Die vier Farben für den Zeitungsdruck
Die Druckbranche arbeitet mit dem sogenannten Vierfarbdruck - auch die Heilbronner Stimme. Doch was versteht man darunter?

Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz - mehr als diese vier Farben braucht es nicht, um die bunten Seiten der Heilbronner Stimme zu drucken. Der sogenannte Vierfarbdruck ist in Fachkreisen auch als Euro- oder ISO-Skala bekannt. "Die Zeitung ist das Ergebnis des Zusammenspiels dieser vier Farben, tausende Schattierungen sind mit diesem Druckverfahren möglich", erklärt Stimme-Mitarbeiter Jürgen Senghaas.
Dabei werden die Farben nicht miteinander gemischt, wie es der eine oder andere vielleicht noch mit den Wasserfarben aus Schulzeiten kennt. Stattdessen setzt der Laserbelichter unzählige kleine Punkte auf die Druckplatte. Diese Anordnung ergibt dann das Druckraster. "Für schöne Bilder ist ein sehr feines Raster notwendig", so Senghaas.
Die Vorgänge sind digitalisiert
Was der Leser dann sieht, sind keine Punkte, sondern Farben. Senghaas, der als Projekt- und Qualitätsmanager bei der Heilbronner Stimme tätig ist, und die auszubildenden Mediengestalter betreut, arbeitet bereits mehr als 30 Jahre im Unternehmen. Angefangen hat alles 1985 mit einer Ausbildung zum Schriftsetzer. "Heute laufen alle Vorgänge digital ab", erklärt er und erinnert sich an die Zeit, in der die Heilbronner Stimme noch mit dem Fotosatz arbeitete und die ganze Technik nach Chemie roch.
Damals wurde noch mit kryptischen Befehlen gearbeitet, Anzeigen und Artikel also "blind" gesetzt. Das Ergebnis sah man erst bei der Belichtung auf dem Fotosatzpapier. Heute ist die Druckplattenherstellung viel umweltfreundlicher. "Es sind nur noch milde Substanzen im Einsatz." Und da die Platten komplett aus Aluminium bestehen, landen diese nicht im Müll, sondern in der Wiederverwertung. Obwohl Senghaas seinen Beruf schon so lange ausübt, fasziniert ihn "der Farbdruck jeden Tag aufs Neue".
Herausforderungen beim Zeitungspapier
Natürlich gibt es auch Herausforderungen. "Zeitungspapier ist dünn, mit seinem Graustich nicht richtig weiß und hat noch dazu eine raue Oberfläche." Je glatter und weißer das Papier, desto kontrastreicher und schöner das Bild. Eine weitere Herausforderung im Farbdruck sind Effekte wie das Durchscheinen oder Abdrücken. Der Druck von der Gegenseite einer Ausgabe kann abfärben oder unschöne Farbschlieren hinterlassen.
Aber zurück zum Vierfarbdruck: "Die ganze Druckbranche, Magazine und Zeitungen mit eingeschlossen, arbeitet mit diesem Farbmodell", erklärt Senghaas. Außer in der Verpackungsindustrie und im Kunstdruck. Dort kommen Sonder- oder Volltonfarben zum Einsatz. "Auf Etiketten, Verpackungen oder auch bei sehr hochwertigen Produkten wie Gemälden zum Beispiel", so Senghaas.
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