Personallage in Kitas: So sieht es im Raum Heilbronn und in Hohenlohe aus
Laut einer aktuellen Bertelsmann-Studie stehen die Kitas in Baden-Württemberg bei der Ausstattung mit Fachpersonal sehr gut da. Stimmt das? So ist die Lage bei einigen Einrichtungen im Raum Heilbronn und in Hohenlohe.
Viele Kitas in Deutschland verfügen nicht über ausreichend Personal, um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden. Das jedenfalls sagt eine aktuelle Bertelsmann-Studie. In den Bundesländern sieht es dabei recht unterschiedlich aus, Baden-Württemberg schneidet noch mit am besten ab – der Anteil von Kitas, deren Personalausstattung den wissenschaftlichen Empfehlungen entspricht, liegt im Ländle bei 36 Prozent. Wie ist die Lage in den Einrichtungen in der Region? Ein Stimmungsbild.
Kita in Eppingen: „Krankenstände zum Teil alarmierend“
Tanja Batzler ist die pädagogische Leitung der Kindertagesstätte Kindernest in Eppingen. Sie sagt: „Bei uns ist die Personallage eigentlich gut, wir haben jede Stelle besetzt.“ Die Kita verwaltet sich selbst, hat eine eigene Küche und sieben Gruppen mit insgesamt 100 Kindern. 45 Mitarbeiter arbeiten in der Kita, 28 davon sind pädagogische Fachkräfte. Trotzdem sagt Batzler: „Die Entwicklung zeigt, dass es immer schwieriger wird, Personal zu akquirieren. Ein Trend geht auch in Richtung Teilzeit.“
Probleme und Engpässe gebe es, so die pädagogische Leitung, immer mal wieder. „Seit Corona sind die Krankenstände zum Teil wirklich alarmierend.“ Dazu kämen die üblichen Krankheitswellen mit Influenza oder Magen-Darm-Erkrankungen. „Wir haben immer wieder zu kämpfen und müssen schauen, dass wir die Gruppen so ausgestattet kriegen, dass wir den Betreuungsbedarf decken können“, sagt Batzler. Nicht oft, aber doch immer wieder käme man in eine Situation, in der man ein bis zwei Stunden früher schließen müsse, weil das Personal nicht ausreicht.
Kita-Leiterin aus Eppingen: Job sollte mehr wertgeschätzt werden
„Wir sind, was Vertretungskräfte angeht, relativ gut ausgestattet“, sagt Batzler. Größtenteils seien das Studentinnen, die in der Kita ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert hätten und in den Semesterferien kurzfristig einspringen könnten.
Wie die Zukunft aussieht? „Ich glaube, die Lage wird schwierig bleiben“, so Batzler. Der Job des Erziehers sei zwar aus finanzieller Sicht attraktiver geworden. „Und ich finde es gut, dass die Politik aufmerksam ist. Trotzdem sollte der Job mehr wertgeschätzt werden.“ Es gebe zahlreiche Herausforderungen, an den Beruf des Erziehers würden immer mehr Anforderungen gestellt. „Das hat zwar alles seinen Sinn, ist aber viel Mehrarbeit.“

Kitas in der Region Heilbronn: Vertretungskräfte sind wichtige Unterstützung
Janine Hagner ist Kita-Managerin beim Katholischen Verwaltungszentrum Heilbronn, das im Stadt- und Landkreis Heilbronn als Träger 38 Kitas betreut. Auf dessen Webseite finden sich einige Stellenanzeigen für Erzieherinnen und Erzieher, unter anderem im Stadtgebiet Heilbronn, in Oedheim, Talheim, Duttenberg und Massenbachhausen. „Wir suchen in der Tat. Die Lage ist schon ein wenig angespannt“, sagt Hagner.
„Wir haben viele ungelernte Fachkräfte, die immer wieder unterstützen. Ohne sie wäre es aktuell schwierig.“ Auch Hagner spricht von Engpässen, die man mit einem gut funktionierenden Vertretungspool auffangen könne. Aktuell gingen Magen-Darm-Erkrankung rum, bei erhöhtem Krankheitsaufkommen müssten teilweise Notgruppen eingerichtet oder Öffnungszeiten reduziert werden.
Entlastend sei, so Hagner, dass man beim kirchlichen Träger inzwischen auch Personal einstellen dürfe, das nicht katholisch sei. Und überhaupt: Was kann man als Träger zur Personalgewinnung tun? „Wir sind als kirchlicher Träger finanziell an Tarife gebunden, bieten aber beispielsweise Unterstützung beim Jobticket, Kinderzulage oder Erholungstage“, so Hagner, die betont: „Mir ist wichtig, dass ich die Leute, die ich habe, halte und binde. Oft wird Personal auch von anderen Einrichtungen abgeworben.“
Personelle Lage bei Kitas: Wie es bei den Städten Heilbronn und Öhringen aussieht
Die Stadt Heilbronn ist Trägerin von 36 Tageseinrichtungen für Kinder. Man sehe sich „unter den aktuellen Rahmenbedingungen gut aufgestellt“, teilt die Stadt auf Anfrage schriftlich mit. Zum 1. Januar 2026 waren über alle Einrichtungen hinweg knapp 12,5 Prozent der Fachkraftstellen unbesetzt. Kompensiert werde das zum Teil über Springer und Aushilfskräfte.
Bei nicht planbaren Ausfällen und damit verbundenen Engpässen werde mit kurzfristigen Betriebseinschränkungen (zwischen ein und fünf Tagen) reagiert. Offensive Personalakquise betreibe die Stadt unter anderem durch Beteiligung an Messen, durch Artikel in Printmedien und Social Media, mit Plakaten und der Kooperation mit Ausbildungsstätten.
Die Stadt Öhringen hat elf Kitas in ihrer Trägerschaft. Insgesamt sei die Personallage in den Kitas „zufriedenstellend“. Es seien „im Wesentlichen“ alle Stellen besetzt. Jedoch seien immer wieder Nachbesetzungen erforderlich.
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