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Heilbronn

Für Ärzte im Impfzentrum bleiben noch einige Fragen offen

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Am 22. Januar soll es losgehen im Kreisimpfzentrum in Horkheim, aber noch ist vieles unklar. Eine Ärztin möchte mithelfen, aber beklagt, dass es noch eine Menge zu klären gibt.

Am 22. Januar soll es losgehen im Kreisimpfzentrum in Horkheim. Bis dahin ist noch einiges zu klären. Die Stadt, die das KIZ betreibt, lässt sich jetzt auch von Ärztesprecher Dr. Martin Uellner beraten.
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Am 22. Januar soll es losgehen im Kreisimpfzentrum in Horkheim. Bis dahin ist noch einiges zu klären. Die Stadt, die das KIZ betreibt, lässt sich jetzt auch von Ärztesprecher Dr. Martin Uellner beraten. Foto: dpa  Foto: Sven Hoppe

Iris Maurer (Name von der Redaktion geändert) ist genervt. Als Ärztin möchte sie mithelfen beim Kreisärztezentrum (KIZ) in Heilbronn-Horkheim. Doch der Weg dorthin ist mühsam. "Mir fehlt die Klärung von Zuständigkeiten", sagt sie.

Details hätten vor Wochen geklärt werden können

Sie verstehe, dass der Prozess aufwendig sei für Kommunen. Aber: "Details wie Organisation, ärztliche Leitung oder Bezahlung hätte man längst klären können." Eine Sprecherin der Stadt weist darauf hin, dass "die Inbetriebnahme des KIZ eine enorme logistische Herausforderung" sei. Generelle Abspracheprobleme gebe es nicht.

Im Dezember hatten Landesärztekammer und Kassenärztliche Vereinigung (KV) Ärzte aufgerufen, sich für die Arbeit in den Impfzentren zu melden. "Das habe ich gemacht, aber es gab lang keine Rückmeldung," so Iris Maurer. Zusätzlich forderte die Stadt Heilbronn als Betreiberin des KIZ kurz vor Weihnachten dazu auf. Die Liste der Mediziner, die KV und Landesärztekammer erstellten, liegt der Stadt seit wenigen Tagen vor.

Am 12. oder 13. Januar hätte es eine Informationsveranstaltung für die Ärzte geben sollen, hat Iris Maurer erfahren, als sie nachhakte. Die Heilbronner Marketing Gesellschaft, die das organisieren sollte, habe davon aber nichts gewusst. Weil der Impfstart im KIZ mangels Impfdosen auf 22. Januar verschoben ist, soll auch die Infoveranstaltung "in der Woche vorher" stattfinden, habe es auf telefonische Nachfrage geheißen. Wann genau, sei noch offen. Die Stadt verweist gegenüber der Presse lediglich darauf, dass es für die Ärzte "eine gründliche Einweisung in die Aufgaben und die Arbeit geben wird".

"Engagement braucht Vorlauf" 

So viel steht fest: Iris Maurers Einsatztermine im KIZ am 15. und 16. Januar fallen weg. Aber ob auch der Termin mit dem mobilen Impfteam hinfällig ist? Das kann ihr niemand sagen. "Ist den Verantwortlichen klar, dass das Engagement der Ärzte auch einen gewissen Vorlauf braucht?" Wer in einer Klinik arbeite, sei an Dienstpläne gebunden. Niedergelassenen Ärzten könnte das Hickhack zu dumm werden.

Gern wüsste sie, wer im KIZ für die Durchführung der Impfung haftet, denn die Mediziner beaufsichtigen das Impfteam vor Ort. "Das bedeutet für mich als Ärztin eine erhebliche Unsicherheit." Auch eine Infoveranstaltung mache keinen Sinn, so lange kein ärztlicher Leiter feststehe, der Fragen beantworten könne, etwa nach der medizinischen Ausstattung für Notfälle. Von den Antworten, die sie sich erhofft, hängt es ab, ob sie im KIZ arbeiten wird.

Heilbronn stimmt sich mit dem Sozialministerium ab

Heilbronn befürwortet die Bestellung eines ärztlichen Leiters und eines medizinischen Koordinators pro Schicht und ist dazu mit dem Sozialministerium noch in der Abstimmung, heißt es seitens der Stadt. Auch mit der Kreisärzteschaft sei man im Gespräch.

Das bestätigt der Heilbronner Ärztesprecher Dr. Martin Uellner. "Ich bin zuversichtlich, dass sich für die Schichtleitung immer jemand findet. Das kann jeder Hausarzt sein." Als von der KV benannter Pandemiebeauftragter für Stadt- und Landkreis Heilbronn könne er sich auch vorstellen, selbst als ärztlicher Leiter zu fungieren, falls nötig.

Ärztesprecher sorgt sich nicht um zu wenig Personal

Sorge um Personalknappheit hat er nicht. Über die KV hätten sich 5000 Ärzte gemeldet - für 50 Impfzentren. "Das Personal ist da. Ich bin zuversichtlich, dass wir den Bedarf gut abdecken. Wir haben nur zu wenig Impfstoff." Seine Prognose: "Bis Ende März ist nicht absehbar, dass die Zentren voll ausgelastet sind." Als Mediziner, der täglich mit Corona-Patienten zu tun hat, hat er seine erste Dosis erhalten. "Ich empfehle es jedem. Der Impfstoff ist sicher."

Ob die Ärzte, die sich fürs KIZ gemeldet haben, dort arbeiten dürfen, ist zumindest im Fall von Iris Maurer noch unklar. Mitte Dezember hatte sie einen Antrag auf Nebenerwerbstätigkeit gestellt, ohne Rückmeldung der Personalabteilung. Ihre Befürchtung: "Wir haben Personalnotstand, weil immer mehr Ärzte in Quarantäne sind. Der Pool von Leuten, die einspringen können, schrumpft." 

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