Alte A6-Brücke regelrecht pulverisiert
Einem Teil der alten A6-Brücke über der Bundesstraße 27 gingen vier Spezialbagger an den Kragen. In der Nacht zum Montag soll der Verkehr auf der B27 wieder freigegeben werden.

Das war der erste Streich: Den mächtigen Knabberzangen hatte der Beton nichts entgegenzusetzen. Am frühen Samstagmorgen lag der Überbau und damit die alte Fahrbahn der Autobahn 6 am Boden.
Damit war der erste Teil der Brücke über die Bundesstraße 27 zwischen Heilbronn und Neckarsulm nur noch ein großer Haufen von Armierungsstahl und Beton. Die B 27 war während der Arbeiten für den Verkehr voll gesperrt. „Wir gehen davon aus, dass sie in der Nacht zum Montag wieder freigegeben werden kann“, erklärte ViA6West-Sprecher Michael Endres am Sonntag.
Material musste zerkleinert werden
Rund 1100 Kubikmeter Material mussten zerkleinert werden – das klappte nach Angaben von Alexander von Liel ohne Probleme. Der Bauingenieur ist für die Bauarbeitsgemeinschaft von Hochtief und Johann Bunte zuständig für die Brückenbauwerke der Autobahn bei Neckarsulm. Auch sie werden im Rahmen des sechsstreifigen Ausbaus der A6 zwischen der Anschlussstelle Wiesloch/Rauenberg und dem Weinsberger Kreuz durch den privaten Autobahnbetreiber ViA6West erneuert.
Brücke besteht aus vier Teilen
Die Überführung über die B 27 gehört nach dem Neckartalübergang zu den größten Brücken. Sie besteht aus vier Teilen, welche die Bundesstraße überspannen. Die 1965 errichtete Brücke misst in der Länge knapp 40 Meter und in der Breite zusammen rund 42 Meter.
Mit vier Spezialbaggern – die beiden größten mit einem Gewicht von jeweils 60 Tonnen – ging es dem Bauwerk Freitagnacht an den Kragen. „So lange wie möglich sollte der Überbau oben bleiben“, erklärt Alexander von Liel. „Das ist einfacher zu pulverisieren.“ Erstmals kam vom Abbruchunternehmen Max Wild eine der größten Abbruchzangen zum Einsatz, „die hat den Beton wie nichts zerbröselt“. Wie eine überdimensionale Krabben-Schere sieht das Spezialwerkzeug aus, „da kapituliert jedes noch so massive Bauwerk“, weiß der Bauleiter. Bei einem Eigengewicht von sieben Tonnen hat die Zange eine Schneidkraft von rund 700 Tonnen.
Abtransport ist zeitintensiv
Allerdings ist es mit dem Abbruch allein nicht getan: Aufwendig und zeitintensiv ist der Abtransport des ganzen Materials. Sechs Laster waren im Dauereinsatz. Wegen der Dimensionen der Straßenüberführung ist das Projekt auf zwei Wochenenden verteilt: Die Bagger kommen von Freitag, 3. April, 20 Uhr, bis Montag, 6. April, 5 Uhr, erneut zum Einsatz. Im Anschluss an den Abbruch beginnen zeitnah die Arbeiten für den Ersatzneubau.
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