Die Menschen zieht es im Landkreis Heilbronn am 1. Mai nach draußen
Am Feiertag zum 1. Mai war auf Rad- und Wanderwegen und vor allem auf zahlreichen Festen viel los. Die Auswahl an Angeboten war im Landkreis Heilbronn recht groß.

Besser als zunächst befürchtet war das Wetter am 1. Mai - und so stiegen die Menschen auf Fahrräder und E-Bikes oder schnürten ihre Freizeitschuhe. Viele Jüngere packten Leiterwägelchen mit Proviant und Lautsprechern voll. Entsprechend viel los war auf Wald- und Wanderwegen, an Grillstellen und vor allem auf den zahlreichen Festen. Ein Streifzug durch den Landkreis Heilbronn.
Kaum eine Bierbank bleibt unbesetzt
"Heute geht's aber rund bei euch", sagt eine Frau zu Sieglinde Müller, die an der Lutz-Sigel-Hütte im Wald bei Untergruppenbach das Pfandgeld zurückgibt. In der Tat: Um die Mittagszeit ist kaum eine Bierbank unbesetzt, an der Essens- und Getränke-Ausgabe stehen die Menschen Schlange. Sieglinde Müller freut sich: "Ja, das ist doch toll! Ich bin so glücklich, dass es nicht regnet." Sie ist eine von über 80 Helfern, die es braucht, um das Waldfest zu stemmen. Der große Bedarf an Helfern hat zu einer Premiere geführt: Erstmals stemmt der Liederkranz das Traditionsfest nicht mehr allein, sondern tut es zusammen mit dem Musikverein Edelweiß.
Liederkranz-Vizechef Walter Happold strahlt über das ganze Gesicht: "So voll wie heute war es noch nie." Dadurch lohnt sich wenigstens der Aufwand, der laut Happold "gigantisch" ist. "Wir müssen ja alles hoch in den Wald transportieren." Schon morgens um 9.30 Uhr standen laut Happold über 40 Menschen parat, um mit Revierförster Oliver Muth aus Beilstein zu einer Waldführung aufzubrechen.

Am Weinsberger Albvereinshaus sind etliche Akteure der Stadtkapelle bei ihrem Maifest gleich doppelt im Einsatz, berichtet Vize-Vorsitzende Sandra Kolb. Den ganzen Tag über machen sie Musik, über die Mittagszeit, wenn der Andrang am größten ist, sind sie in der Küche im Einsatz. In dieser Zeit übernimmt die Musikschule Funtastico die Bespaßung der Gäste - und das sind an diesem Mai-Feiertag viele. Familie Endreß zum Beispiel ist aus Obersulm herübergekommen zum Fest an der Weinsberger Kirschenallee. "Ich habe einfach mal geschaut, wo ein Fest ist", sagt Petra Endreß. Ihrem Schwiegervater Gustav Endreß gefällt es richtig gut bei der Stadtkapelle. "Ich habe fast 50 Jahre lang selbst Musik gemacht."
Nach sechs Jahren Pause einen Neuanfang gewagt

Fast schon ein Waldfest ist das Treffen, das die Fußballabteilung der TG Offenau auf dem Platz oberhalb des Bachenauer Wegs organisiert hat. Nach sechs Jahren Pause wagt Abteilungsleiter Simon Breuling einen Neuanfang - er kommt richtig gut ein. Schon zum Weißwurstfrühstück am Morgen sind Besucher da, und gegen Mittag ist kein Sitzplatz mehr zu ergattern. An den langen Schlangen vor Würsten, Steaks, Pommes und Falafel-Wraps und am Bierwagen gibt es genügend Gesprächsgelegenheiten für die Offenauer und die vielen Gäste, die beim Waldfest einen Zwischenstopp einlegen. Groß wird der Andrang, als 67 Maiwanderer der örtlichen Kolpingsfamilie und eine Abordnung der Jagstfelder Hühnerlausnarren das Fest erreichen. Doch das Team der Fußballer lässt sich nicht aus dem Tritt bringen. Alle genießen den schönen Tag in Gemeinschaft.

Scharenweise pilgern die Menschen auch zu den Ausflugslokalitäten rund um Eppingen. Einer der Hotspots ist seit vielen Jahren der Ottilienberg. Auf dem Hausberg der Fachwerkstadt zeigt, nachdem es in den Jahren vor Corona immer wieder zu Streitigkeiten gekommen war, die Polizei schon in den Vormittagsstunden Präsenz. Bewirtet werden die Gäste, die ausschließlich zu Fuß den Berg erklimmen können, von Mitgliedern des Odenwaldklubs und der Eppinger Sektion des Deutschen Alpenvereins.
"Für meine Familie ist es keine Frage, dass wir am Maifeiertag auf den Ottilienberg kommen", erklärt Sandra Schaden. "Wir stellen unser Auto an der Stadtbahnhaltestelle ab und laufen dann über den Jägersee zum Ottilienberg hoch. Dort essen wir was und machen Pause, dann geht es durch den Wald zurück zum Auto." Dass dies nach der Pandemie wieder möglich ist, schätzt die Familie sehr. "Uns hat in den vergangenen Jahren etwas gefehlt. Natürlich sind wir als Familie gewandert, aber man konnte nirgends Pause machen, und als gesellige Menschen schätzen wir es einfach, wenn wir andere Wanderer treffen und auch mal ein Schwätzchen halten können." jaz/pek/nit

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