Stimme+
Gebäudeenergiegesetz

Heizungstausch: Vorsicht bei "Rundum-Sorglos-Paketen"

   | 
Lesezeit  1 Min
Erfolgreich kopiert!

Für Hauseigentümer eignet sich Mietkauf oder Leasing nur bedingt. Angebote für Wärmelieferung sollten genau geprüft werden, denn teilweise drohen große Preissprünge.

Die Verunsicherung unter Hausbesitzern ist groß: Jetzt noch schnell die Heizung tauschen oder lieber warten? Laut Gebäudeenergiegesetz müssen ab 2024 bei einem Heizungstausch klimafreundlichere Geräte eingebaut werden. De facto bedeutet das für die mit Erdgas oder Öl betriebene Heizung das Aus.

Es gibt Übergangszeiten

Eine bestehende Heizanlage mit fossilen Brennstoffen darf noch bis 2044 weiter betrieben werden. Es besteht für Bestandsgebäude also keine Eile, die Wärmeerzeugung sofort zu erneuern. Daher bietet sich an, verschiedene Modelle zu prüfen. Auch im Privat-Bereich gibt es Angebote für Mietkauf oder Leasing, die unter dem Fachbegriff "Contracting" firmieren. Ein Dienstleister − auch Contractor genannt − schließt einen Wärmeliefervertrag mit einem Immobilienbesitzer ab und bindet diesen über einen längeren Zeitraum fest an sich.

 


Mehr zum Thema


24-Stunden-Service

Der Contractor ist für den Einbau der Heizung beim Kunden zuständig, kümmert sich um Wartung und Reparaturen und übernimmt teils auch die Kosten für Schornsteinfeger und Versicherung. Hinzu kommt ein 24-Stunden-Service für den Fall von Störungen. Die Kunden zahlen dafür eine monatliche Pauschale, die auch die Finanzierungskosten der Anlage umfasst, sowie die variablen Kosten für den Brennstoff der Heizungsanlage.

Die Angebote können für größere Wohnanlagen mit wechselnden Besitzern oder Mietern durchaus ein sinnvolles Modell sein. Für private Häusle-Besitzer lohnt sich aber ein zweiter Blick, den die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen empfiehlt. Für eine neue Heizung entscheide man sich in der Regel für die kommenden 20 bis 30 Jahre. Auf diese lange Laufzeit gerechnet kämen Immobilienbesitzer häufig günstiger weg, wenn sie ihre neue Heizung selbst modernisieren und dabei Fördermittel nutzen.

Auf seriöse Angebote achten

Wer aber ein Rundum-Sorglos-Paket schätzt, und für den höhere Kosten kein Problem darstellen, kann mit seriösen Contracting-Angeboten gut heizen. Oder es ist genau andersherum: Man kann oder möchte keinen Kredit für eine klimafreundliche Heizanlage aufnehmen, will aber jetzt schon umrüsten und nimmt dafür höhere laufende Kosten in Kauf. Allerdings können diese zum Beispiel beim Bezug von Fernwärme stark schwanken.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben