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Christbaumschmiss in Kochertürn: Wenn der Baum über fünf Meter weit fliegt

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Die Gaudi-Veranstaltung des TSV Kochertürn zieht 250 Besucher an. Der Spaß steht trotz allem sportlichem Ehrgeiz bei den Teilnehmern im Vordergrund.

Beim Christbaumschmiss kommt es auf die richtige Wurftechnik an. Sportlicher Ehrgeiz darf dabei natürlich auch nicht fehlen, wie viele Werferinnen und Werfer unter Beweis stellen.
Foto: Ralf Seidel
Beim Christbaumschmiss kommt es auf die richtige Wurftechnik an. Sportlicher Ehrgeiz darf dabei natürlich auch nicht fehlen, wie viele Werferinnen und Werfer unter Beweis stellen. Foto: Ralf Seidel  Foto: Seidel, Ralf

Schon die Kleinsten dürfen sich im Baumwerfen üben. Die zweijährige Linda schafft es mit väterlicher Unterstützung auf zwei Meter und 45 Zentimeter. Freilich wurde der Baum nicht zu Hause aus dem Fenster oder von der Terrasse geworfen. Der "Christbaumschmiss" fand am Samstagabend unter professioneller Anleitung des TSV Kochertürn auf dem dortigen Sportplatz statt.


Sammlung der Spielgemeinschaft 

Zuvor hatte die Jugend der Spielgemeinschaft in allen Neuenstädter Ortsteilen mehrere Hundert ausgediente Bäume eingesammelt. "Wir haben dann die besten ausgesucht", sagt Organisator Gisbert Hetzler. Ein "Männerbaum" und ein etwas leichterer "Frauenbaum" sowie ein Bäumchen für die Jugend. Kinder wie Linda werfen nur die Baumspitze.

Den Jugendbaum schleudert der 13-jährige Lukas aus Brettach auf stattliche 4,70 Meter und gewinnt damit mit seinem Team ein Sixpack Spezi und einen vergoldeten Holzbaum als Trophäe. Mit dieser Weite könnte Lukas schon bei den Erwachsenen vorne mit dabei sein.

Taktikgespräche beim Glühwein

Nach den sechs Jugendteams erobern die Frauen das Areal vor dem Sportheim. Die Mannsleute schauen zu und feilen bei Glühwein und Bier an ihrer Taktik. Werfen, schleudern oder rollen? "Hui, der Baum schaut etwas größer aus als unser Trainingsbaum", sagt einer, der kurz vorm Start doch noch Muffensausen bekommt.

"Das ist einfach eine gute Stimmung hier und man kommt trotz der Kälte mal raus", sagt Sebastian Matzeder, dem bestimmt nicht kalt wird. Mit dem Maßband wird die Länge exakt auf den Zentimeter bestimmt. Nach jedem Wurf trägt "Basti" den Baum zurück und hat damit am meisten Bewegung von allen.

Der weiteste Wurf zählt

Moderator Andre Wiesenberger schreibt die Weiten auf. "Es zählt jeweils der weiteste von drei Würfen", erklärt Wiesenberger. Für die Teamwertung werden die drei besten Würfe zusammengezählt.

Sportlicher Ehrgeiz in Ehren, für viele zählt einfach die Gaudi. Bürgermeister Andreas Konrad genießt als "aktiver Zuschauer" die ungezwungene Atmosphäre und feuert seine Kinder an. "Wir sind zufrieden, dass so viele Leute da sind", sagt Gisbert Hetzler. Das Wetter sei besser als letztes Jahr, als es recht windig gewesen ist.

Die Frauen vom Team "Blond an die Front" zeigen den Männern, wo der Baum hingehört: Sarah Lohmann setzt mit 4,47 Metern eine Marke, an die manche andere nicht rankommen. Der stilechte Schmuck mit glitzernden Hut-Bäumchen oder einer Tannenbrille gehört zum Sportdress dazu wie die Arbeitshandschuhe.

Das "Tännschen"-Team überzeugt durch gute Wurfhaltung. die "Spontan(n)en" gehen ohne Training direkt in den Wettbewerb. Ein flacher, kräftiger Bogenwurf mit anschließender Seitwärtsrolle scheint am besten für die Weite zu sein. "Ideal ist es auch, wenn der Baum auf dem Stamm aufkommt und nach hinten wegkippt", erklärt Hetzler. Greta Hofmann hat die Technik verinnerlicht und wirft den Baum auf 5,50 Meter. Damit steht sie den Männern kaum nach. Christopher Ehmsen vom Team Kocherstation erzielt mit 5,90 Metern die größte Weite.

Lautstarker Fanclub

Die Spannung steigt. Heiko Englert aus Stein feuern seine überwiegend weiblichen Fans an. Auch wenn sein Team "Destille" am Ende nicht auf dem Siegertreppchen stehen wird, zeichnet es sich durch Spaß und Kampfgeist aus. Dass mittlerweile die Spitze am Baum abgebrochen ist und mancher Werfer die Linie übertreten hat, wird großzügig übersehen.

Ganz Mutige versuchen den Dreh-Schleuderwurf, was aber in der Regel nicht mehr Weite bringt als der gerade Abwurf. Die favorisierte Kocherstation schafft bei den Männern den ersten Platz, dann folgen "Hangover 96" und als dritte das Team Katapult.

 

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