Stimme+
Brennholz
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Preis für Brennholz aus der Region Heilbronn-Hohenlohe stabil

   | 
Lesezeit  3 Min
audio Anhören
Erfolgreich kopiert!

Trotz weltweiter Rekorderlöse ist das Brennholz aus Wäldern im Raum Heilbronn-Hohenlohe nicht teurer geworden – Das sind die Gründe

Die Ilsfelder Revierförsterin Maike Muth markiert Brennholz. Am 15. Dezember findet in der Schozachtalhalle eine Versteigerung statt.
Foto: Ralf Seidel
Die Ilsfelder Revierförsterin Maike Muth markiert Brennholz. Am 15. Dezember findet in der Schozachtalhalle eine Versteigerung statt. Foto: Ralf Seidel  Foto: Seidel, Ralf

Während für Bauholz derzeit Rekorderlöse erzielt werden, bleibt Brennholz in der Region bezahlbar. Das geht aus einer Marktabfrage der Heilbronner Stimme im Landeswald sowie in den Wäldern, die das Forstamt des Landkreises Heilbronn betreut, hervor. Das Preis-Hoch beziehe sich im Wesentlichen auf Nadelsägeholz, also Holz, das vorwiegend als Bauholz genutzt wird, teilt der Leiter des staatlichen Forstbezirks Tauberfranken, Roland Hartz, mit. In diesem Marktsegment habe sich durch die Stürme, Trockenheit und Käferbefall der vergangenen Jahre und Jahrzehnte eine echte Knappheit eingestellt. Sie habe trotz schlechter Konjunktur zu Marktengpässen geführt und die Preise nach oben getrieben.

Darum ist der Brennholzpreis stabil, im Gegensatz zum Bauholz

Beim Laubholz ist das Angebot laut der Abfrage nicht im gleichen Maße gesunken, Teilsortimente sind sogar durch den Baumartenwandel zu mehr Naturnähe und Laubbäumen besser verfügbar. Beim regionalen Brennholz, das überwiegend von Laubbäumen stammt, sind Angebot, Nachfrage und Preise gegenüber dem Vorjahr weitgehend gleich geblieben. „Die Preise bei ForstBW in Tauberfranken liegen bei der Buche bei 83 Euro, bei den weniger nachgefragten Weichlaubhölzern bei 73 Euro“, so der Bezirksleiter.

Soviel müssen Ofenbesitzer für Brennholz berappen

Konstant Auch Brennholz aus den Forsten des Landkreises Heilbronn bleiben erschwinglich: „Wir haben die Bruttopreise dieses Jahr für das Hartlaubholz mit 90 Euro pro Festmeter, wie in der Vorsaison, belassen“, sagt Jürgen Kuhn, Holzvermarkter im Landratsamt.

Wie das Landratsamt Hohenlohe mitteilt, sind die Bruttopreise für Buche und Hartlaubmischholz mit 85, beziehungsweise 80 Euro pro Festmeter gegenüber dem Vorjahr konstant geblieben. Auch im Landkreis Heilbronn bleibt der Brennholzmarkt im Gegensatz zu Nadel-Bauholz entspannt. „Der Laubholzmarkt, und das ist ja für uns hier in Heilbronn mit etwa 80 Prozent der Waldfläche der viel Wichtigere, hat mit dem Preisboom eigentlich gar nichts zu tun“, stellt Jürgen Kuhn, Leiter des Holzverkaufs im Forstamt des Landkreises, fest. In diesem Segment sehe es aktuell – auch geprägt durch Zölle, wirtschaftliche Entwicklungen in Fernost und andere Faktoren – „deutlich eingetrübter“ aus. Beim Brennholzmarkt spiele der örtliche Markt, die Bevorratung und das Wetter eine große Rolle.

Diese Holzart wird am häufigsten für Kamin, Ofen und Co. nachgefragt

Vermarktung Der Gesamteinschlag in Heilbronn beträgt jährlich etwa 120 000 Festmeter. „Davon vermarkten wir etwa 25 000 Festmeter als Brennholz“, so Kuhn. Das entspreche etwa 20 Prozent des Gesamteinschlags. Von den 25 000 Festmetern werden etwa 90 Prozent als Brennholz in langer oder bis zu fünf Meter kurzer Form an der Waldstraße angeboten. „Nur etwa zehn Prozent bieten wir als Flächenlose an“: Das Holz bleibt in diesem Fall im Wald liegen und der Kunde muss es selber aufarbeiten und herausbringen.

Die wichtigste hiesige Baumart beim Brennholz ist Buche, gefolgt von Esche und Eiche. Vom Brennwert her sind eigentlich fast alle Laubbaumarten gleich. Sie unterschieden sich nur in der Trocknungsdauer. Der Wunsch der Bevölkerung sei aber meist nach der „sauberen“ Buche, spricht der Holzvermarkter im Landratsamt Heilbronn aus Erfahrung.

Darum ist der Brennholzbedarf heruntergegangen

Die Mehrzahl des Brennholzes geht an Endverbraucher. Nur ein Fünftel wird an Händler weitergereicht. Mit diesen werden Lieferverträge abgeschlossen und bei bestimmten Mengenabnahmen Rabatte eingeräumt. Die Forstbetriebe im Landkreis Heilbronn werden dieses Jahr zunächst nur etwa 70 Prozent der Vorjahresmenge an Brennholz aufarbeiten. Der Grund: von 2024 zu 2025 ist der Bedarf laut Kuhn „sehr deutlich“ zurückgegangen. Am Ende der vergangenen Saison seien sogar Brennholzpolter unverkauft liegengeblieben.

Sorgen Dennoch haben viele Kunden Sorgenfalten auf der Stirn. In Erinnerung blieb der starke Preisanstieg nach der Erdgaskrise in Folge des russischen Angriffs auf die Ukraine im Februar 2022. Für diese Saison sieht der Holzvermarkter einen leicht steigenden Bedarf: „Die Händler berichten aktuell, dass auch bei ihnen die Anfragen wieder steigen.“ Zwei Gründe könnten laut Kuhn dafür ausschlaggebend sein: Die 2022 gekauften Mehrmengen sind nun verbraucht und die Wetterlage erhöht aktuell den Bedarf.

So kommen Endverbraucher an Brennholz

Die beim Forstamt Hohenlohe angesiedelte Holzverkaufsstelle vermarktet Stamm- und Industrieholz aus dem betreuten Waldbesitz, teilt das Landratsamt mit. Der Verkauf des Brennholzes erfolgt in der Regel über den örtlichen Forstrevierleiter. Für die Endkunden bietet das Forstamt im Landratsamt Heilbronn mehrere Bestell- beziehungsweise Vermarktungswege an: die Direktbestellung mit einem Bestellformular bei der jeweiligen Kommune beziehungsweise beim Revierleiter. Ein weiterer Weg ist die Onlinebestellung über die Plattform „Holzfinder“. Nicht zuletzt bieten die von der Forstverwaltung im Landratsamt betreuten Kunden – dazu zählen die 46 Kommunen – ihr Brennholzsortiment auf traditionellen Versteigerungen vor Ort an.

Meinung „Berechenbar

Brennholz
Foto: Archiv/Hofmann
Brennholz Foto: Archiv/Hofmann  Foto: Friedrich, Sabine
Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben