Psychotherapie drohen weitere Einschnitte: „Täglich weinende Eltern am Telefon“
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Die Vergütung von Psychotherapeuten soll sinken: Deutschlandweit und in der Region Heilbronn regt sich Widerstand. Am Wochenende sind Demonstration geplant.
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Die Ankündigung hat bundesweit eine Welle des Protests ausgelöst: Ab dem 1. April soll die Vergütung von Psychotherapeuten um 4,5 Prozent gekürzt werden. Dieser Schritt betrifft Niedergelassene mit eigenen Praxen, die unter anderem Honorare für Sprechstunden erhalten. Die Bundespsychotherapeutenkammer verurteilt den Schritt scharf. Hier werde zulasten psychisch kranker Patienten gespart, die sich am wenigsten wehren könnten.
Bundesweite Proteste gegen Honorarkürzung für Psychotherapeuten
Empörung regt sich auch in der Region. „Wenn im Gesundheitssystem gespart werden muss, dann bitte in allen Bereichen und nicht einfach den mit der kleinsten Lobby nehmen“, kritisiert Monika Kopec, die 2024 ihre sozialpsychiatrische Praxis in Leingarten gegründet hat. Dort ist sie auf Kinder und Jugendliche spezialisiert.
Fachleute wie sie befürchten, dass sich die angespannte Versorgungslage in der Psychotherapie durch die Kürzungen verschärfen könnte. „Ich habe täglich weinende Eltern am Telefon“, die nicht zeitnah einen Platz für ihr Kind bekommen können, berichtet Kopec. „Unsere Warteliste ist so lang, dass man über ein Jahr warten muss.“
Gefahr für Praxen und Zwei-Klassen-Medizin durch geringere Vergütung in der Psychotherapie
In Folge der Honorarkürzungen könne die Zahl der eigenständigen Praxen sinken, weil sich die hohen laufenden Kosten für Selbstständige nicht mehr rechnen. Zu jeder bezahlten Sprechstunde komme eine unbezahlte Nachbereitung. „Ich habe jetzt schon Kollegen, die sich fragen, ob sich eine eigene Praxis lohnt“, berichtet Kopec.
Da die Kürzungen nur Kassenpatienten betreffen, rechnen zudem viele damit, dass Privatversicherte künftig bevorzugt aufgenommen werden. Kopec selbst nimmt davon Abstand. „Ich will kein Zwei-Klassen-System“, betont sie.
Die Entscheidung traf Mitte März der Erweiterte Bewertungsausschuss – ein Gremium, das sich aus unparteiischen Mitgliedern sowie Vertretern der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) zusammensetzt. Letzterer war die treibende Kraft hinter dem Schritt. Der Ausschuss begründet seine Entscheidung mit der Anhebung der Strukturzuschläge, die zeitgleich um 14,25 Prozent erfolgt. Der Spitzenverband sprach von einem Kompromiss.
Demonstration in Stuttgart
Bundesweit kam es bereits zu Protestaktionen gegen die Honorarkürzungen. Eine Petition erreichte mehrere Hunderttausend Unterschriften. Für Samstag, 28. März, waren erneut Demonstrationen an verschiedenen Orten in Deutschland angekündigt, auch in Stuttgart. Der DGVT-Berufsverband kündigte an, sich mit allen legitimen politischen und rechtlichen Mitteln zu wehren. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) plant eine Klage beim Landessozialgericht in Berlin.
Die Rechnung gehe jedoch nicht auf, da nicht alle Praxen gleichermaßen von diesen Zuschlägen profitieren, kritisiert der Berufsverband der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGVT). „Die Honorarkürzung für Psychotherapeuten ist sozial ungerecht und greift die Versorgung unserer Patienten an“, betont Vorstand Alfred Luttermann. Die Kürzungen treffen die Facharztgruppe mit den ohnehin niedrigsten Honoraren.
Die Versorgung ist doch generell schon sehr schlecht an psychotherapeut Psychotherapeuten in der Region Heilbronn und Baden-Württemberg also man muss immer in das Krankenhaus in Weinsberg gehen um überhaupt irgendeine Versorgung zu haben oder 30 verschiedene Psychologen um einen Termin bitten?
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Kommentare
Bodo Becker am 29.03.2026 17:42 Uhr
Die Versorgung ist doch generell schon sehr schlecht an psychotherapeut Psychotherapeuten in der Region Heilbronn und Baden-Württemberg also man muss immer in das Krankenhaus in Weinsberg gehen um überhaupt irgendeine Versorgung zu haben oder 30 verschiedene Psychologen um einen Termin bitten?