Der lange Weg des Weihnachtspakets: Was man beim Versand beachten sollte
Bis ein Geschenk von Kaiserslautern beim Empfänger in Heilbronn unter dem Tannenbaum liegt, hat es einen langen Weg hinter sich. Damit auch alles klappt, muss man einiges beachten.

Geschenk aufgeben
Millionen Geschenke reisen gerade durch ganz Deutschland. Die Paketstationen der Deutschen Post haben alle Hände voll zu tun. "Der Versand hat sich mindestens verdoppelt", erzählt Sandra Stösel, Verkäuferin bei Tabak Sasse in der Heilbronner Fußgängerzone. Dort ist auch eine DHL-Paketstation, bei der man Pakete aufgeben und abholen kann. Um sicherzugehen, dass das Päckchen sein Ziel erreicht, empfiehlt Sandra Stösel eine Sendeverfolgung. Bei einem Einschreiben ist zusätzlich noch eine Versicherung dabei.
Für die Sicherheit des Inhalts ist man selbst verantwortlich. "Lieber etwas mehr Verpackungsmaterial verwenden", rät Sandra Stösel. Auch Marc Mombauer, Pressesprecher bei der Deutschen Post, hat einen Tipp: "Wichtig ist vor allem, dass Kunden ihre Weihnachtspakete nicht verschnüren. Schnüre und Bänder können nämlich in unseren Maschinen hängen bleiben."

Sendeverfolgung
In der Vorweihnachtszeit muss die Post eine Menge Päckchen ans Ziel bringen. Im November und Dezember steige die Paketmenge um 70 Prozent im Vergleich zum September an. So habe es die Post kalkuliert, berichtet Marc Mombauer. "Im normalen Regelbetrieb stellen wir zum Vergleich werktäglich zirka 6,7 Millionen Pakete zu." Vor Weihnachten steigt diese Zahl noch einmal deutlich an. "An einzelnen Spitzentagen vor Heiligabend werden es bis zu 11 Millionen Pakete sein", erklärt Mombauer.
Mehr als 10.000 weitere Aushilfskräfte sind für die Post nötig, um diese Anzahl zu bewältigen. Diese unterstützen bei der Zustellung, Sortierung und Verladung der Geschenke. Darüber hinaus werden 4000 zusätzliche Zustellfahrzeuge angemietet. Hin und wieder geht ein Paket oder ein Brief auf dem Weg verloren. In diesem Fall können Kundinnen und Kunden einen Nachforschungsauftrag stellen.
Abholung in der Packstation
Ist der Empfänger nicht zu Hause anzutreffen, wird das Geschenk in einer Paketstation abgegeben. Mit dem Weihnachtsmarkt direkt gegenüber liegt die Postfiliale im Tabak Sasse mitten im vorweihnachtlichen Getümmel. Der Andrang hier hat sich verdreifacht. "Es ist wirklich verrückt zurzeit", sagt Sandra Stösel. Normalerweise kämen am Tag etwa 100 Menschen, derzeit sind es um die 300, schätzt sie.
Als Verkäuferin ist sie Expertin für Tabakwaren, die Tätigkeit in der Paketstation hat sie sich selbst angelernt, berichtet sie. Die Arbeit in der Weihnachtszeit ist für Sandra Stösel vor allem mit Stress verbunden, weil sie in dem Paketshop so viel zu tun hat. Viele Menschen kommen vorbei, verschiedene Sprachen werden gesprochen. Hin und wieder beschwert sich ein Kunde, weil seine Post verloren gegangen ist. Dennoch findet sie: "Wenn die Leute sagen, es ist alles gut angekommen, dann freuen wir uns auch."

Unter dem Weihnachtsbaum
Bei den Weihnachtsgeschenken sind die Deutschen praktisch veranlagt. Bei einer aktuellen Befragung der Online-Plattform Statista gaben 44 Prozent der Befragten an, dieses Jahr Gutscheine oder Geld verschenken zu wollen. 35 Prozent nannten Spielwaren. Lebensmittel und Süßigkeiten, Kleidung sowie Bücher teilen sich den dritten Platz mit 34 Prozent. Erlebnisse belegen mit 20 Prozent den fünften Platz. Laut Statista beliefen sich 2021 die geplanten Pro-Kopf-Ausgaben für Weihnachtsgeschenke auf etwa 522 Euro. 2022 sinkt die Summe leicht auf rund 520 Euro.
Wer jetzt noch etwas pünktlich zum Heiligabend versenden will, muss sich beeilen: Die Frist für Pakete innerhalb Deutschlands ist Dienstag, 20. Dezember. Briefe und Postkarten sollten bis zum 22. Dezember abgegeben werden, um noch bis zu den Feiertagen anzukommen, so Marc Mombauer.



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