Frau mit Messer bedroht
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Raubüberfall auf Aral-Tankstelle in Lauffen – Zeugen entwaffnen Täter

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Ein 25-Jähriger forderte in der Aral-Tankstelle in Lauffen Geld und bedrohte die Betreiberin mit einem Messer. Schließlich flüchtete der Täter – gleich mehrere Zeugen nahmen die Verfolgung auf.


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Bereits am Mittwochabend war es an der Aral-Tankstelle in der Kiesstraße in Lauffen zu einem Raubüberfall gekommen. Das bestätigt die Heilbronner Polizei auf Stimme-Anfrage. Der Täter sei kurz nach der Tat festgenommen worden.

Raubüberfall auf Aral-Tankstelle in Lauffen – Täter bedroht Frau mit Messer

Die Tat selbst ereignete sich laut Polizei um kurz vor 20 Uhr – kurz vor Ladenschluss der Tankstelle. Ein 25-jähriger Mann soll am Schalter Geld gefordert haben, schildert Polizeisprecher Belz die Situation. Die Betreiberin habe ihm auch welches gegeben. Das habe dem Mann aber wohl nicht ausgereicht. Der mutmaßliche Täter sei dann hinter die mit Plexiglas verblendete Theke gekommen, berichtet Belz.

Ein 25-Jähriger forderte in der Aral-Tankstelle in Lauffen Geld und bedrohte die Betreiberin mit einem Messer. Ein Zeuge verfolgte den flüchtenden Täter.
Ein 25-Jähriger forderte in der Aral-Tankstelle in Lauffen Geld und bedrohte die Betreiberin mit einem Messer. Ein Zeuge verfolgte den flüchtenden Täter.  Foto: Hoffmann, Adrian

 

Ersten Erkenntnissen zufolge habe der Tatverdächtige die Frau mit einem Messer bedroht. Die Betreiberin habe einen Bürostuhl quergestellt und sich mit Pfefferspray gewehrt. Von einem Gerangel ist in einer Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft die Rede. Der Mann sei schließlich geflüchtet.

Zeugen greifen nach Raubüberfall auf Aral-Tankstelle in Lauffen ein – verdient "größten Respekt"

Wie Belz weiter schildert, habe ein Vater-Sohn-Duo den Tatverdächtigen außerhalb der Tankstelle bemerkt und verfolgt. Der Räuber sei mit einem Fahrrad geflüchtet. Gemeinsam mit zwei weiteren Männern sei es Vater und Sohn gelungen, den Flüchtenden in einem nahegelegenen Park zu entwaffnen und bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten. Die Polizei nahm den Tatverdächtigen fest – am Donnerstag sei der deutsche Staatsbürger dem Haftrichter vorgeführt worden und sitzt seither in Untersuchungshaft. 

Das Eingreifen der Zeugen beeindruckt viele Menschen. Auf der Facebookseite der Heilbronner Stimme schreibt eine Frau: „Schön, wenn jemand nicht wegschaut und sogar handelt. Respekt!“ Ein Mann schreibt: „Wow, Hut ab.“ Wie gefährlich es sein kann, wenn Täter gestellt und festgehalten werden, zeigte sich erst am Donnerstagabend in Völklingen im Saarland, wo ein 18-jähriger Tankstellen-Räuber einen Polizisten mit dessen Dienstwaffe erschoss.

Auch Polizeipräsident Frank Spitzmüller würdigt das beherzte Eingreifen der Männer. „Das verdient unseren größten Respekt“, sagt er. Die Männer hätten einen bewaffneten Tatverdächtigen gestellt und „im Sinne des Jedermannsrechts“ bis zum Eintreffen der Polizei vorläufig festgenommen – „ein starkes Zeichen für Zusammenhalt und Mut gegen Rechtsbrecher“.

Mehrere Raubüberfälle auf Tankstellen im Raum Heilbronn

In den vergangenen Monaten war es auch in der Region Heilbronn immer wieder zu Tankstellen-Überfällen gekommen. Täter fühlten sich von Tankstellen-Kassen angezogen, insbesondere bei Dunkelheit und wenn die Tatorte abgelegen seien. Doch die Erfahrung zeigt laut Belz, dass solche Taten recht gut aufgeklärt werden. Auch im Zusammenhang mit einer Überfall-Serie im Juni hatte die Polizei einen Tatverdächtigen gefasst.

Ein 35 Jahre alter Mann wird beschuldigt, für mindestens sieben Überfälle im Raum Heilbronn und Hohenlohe – unter anderem in Neckarsulm, Untergruppenbach und in Pfedelbach – und bei Stuttgart verantwortlich zu sein. Er war bei seinen Diebestouren immer gleich vorgegangen und kam mit einem Motorradhelm auf dem Kopf in den Verkaufsraum. Auf diese Weise erbeutete er mehrere Tausend Euro. Schon im März war eine Überfall-Serie, bei der eine Tankstelle in Kirchardt betroffen war, aufgeklärt worden.

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