Einzelhandel fürchtet harte Corona-Einbußen
Die 2G-Regel trifft die Geschäfte in den Innenstädten hart. Der Schaden sei jetzt, mitten im Weihnachtsgeschäft, noch nicht abschätzbar, sagt Kitty Molnar, Centermanagerin der Heilbronner Stadtgalerie. Die Unsicherheit bei den Kunden bleibt hoch.

"Wir haben ein ganz schlechtes DéjàVu", sagt Kitty Molnar mit Blick auf die 2G-Regel, die seit gestern im Stadtkreis Heilbronn gilt. Für die Centermanagerin der Stadtgalerie Heilbronn steht damit fest, dass "wir erneut harte Umsatzeinbußen hinnehmen müssen und das mitten im Weihnachtsgeschäft". Der Schaden sei aber derzeit noch nicht abschätzbar. Abschätzbar sei aber der hohe Aufwand, den die Einzelhändler betreiben müssen.
"Da die neuen Verordnungen meist scheibchenweise durchsickern, wird es immer schwieriger durchzublicken", klagt Molnar. In der Stadtgalerie gibt es zudem ganz unterschiedliche Angebote. Damit gelten auch ganz unterschiedliche Regeln: von der 3G-Regel in Kiosken, über die 3G-Plus-Regel mit PCR-Test beim Friseur, bis zum unbeschränkten Einkauf in den Geschäften der Grundversorgung. "Der Aufwand ist groß und die Verunsicherung bei den Kunden auch", zieht Molnar ein erstes Fazit nach der Verschärfung der Regeln.
Riesige Herausforderung
Den zusätzlichen Aufwand im Einzelhandel beklagt auch Johannes Nölscher. "Es ist eine riesige Herausforderung, gegenüber den Händlern zu kommunizieren, was gilt und wie wir die Regeln im Betrieb umsetzten", betont der Vorstandsvorsitzende der Stadtinitiative Heilbronn. Nölscher, der auch Geschäftsführer der Schuh Kaufmann GmbH ist, sich auch sicher, dass jetzt die Diskussionen an den Geschäftstüren zunehmen werden. "So wie die Unsicherheit bei den Kunden wächst, sinkt die Frequenz in der Innenstadt", sagt Nölscher.
Schlimmer wie 2020
Dabei sei die Lage noch schlimmer wie vor einem Jahr. "Im letzten Jahr mussten wir erst im Dezember in den Lockdown, jetzt ist auch noch das Vorweihnachtsgeschäft voll in Mitleidenschaft gezogen", ärgert sich Nölscher.
Seit Corona wieder die öffentliche Debatte beherrsche, gehe es im Handel bergab, stellt der Eppinger Modehändler Oliver Spiess fest. Der Wechsel zu 2G in weiten Teilen des Handel sei nun ein großer Einschnitt und werde die Branche "enorm treffen", fürchtet er. Die Kunden seien insgesamt stark verunsichert.
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