Gesperrte Straßen: Hochwasser erreicht Scheitelpunkt
Die Brückenstraße zwischen Neckarsulm und dem Teilort Obereisesheim ist aktuell gesperrt. Auf anderen ufernahen Straßen und Radwegen steht ebenfalls das Wasser. Inzwischen fallen die Pegelstände der Flüsse langsam wieder ab.
Nach dem Regen und Tauwetter der vergangenen Tage fallen die Pegelstände der Flüsse im Südwesten wieder langsam ab. Weil es nicht mehr regne, sei die Lage gut abzuschätzen, sagte ein Sprecher der Hochwasservorhersagezentrale (HVZ) Baden-Württemberg am Dienstag. Die Lage sei „insgesamt überschaubar“.
Einzig die Pegelstände des Oberrheins und der Donau stiegen weiter. Der Wasserstand des Rheins bei Maxau (Karlsruhe) wird laut Vorhersage in der Nacht zum Mittwoch auf bis zu 8,6 Meter steigen. Das entspräche einem kleinen bis mittlerem Hochwasser. Auf der Donau erwarteten die Experten ein kleines Hochwasser.
Straßen entlang des Neckars gesperrt
Seit Montagnacht ist die Brückenstraße (L1101) in Neckarsulm in Richtung Obereisesheim gesperrt. Grund hierfür ist das Hochwasser des Neckars. Am Dienstagmorgen ist es aufgrund der Sperrung zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen auf den Ausweichstraßen gekommen. Laut Polizei ist noch nicht bekannt, wann die Sperrung der Brückenstraße aufgehoben wird.
Sebastian Häberlen hat vorgesorgt. Der Geschäftsführer vom Restaurant Happy Match hat die halbe Nacht Sandsäcke gestapelt. „Anhand der Online-Pegelstände hab‘ ich gesehen, dass das Hochwasser kommt.“ Mittlerweile hat das Wasser die Neckarauen zwischen Neckarsulm und Untereisesheim stellenweise überflutet. Kleinere Seeen haben sich gebildet. Der Parkplatz der Firma Kolbenschmidt steht unter Wasser.
Schifffahrt weiterhin eingestellt

Die Schifffahrt auf dem Oberrhein sowie dem Neckar zwischen Heilbronn und Mannheim ist weiter eingestellt. Einen Zeitpunkt, wann sie wieder freigegeben wird, konnte die Behörde noch nicht mitteilen. Dies werde aber spätestens am Freitag der Fall sein.
Am Dienstag wurde im französischen Erstein unterdessen ein sogenannter Polder geöffnet, der 7,8 Millionen Liter Wasser fassen kann. Polder sind bestimmte Bereiche, die bewusst geflutet werden, um das Hochwasser auf dem Rhein zu reduzieren. Bereits am Montag war das bei Fußgängern und Freizeitsportlern beliebte Gebiet evakuiert worden. Es darf vorerst nicht mehr betreten werden.
Das viele Wasser weichte mancherorts auch den Boden auf. Bei Schramberg (Kreis Rottweil) und Fischingen (Kreis Lörrach) kam es etwa zu kleineren Erdrutschen, die Straßen verschütteten.
Am Mittwoch rekordverdächtig mild
Zur Wochenmitte sorgt eine westliche Strömung im Südwesten für mildere Temperaturen. Am Mittwoch soll die Wolkendecke stärker auflockern, so dass sich die Sonne zeitweise blicken lässt, wie ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sagte. Im Breisgau könnte es bis zu 17 Grad warm werden. In der Region Heilbronn soll es rund drei Grad kühler bleiben. „Im Durchschnitt ist der Januar in Stuttgart bislang rund fünf Grad zu warm“, sagte der Experte.
In der Nacht zum Donnerstag kann sich am Bodensee und an der Donau aber Nebel bilden. Zum Donnerstag könnte es auch wieder etwas windiger werden: Auf den Schwarzwaldgipfeln muss nach DWD-Angaben mit stürmischen Böen oder Sturmböen gerechnet werden. Sonst bleibt es im Rest des Landes meist trocken.
Kommentare öffnen

Stimme.de
Kommentare