Bei der Fotobörse sind Hunderte Kameras zu kaufen

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Die Börse des Fotoclubs Lauffen ist etabliert. Auch dieses Wochenende kommen wieder zahlreiche Besucher in die Stadthalle. Zu sehen sind auch Raritäten.

Von Simon Gajer
Gabriel Meier zeigt eine Mitchell-Film-Kamera aus den 50er Jahren. Neben historischen Apparaten sind in Lauffen auch Digitale zu haben.
Fotos: Simon Gajer
Gabriel Meier zeigt eine Mitchell-Film-Kamera aus den 50er Jahren. Neben historischen Apparaten sind in Lauffen auch Digitale zu haben. Fotos: Simon Gajer  Foto: Gajer, Simon

Die Börse des Fotoclubs Lauffen behält ihre Anziehungskraft. Sammler, professionelle Händler und Hobbyfotografen strömen in die Stadthalle, um auf knapp 70 Tischen bei 30 Ausstellern nach Schnäppchen zu suchen.

Es lohnt sich immer, denn viele Experte haben zu den Geräten die passende Geschichte parat.

Kameramann zeigt besondere Schätze

Einer davon ist Ernst Kubitza aus der Nähe von Karlsruhe. Von Beruf Kameramann lässt ihn diese Materie auch im Privatleben nicht los.

Nach Lauffen bringt er zwei wuchtige Schätze mit, auch wenn diese Raritäten tendenziell nicht verkauft werden. Denn es geht um Preise im mehrstelligen Tausenderbereich. Jeweils - sowohl für die Mitchell-Filmkamera aus den 50er Jahren als auch die Kamera des Herstellers Ernemann von 1908.

Leidenschaftlicher Sammler bewahrt das Erbe seiner Branche

Ernst Kubitza ist ein leidenschaftlicher Sammler, der das Erbe der Branche bewahren will. Er streicht über die hölzerne Hülle der Ernemann. "Die war völlig kaputt", erzählt er von dem Tag, als er sie auf einem Trödelmarkt entdeckt habe.

Zwei Jahre restaurierte der Filmliebhaber das Gerät und brachte es wieder auf Vordermann. "Ich habe Spaß daran", sagt er und zeigt die Technik, die damals per Kurbel in Gang gesetzt wurde.

60 Meter Filmstreifen passen hinein, das seien etwa fünf Minuten, erzählt Ernst Kubitza. Damals hatten die Aufnahmen 16 Bilder pro Sekunde.

Verkauft wird der riesige Nachlass eines Sammlers

Eine Kiste mit zahlreichen Kameras auf dem Tisch, weitere aufeinandergestapelte Plastikkisten mit Kameras darunter: Volker Nüssel aus Achern ist auf Wunsch seines verstorbenen Vaters auf Fotobörsen. Der besaß gut 1000 Fotoapparate, dazu noch Blitzer und weiteres Utensil. Vor seinem Tod bat er, dass die Sammlung nicht für wenige Hundert Euro verschleudert werden soll.

Sohn Volker nahm eine Digitalkamera, seine Tochter auch einen Foto. Der Rest wird verkauft. "Für mich ist die Zeit der Analogkameras rum."

Am einfachsten werde er den Nachlass über solche Veranstaltungen los, hofft Volker Nüssel. Übers Internet alles einzeln anbieten: "Die Zeit habe ich nicht."

Hobbyfotograf findet eine weitere Voigländer

Die Fotobörse in Lauffen ist eine Anlaufstelle für Hobbyfotografen wie Hans-Jürgen Draenert aus Backnang, der sich auf Schwarz-Weiß-Aufnahmen spezialisiert hat - mit eigener Dunkelkammer zu Hause.

Mit einer Voigländer-Kamera aus den 50ern ist er unterwegs, eine weitere findet er in Lauffen. "Das war ein Schnäppchen." Damit will er sich rüsten, sollte seine andere kaputtgehen. Denn er weiß: Reparaturen dürften am Ende vermutlich deutlich mehr kosten als die 50 Euro, die er hier investiert. Draenert schätzt die Qualität des kleinen Geräts. Unter anderem sei Kristallglas eingebaut worden.

Kurt Kühn besitzt 2230 Kameras, in Lauffen sucht er weitere Schätze.
Kurt Kühn besitzt 2230 Kameras, in Lauffen sucht er weitere Schätze.  Foto: Gajer, Simon

2230 Kameras besitzt der Ötigheimer Kurt Kühn in seinem Privatmuseum, das er gelegentlich öffnet. Fotobörsen sind für ihn ein Pflichttermin. Denn wer weiß, vielleicht findet er ja noch eine jenes Herstellers, der auch Kurt Kühn hieß und in den 50er Jahren in Wetzlar seinen Sitz hatte. "Das wäre ein Gag", scherzt Kurt Kühn. Die Chancen sind eher gering: "Es wurden nur 200 Stück gebaut."

 
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