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Behörden warnen vor Gefahren bei Wildwechsel

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Die dunkle Jahreszeit ist eine Gefahrenquelle. Auf den Straßen ist jederzeit mit Wildwechsel zu rechnen. Auch die Witterung ist zu beachten: Die Straßenmeistereien in der Region bereiten sich auf Schnee und Glätte vor.

Straßenabschnitte mit Wald oder Gebüsch sind für Wildunfälle besonders anfällig, da Autofahrer die Tiere oft erst spät bemerken.
Straßenabschnitte mit Wald oder Gebüsch sind für Wildunfälle besonders anfällig, da Autofahrer die Tiere oft erst spät bemerken.  Foto: Deutsche Tamoil GmbH

Vor dem Berufsverkehr, gegen halb vier Uhr morgens, starten die Streufahrzeuge bei Schneefall ihre erste Runde. Damit Autofahrer auch im Winter sicher ihr Ziel erreichen, machen die Straßenmeistereien in der Region die Strecken winterfest.

Das Landratsamt Heilbronn ist für vier regionale Straßenmeistereien in Abstatt, Brackenheim, Bad Rappenau-Bonfeld und Neuenstadt zuständig. "Diese betreuen hinsichtlich des Winterdienstes rund 1000 Kilometer Bundes-, Landes- und Kreisstraßen", erklärt Lea Mosthaf, Pressesprecherin des Landratsamts. "Rund 5500 Tonnen Streusalz" stünden für den kommenden Winter zur Verfügung.


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"Die Routenpläne der Einsatzfahrzeuge orientieren sich an der Verkehrsbedeutung und -belastung der einzelnen Straßen", sagt Lea Mosthaf. "Bei Bedarf werden alle Strecken mehrmals am Tag gestreut."

Warum Reifen unbedingt wintertauglich sein müssen

Auf glatten Straßen sind wintertaugliche Reifen besonders wichtig. "Ein Fahrzeug kann den ganzen Verkehr aufhalten", sagt der Abstatter Straßenmeister Heinz Kübler mit Blick auf die Unfallgefahren. Auch Lea Mosthaf warnt vor Rückstaus durch liegengebliebene Fahrzeuge.

Eine weitere Gefahrenquelle im herbst- und winterlichen Straßenverkehr sind Wildtiere. "Um die Unfallgefahr zu verringern, ist daher unbedingt die vorhandene Beschilderung zu beachten", sagt Lea Mosthaf. Sie empfiehlt zudem, sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten, die in den betroffenen Straßenabschnitten abgesenkt wird.

Wie Kollisionen verhindert werden

Steffen Meyer ist stellvertretender Leiter der Forst BW- Außenstelle in Eppingen. Beim Wildwechsel gebe es eine große Bandbreite an querenden Tieren. Wildunfälle passieren meistens mit Rehen, aber auch Füchse oder Hasen seien betroffen.

Zur Prävention von Wildunfällen gebe es Zäune an den Autobahnen und begrünte Wildbrücken, über die die Wildtiere die Straße überqueren können. Besonders gefährlich seien Stellen mit Wald oder Gebüsch. Dort würden die Autofahrer die Tiere oft erst spät bemerken, sagt Steffen Meyer.

Was tun bei Unfall mit Wild?

Wenn man ein Tier auf der Straße vor sich hat, sollte man das Fernlicht abblenden, hupen und abbremsen, empfiehlt Meyer. Falls dies nicht mehr möglich ist, sei eine "kontrollierte Kollision" die bessere Wahl als ein Ausweichmanöver. Dabei könne es sonst zu schweren Unfällen kommen.

Sollte das Tier nach dem Aufprall tot sein, könne man es zur Seite ziehen, damit es kein Hindernis für andere Autofahrer darstellt. Falls es noch lebt, wagt man sich besser nicht daran, warnt Steffen Meyer. Den Unfall müsse man melden, etwa bei der Polizei. Eine Wildunfallbescheinigung für die Versicherung erhalte man beim örtlich Zuständigen. "Auch wir stellen die aus", erklärt Steffen Meyer.

Tausende Unfälle bei Glätte

Der Klimawandel stellt die Straßenmeistereien vor neue Herausforderungen. Es gebe keinen konstanten Winter mehr, sondern nur sehr wechselhaftes Wetter, sagt Heinz Kübler. Eine Entwicklung, die sich in den nächsten Jahren eher noch verstärken wird, schätzt Kübler. "Die Planungen sind einfach kurzfristiger für uns." Die Einsatzpläne würden auf Grundlage mehrerer Wetterberichte und Erfahrungen erstellt. Mitarbeiter hätten Rufbereitschaft, um spontan auf Schneefall reagieren zu können.

2021 gab es in Deutschland fast 5800 Straßenverkehrsunfälle, die durch Schnee und Glatteis verursacht worden sind und einen Personenschaden zur Folge hatten. Wildunfälle auf deutschen Straßen gab es im vorigen Jahr etwa 2300.

In welcher Disziplin Baden-Württemberg die Bronzemedaille hat

Insgesamt kam es 2021 zu 273 482 Straßenverkehrsunfällen in Baden-Württemberg. 2019 lag die Anzahl noch deutlich höher bei 327.894. Aufgrund der Corona-Pandemie ging 2020 die Mobilität und damit auch die Anzahl der Straßenverkehrsunfälle zurück. In diesem Jahr lag die Anzahl bei 269.267. Im Vergleich liegt Baden-Württemberg im Jahr 2021 mit der Anzahl der Straßenverkehrsunfälle auf dem dritten Platz hinter Bayern und Nordrhein-Westfalen. Diese Zahlen gehen aus Statistiken auf der Online-Plattform Statista hervor.

 

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