Die Bundespolizei Heilbronn zieht um
Das Revier in Heilbronn der Bundespolizei soll in den Hauptbahnhof umziehen. Die Pläne dafür liegen derzeit beim Bundesinnenminister. 2020/2021 soll es soweit sein.

Das Revier Heilbronn der Bundespolizei gehört zwischenzeitlich zu den Top ten der renovierungsbedürftigsten Polizeieinrichtungen bundesweit. Seit mehr als 70 Jahren ist das barackenähnliche Gebäude an Gleis 1 am Hauptbahnhof Sitz der heute knapp vier Dutzend Beamten. Die Bausubstanz ist schlecht, die Räumlichkeiten sind mit etwa 350 Quadratmetern viel zu klein und an heißen Sommertagen herrscht aufgrund des dünn isolierten Flachdachs brütende Hitze in den Diensträumen.
Umzugspläne werden derzeit geprüft
"Der Wohlfühlfaktor meiner Kollegen bei der Arbeit zeigt deutlich nach unten", beschreibt Revierleiter Dieter Natterer das Stimmungsbild der Bundespolizisten. Doch es zeichnet sich eine Lösung ab. "Die Pläne, das Revier in den Hauptbahnhof zu verlegen, werden derzeit von Fachleuten des Bundespolizeipräsidiums in Potsdam geprüft", schildert Kriminalhauptkommissar Natterer die aktuelle Lage.
Polizisten freuen sich auf neue Diensträume
Die Freude darüber, dass endlich Bewegung in die leidige Raumfrage kommt, ist Dieter Natterer anzumerken: "Vorgesehen ist, dass wir komplett in die ehemalige 3-S-Zentrale der DB umziehen und drei Stockwerke mit knapp 500 Quadratmetern belegen werden. Wir freuen uns alle, endlich adäquate Räume zu bekommen." 3-S stand für das Bahnkonzept Service, Sicherheit und Sauberkeit.
Die Räume im Hauptbahnhof werden umfassend modernisiert und polizeigerecht umgebaut. "Es wird sogar einen eigenen Zellentrakt geben", nennt Polizeihauptkommissar Daniel Kroh von der Bundespolizeiinspektion Stuttgart ein wichtiges Detail der Planung. Die Höhe der Investitionskosten steht noch nicht fest. Über den Zeitpunkt des Umzugs wird im Revier allerdings schon heftig spekuliert: "Wir alle hoffen, 2020/2021 die Umzugskartons packen zu können", lehnt sich Dieter Natterer ein wenig aus dem Fenster, gleichwohl er weiß: "Das ist schon eine sehr sportliche Terminsetzung."
Druck auf den Innenminister
Unterstützung erfährt das Revier von Alexander Throm: "Nach meinem Besuch war ich über den Zustand der Räume gelinde gesagt schockiert", erklärt der Heilbronner Bundestagsabgeordnete. Innenminister Seehofer habe er deshalb schon mehrmals mit Nachdruck darauf hingewiesen, dass eine Sanierung dringend notwendig sei.
In Zivil und in Uniform unterwegs
Zuständig ist das Bundespolizei-Revier Heilbronn für Bahnanlagen in der Stadt und im Landkreis Heilbronn, im Hohenlohekreis, im Kreis Schwäbisch Hall und im Neckar-Odenwald-Kreis. Das Gebiet umfasst knapp 500 Bahnkilometer mit mehr als 120 Haltepunkten.
Auf Trab halten die Beamten vor allem Sachbeschädigungen, Vandalismus, Körperverletzungen und Diebstähle aller Art. Unterwegs sind die Polizisten in Zivil und in Uniform in den DB-Zügen und in den Stadtbahnen. "Wir sind ein Teil des Sicherheitsgefüges in der Region", sagt Revierleiter Natterer und blickt auf das Jahr 1992 zurück, als die Bahnpolizei in den Bundesgrenzschutz und 2005 in die Bundespolizei integriert wurde.
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare