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Familien nehmen immer öfter Beratung in Anspruch

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Die Fachstelle für Familienberatung im Landratsamt verzeichnet steigende Fallzahlen. Die niederschwelligen Angebote werden vor allem wohnortnah von Betroffenen gerne genutzt.

Immer mehr Familien nehmen Beratung in Anspruch.
Foto: pikselstock/stock.adobe.com
Immer mehr Familien nehmen Beratung in Anspruch. Foto: pikselstock/stock.adobe.com  Foto: pikselstock/stock.adobe.com

Immer mehr Familien nehmen die Beratungsstellen des Landkreises in Anspruch. Bereits vor Corona hat sich dieser Trend abgezeichnet, allerdings rechnen die Verantwortlichen auch gerade wegen des Lockdowns mit einem weiterhin höheren Beratungsbedarf.

Die steigenden Zahlen stehen allerdings nicht zwingend für mehr Konflikte. Ariane Schlicher, Leiterin der Beratungsstelle, geht vielmehr davon aus, dass die Schwelle für eine Inanspruchnahme gesunken ist. "Das finden wir wichtig", betont Schlicher. Die Beratung hat sich durch Corona verändert. Zunächst wurden im März persönliche Begegnungen eingeschränkt, später dann durch Video- und Telefonberatung ersetzt. "Seit September steigen die Anmeldezahlen wieder", erklärt die Verantwortliche. Seit Schulbeginn werde das Angebot verstärkt angenommen. Unter anderem liegen mehr Anfragen von getrennt lebenden Eltern vor, die besonderen Beratungsbedarf haben. Die Familienberatung ist von der Kontaktbeschränkung ausgenommen.

Dezentrale Angebote in den Kommunen

Neben den drei Beratungsstellen im Landkreis gibt es dezentrale Angebote in den Kommunen. Die Familien bevorzugen diese wohnortnahe Beratung. Insgesamt hat die Fachstelle im Vorjahr 859 Fälle beraten, erklärt Ariane Schlicher. Das seien 75 mehr als im Vorjahr und "so viele wie noch nie". Der Anteil der Familien mit Migrationshintergrund lag bei 29 Prozent. Vor allem zwei Themen seien in der Beratung im Fokus: die Belastung durch Familienkonflikte nach Trennungen und Entwicklungsauffälligkeiten. Betroffenen sind Jungen und Mädchen gleichermaßen. Außerdem hat das Landratsamt im vergangenen Jahr 165 Beratungen für Fachkräfte und Präventionsveranstaltungen durchgeführt.

Seit zehn Jahren bietet die Fachstelle außerdem das Projekt KOFFer an, das Netzwerk für frühe Hilfen kümmert sich um junge Familien und werdende Eltern. Auch hier ist der Bedarf gestiegen, 195 Familien wurden 2019 betreut. Im Landkreis sind dafür zwölf Hebammen und Familienkinderkrankenpflerinnen im Einsatz, die die Klienten bei Bedarf auch an andere Beratungsstellen weitervermitteln.

Bedarf ist ungebrochen hoch

Das Angebot habe sich längst etabliert: "Wir bekommen immer mehr Anfragen von jungen Frauen und Familien selbst", sagt Ariane Schlicher. Aber für einen Ausbau fehlten Hebammen: "Unsere Kräfte schaffen nicht mehr." Die präventive Arbeit wird auch während der Pandemie weiter durchgeführt, alle seien durchgehend im Einsatz, erklärt die Leiterin. Der Bedarf für ein niederschwelliges Beratungsangebot sei ungebrochen hoch.

In unserem aktuellen Wochenthema geht es um Kinder und Corona.

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