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Christbäume werden teurer: Erhöhen auch Anbieter aus der Region Heilbronn die Preise?

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Inflation und steigende Kosten machen sich auch bei den Erzeugern von Nordmanntanne, Blaufichte und Co. bemerkbar. Wir haben bei Betrieben in der Region nachgefragt, ob sie auch Preisanpassungen vornehmen.

von Andreas Zwingmann und dpa

Keine zwei Monate mehr bis Weihnachten. Und zum Christfest gehört für viele nach wie vor der traditionelle Weihnachtsbaum. Bei den Anbietern laufen die Vorbereitungen für den Verkauf im Dezember bereits. Einen Engpass oder größere Qualitätseinbußen werde es trotz des nassen Frühjahrs und der längeren Hitze- und Trockenperioden in diesem Jahr zwar nicht geben, kündigen die beiden großen Erzeugerverbände an. Die Kunden müssen sich allerdings teilweise auf etwas höhere Preise für den Christbaum einstellen – auch in der Region Heilbronn. 

Den beiden großen Verbänden in Deutschland, dem Bundesverband der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger (BVWE) und dem Verband natürlicher Weihnachtsbaum (VNWB) zufolge könne die jährliche Nachfrage in Deutschland nach rund 25 Millionen Bäumen gut bedient werden. Allerdings sei auch die Branche vor steigenden Kosten beim Anbau und in der Logistik nicht gefeit. Daher müssten viele Erzeuger eine „leichte Preisanpassung“ vornehmen, wie BVWE-Vorsitzender Eberhard Hennecke der Deutschen Presseagentur sagte. Für den laufenden Meter erwarten die Verbände eine Verteuerung um rund einen Euro. Bei der Nordmanntanne läge der entsprechende Preis daher in diesem Jahr zwischen 21 und 29 Euro und bei Blaufichten zwischen 13 und 18 Euro. Wie sieht es in der Region aus?

In Untergruppenbach bleibt der Preis vorerst stabil

Susanne Langer vom Harthof in Untergruppenbach hat diesbezüglich eine frohe Botschaft für ihre Kunden: „In diesem Jahr bleiben unsere Preise stabil“, kündigt sie an. Zwar habe auch Ihr Betrieb, der auf rund drei Hektar Fläche Weihnachtsbäume anbaut, in der Erzeugung mit gestiegenen Preisen zu kämpfen, etwa bei den Düngemitteln. Diese wolle man aber zunächst nicht direkt an die Verbraucher weitergeben. „Langfristig muss es in der Landwirtschaft natürlich Anpassungen geben, noch können wir unsere Preise allerdings konstant halten“, blickt Susanne Langer verhalten optimistisch in die Zukunft.

 


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Höhere Ausgaben etwa für Personal fallen in ihrem Familienbetrieb ohnehin nicht an und auch die Tatsache, dass Kunden auf dem Harthof selbst ihre Bäume sägen können, erleichtere es, die Preise noch etwas beständiger zu halten. Traditionell kann man sich auf der Anbaufläche in Untergruppenbach am zweiten und dritten Adventwochenende einen Weihnachtsbaum aussuchen und schlagen. Dabei wird sich neben der Nordmanntanne voraussichtlich die Blaufichte wieder als beliebteste Sorte erweisen, vermutet Susanne Langer. „Sie ist von allen Arten dem Klima am besten angepasste.“

Auch Albrecht Gerhäusser vom Lindenhof in Cleebronn will die Preise trotz gestiegener Kosten stabil halten. Er wolle zwischen 18 und 22 Euro für den laufenden Meter verlangen. "Die Leute haben gerade kein Geld, das spüren auch wir."

Anpassung soll unter zehn Prozent bleiben

Andreas Höfle vom gleichnamigen Familienbetrieb in Eppingen geht davon aus, dass er diesem Jahr bei der Blaufichte sogar bei Kollegen nachordern muss. „Aber nicht, weil wir zu wenige haben, sondern weil in diesem Jahr viele arg schöne Bäume dabei sind“, sagt er lachend. Wenn Höfle am 9. Dezember seinen ersten Verkaufsstand öffnet, werden die Kunden für einen Baum in diesem Jahr geringfügig tiefer in die Taschen greifen müssen: „2022 waren wir im Gegensatz zu vielen anderen Betrieben beim Preis noch stabil geblieben. Diesmal werden wir wohl leicht erhöhen müssen“, kündigt Höfle an.

Natürlich bleibe auch sein Betrieb, der auf 1,5 Hektar die klassischen Christbaumsorten anbaut, nicht von den allgemeinen Preissteigerungen etwa bei den Energiekosten verschont. „Und auch meine Helfer brauchen etwas mehr Geld“, so Andreas Höfle. Der Preisanstieg bei seinen Weihnachtsbäumen soll dabei am Ende aber noch unter zehn Prozent liegen. „Die Standardklasse, die bisher zwischen 33 und 37 Euro kostete, wird nun vielleicht auf 35 bis 40 Euro kommen.“ Nicht teurer wird bei Andreas Höfle dagegen in diesem Jahr der Tannenreisig, den er bereits ab der kommenden Woche verkauft. Wie erste Blicke in die Prospekte der Baumärkte gezeigt hätten, liege er als Erzeuger hier preislich zum Teil unter der großen Konkurrenz.

Revierförster: Kommen an Preiserhöhung wohl nicht vorbei 

Für Claus Schall, Revierförster in Bad Rappenau ist es aktuell noch zu früh, um sich auf konkrete Zahlen festzulegen. Bis in diesem Jahr am zweiten Advent der Verkauf in Grombach startet, will er sich an den Preisen anderer Anbieter orientieren. „In den vergangenen Jahren sind die Kosten ja immer weiter gestiegen. Irgendwann müssen wir das auch an die Kunden weitergeben“, sagt Schall. Das wird wohl in diesem Jahr auch bei ihm der Fall sein. Die rund 800 Weihnachtsbäume, die Claus Schall und sein Team jedes Jahr an den Selbstabholer bringen, werden extensiv bewirtschaftet. Dennoch mache sich der hohe Pflegeaufwand durch die trockenen Sommer bemerkbar – auch bei den Ausgaben. Auch für den Tannenreisig müsse er in diesem Jahr wohl mehr verlangen.

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