Ein Kämpfer für die Demokratie
Der CDU-Landtagsabgeordnete Bernhard Lasotta ist im Alter von 49 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. Weggefährten loben seinen großen Einsatz auf verschiedenen politischen Ebenen.

Bernhard Lasotta ist tot. Der geachtete Landtagsabgeordnete, Kommunalpolitiker und Arzt starb in der Nacht auf Samstag im Alter von 49 Jahren. Monatelang hatte er gegen eine schwere Krankheit gekämpft. Diese raubte seiner Familie am Ende unter anderem den Ehemann und den Vater. Bernhard Lasotta hinterlässt zwei Kinder im Teenager-Alter. Das Umfeld des leidenschaftlichen Politikers reagierte tief betroffen. Nächste Woche hätte er seinen 50. Geburtstag gefeiert.
Bernhard Lasottas Handeln orientierte sich am Begriff der Verantwortung. Seiner Familie gegenüber, aber auch gegenüber seiner Heimatstadt Bad Wimpfen, seinem Landkreis Heilbronn, dem Land Baden-Württemberg. Dieses Empfinden spiegelte sich im politischen Leben des CDU-Mannes. Als Stadtrat in Bad Wimpfen, als Kreisrat, als Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Neckarsulm.
Große Verantwortung übernahm der Bad Wimpfener, der so herrlich über seinen NSU Ro 80-Oldtimer schwärmen konnte, auch in seinem bürgerlichen Beruf als Anästhesist bei den Stadt-Landkreis-Kliniken. Vollzeit-Politiker wollte er nie werden. Das hat ihm einen realistischen Blick auf das Leben und die Politik bewahrt.
Sein Glaube gab ihm Kraft
„Demokratie heißt, Verantwortung zu übernehmen“ – entlang dieser Richtschnur erbaute Bernhard Lasotta seine politische Karriere. Vermutlich deshalb waren ihm die politischen Extreme ein Gräuel. Von links, vor allem aber auch von ganz rechts. Die Verantwortung für die Demokratie hat er stets auch als Kampf für die Demokratie verstanden. Dieser Einsatz kostete Kraft, die ihm auch sein starker Glauben gegeben hat – wie oft hat er seinen Gegenübern „Gottes Segen“ gewünscht. Und bei diesen Gegenübern stieß Lasotta auf großen Respekt.
„Wir sind zutiefst bestürzt über den allzu frühen Tod unseres Ehrenkreisvorsitzenden “, sagte der CDU-Kreisvorsitzende Alexander Throm der Heilbronner Stimme. „Unsere Gedanken sind bei seiner Ehefrau und seinen Kindern.“ Bernhard Lasotta sei eine herausragende Persönlichkeit gewesen mit großer Sachkompetenz, Menschlichkeit, Einfühlungsvermögen und einer gefestigten inneren Überzeugung, die auf seinem christlichen Glauben beruhte. „Wir verlieren einen langjährigen Weggefährten und Freund.“
Seine Überzeugungen hat er konsequent vertreten
Bernhard Lasotta habe sich „als Arzt und in der Kommunal- und Landespolitik für die Menschen unseres Landkreises eingesetzt“, sagte Landrat Detlef Piepenburg unserer Redaktion. Als aufrechter Demokrat habe er seine Meinung und Überzeugung konsequent vertreten. Der Kreistag verliere einen wichtigen Mitstreiter, Lasotta hinterlasse eine große Lücke. „Sein viel zu früher Tod macht mich betroffen und traurig.“
„Die Nachricht vom Tod Bernhard Lasottas schockiert. Ich bin tief betroffen und meine Gedanken sind bei seiner Familie“, erklärte Baden-Württembergs Justizminister Guido Wolf. Das Land habe einen hervorragenden Politiker und feinen Menschen verloren. „Bernhard Lasotta wird fehlen als herausragender Rechtspolitiker, als höchst engagierter Streiter für den Justizvollzug und mir persönlich als Freund.“ Viele Verbesserungen im baden-württembergischen Strafvollzug gingen auf seine Ideen zurück.
Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Professor Wolfgang Reinhart, erklärte: „Die Fraktion ist tief erschüttert über den Tod ihres Kollegen. Bei unserer Klausur in Berlin im September 2018 war Bernhard Lasotta noch voller Hoffnung, dass er die schlimme Krankheit besiegen würde.“
Reinhold Gall, SPD-Abgeordneter im Wahlkreis Neckarsulm, sagte der Stimme: „Wir haben uns zwar für unsere politischen Ansichten engagiert, waren aber, wenn es um die Interessen unseres Wahlkreises ging, kollegial und gemeinsam unterwegs.“
Bernhard Lasotta vermochte es, Menschen zu gewinnen
Den Kampf gegen die schwere Krankheit hat Bernhard Lasotta am Freitagabend im Heilbronner Krankenhaus verloren. Im Kampf für die Demokratie hat er aber dauerhafte Spuren hinterlassen. Er vermochte es, Menschen zu gewinnen. Für sich und für die Politik.
Die politischen Ämter von Bernhard Lasotta
Bernhard Lasotta arbeitet ab 2001 im Landtag. Er war 20 Jahre Stadtrat in Bad Wimpfen, seit 2004 Kreisrat. Von 2005 bis 2017 leitete er den CDU-Kreisverband Heilbronn, den er organisatorisch und politisch modernisierte. Von 1999 an arbeitete Lasotta als Assistenzarzt bei den Stadt-Landkreis-Kliniken.
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