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Bad Rappenau

Führung im Bikini-Art-Museum: Der Kampf um jeden Zentimeter Haut

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20 Stimme-Leser haben am Freitagnachmittag eine Führung durch die Geschichte der Bademode im Bikini-Art-Museum in Bad Rappenau bekommen. Dabei haben sie viel über starke Frauen, Bademode-Skandale und den Erfinder des Bikinis, Louis Réard, erfahren.

von Annika Heffter
Der Goldene Réard, wie hier im Film zur Geschichte des Bikinis zu sehen, ist der wertvollste Bikini der Welt und ist im Bikini-Art-Museum ausgestellt.
Foto: Annika Heffter
Der Goldene Réard, wie hier im Film zur Geschichte des Bikinis zu sehen, ist der wertvollste Bikini der Welt und ist im Bikini-Art-Museum ausgestellt. Foto: Annika Heffter  Foto: Heffter, Annika

Einen Song bekommt man nach der Führung durch das Bikini-Art-Museum in Bad Rappenau so schnell nicht mehr aus dem Kopf: Itsy Bitsy Teenie Weenie Yellow Polkadot Bikini! Die Truppe aus 20 Stimme-Lesern, die hier am Freitagnachmittag zusammengekommen ist, ist aber auch ohne Musik sehr gut drauf. Zusammen mit Museumsguide Ira Barber unternehmen sie eine Reise durch die komplette Geschichte der Bademode im weltweit einzigen Museum, das sich dem Thema widmet.

Früher mussten Frauen Wollkleider mit eingenähten Gewichten tragen

Los geht es mit der Vor-Bikini-Zeit, in der die Badevorschrift für Frauen noch schwere Wollkleider vorsah. "Unser ältestes Modell stammt aus dem Jahr 1870", sagt Ira Barber. Das Teil an sich sei schon mehrere Kilo schwer, und noch dazu seien Gewichte in den Rock eingenäht worden, damit auch nichts verrutscht. Darin zu schwimmen habe für Frauen große Gefahr bedeutet, unterzugehen. "Das mit den Gewichten ist ja unglaublich", entfährt es manchen Lesern.


Von starken Frauen und dem Streit um jeden Zentimeter Haut

Vor allem über den Schwimmsport, so Barber, sei die Emanzipation dann vorangeschritten. Allgemein widmen sich viele Teile des Museums starken Frauen, Skandalen, dem Streit um jeden Zentimeter Haut. Zum Beispiel steht da die Geschichte von Gertrude Ederle, der ersten Frau, die den Ärmelkanal durchschwommen hat. "Sie hat mit wenig Stoff gearbeitet und sich mit Mineralölen und Schmalz eingerieben. Dadurch war sie zwei Stunden schneller durch den Kanal als jeder Mann vor ihr", sagt Barber.

Ein ehrfürchtiges Raunen geht durch die Menge. "Was Schmalz alles ausmachen kann", sagen manche schmunzelnd. "Das hat sicher auch gegen die Kälte geholfen", weiß eine andere Leserin.

Wertvollster Bikini der Welt ist im Museum zu sehen

Im Laufe der Emanzipationsgeschichte kommen nun auch immer knappere Bikini-Modelle zum Vorschein. Waltraud Künzel steht vor einer Reihe String-Bikinis und lacht: "So einer hat sich bei der schwäbischen Hausfrau nicht durchgesetzt, da kann man keinen Putzlappen draus machen", scherzt sie.

Neben der Geschichte der Bademode sind in dem Museum zahlreiche Stücke des Erfinders des Bikinis, Louis Réard, zu sehen. Darunter auch der wertvollste Bikini der Welt: Der Goldene Réard. Die Leser sind sehr angetan von dem Museum: "Das hätte man gar nicht gedacht, wie viel Stoff es zu Bademode gibt", resümiert Margaret Habeck den Besuch. Viele nehmen sich vor, mit Freunden noch einmal zu kommen.

 
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