foto: Kümmerle, Jürgen

Zwei Seile, am Boden um zwei Baumstämme gespannt, sichern die beiden Männer. Langsam, Meter für Meter lassen die Feuerwehrleute die zwei ab. Nach wenigen Minuten landen sie am Boden. Rettungssanitäter kümmern sich um den 63-Jährigen.

"Diese Baumrettung war keine Schwierigkeit", sagt Krattenmacher. Kritisch werde es in solchen Fällen immer dann, wenn die Retter in die Nähe der Verunglückten kommen. "Die wollen weg." Dabei sei es zunächst wichtig, die Person mit Seilen zu sichern. "Wir sind für so eine Rettung top ausgebildet worden. Das sind Szenarien, die wir kennen", sagt Krattenmachers Kamerad und Ausbilder Tobias Schneller.

Dieser Einsatz habe reibungslos funktioniert. Bei den Feuerwehren im Stadt- und Landkreis Heilbronn gibt es keine Höhenretter, sagt Jürgen Vogt, Sprecher der Heilbronner Berufsfeuerwehr, vor Ort. Dazu sei mehr Personal notwendig.

Die Feuerwehren aus Bad Rappenau und Stuttgart sind mit 30 Kräften und neun Fahrzeugen am Einsatz beteiligt.

 
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