Parken in Neckarsulm wird teurer – warum Autofahrer mehr zahlen müssen
In Neckarsulm endet die bisherige Regelung zum kostenlosen Parken in der ersten Stunde. Künftig fallen fast auf allen Parkflächen ab der ersten Minute Gebühren an – die Stadt reagiert damit auf ein hohes Defizit und plant weitere Anpassungen.
Bisher konnte man in Neckarsulm (Landkreis Heilbronn) die erste Stunde kostenfrei parken. Für schnelle Besorgungen in der Innenstadt sind das Kolpingdeck oder die nach einem Bürgerentscheid erhalten gebliebenen Parkplatze beim Motorradmuseum beliebt.
Parken in Neckarsulm: Nur noch an einer Stelle kostenlos
Allerdings stellt sich heraus, dass die „Parkraumbewirtschaftung“ für die Stadt ein Minusgeschäft ist. Das Defizit beträgt 865.000 Euro, erläuterte Ingo Siedler dem Gemeinderat. Daher steht nun fest: Die gebührenfreie Parkzeit in den städtischen Parkierungseinrichtungen von einer Stunde wird nicht mehr gewährt. „Die Gebührenpflicht besteht ab der ersten Minute des Parkvorgangs“, heißt es in der Beschlussvorlage für den Gemeinderat.
Als einziges Parkhaus bleibt das in der Ballei in der ersten Stunde kostenfrei. Bisher waren hier sogar zwei Stunden Parkzeit erlaubt, ohne dass ein Ticket nötig war. Dies liege daran, dass der angrenzende Netto-Markt seinen Kunden kostenfreie Parkplätze zur Verfügung stellt.

Etwas mehr als 344.000 Parkvorgänge hat man auf den 1400 Parkplätzen in Neckarsulm gezählt. Davon bringen aber 260.000 keine Gebühren in die Stadtkasse. Dies will man nun ändern: Mit der Regelung, dass bereits ab der ersten Minute ein Euro gezahlt werden muss, sollen gut 200.000 Euro mehr eingenommen werden. Angesichts der anstehenden Sanierungen der Parkhäuser und der Haushaltslage sei die Gebührenerhöhung „alternativlos“.
Stimmung in Neckarsulm: „In Heilbronn wird das Parken viel teurer“
Damit bleibt zwar immer noch ein stattliches Defizit. Oberbürgermeister Steffen Hertwig will daher „eine weitere Erhöhung nicht ausschließen, wir wollen das aber auch nicht überreizen.“ Aber, die Stadt muss sparen und daher auch an der Gebührenschraube drehen.
Bürgermeisterin Suzanne Mösel stellte aber klar: „In Heilbronn wird das Parken viel teurer als bei uns.“ Man hoffen nun, so Ingo Siedler, „dass die Neckarsulmer alle so ehrlich sind und ihre Parktickets bezahlen“. In den Parkhäusern und Parkdecks beträgt die Gebühr ein Euro pro Stunde mit einem Tageshöchstsatz von acht Euro.
Auch die Miete für die 340 Dauerstellplätze steigt an. Warum diese für Angestellte in Gewerbebetrieben besonders günstig seien, wollte Jasmin Zoll (CDU) wissen. Ina Maria Berthold (FWV) sieht dies als „Förderung des innerstädtischen Handels“.
OB Steffen Hertwig: Parken in Neckarsulm „immer noch sehr günstig“
Man erhoffe sich weniger Suchverkehr und eine bessere Verkehrslenkung, so Stefan Müller (Grüne). Uli Bertok meinte: „Zentrumsnahe Parkplätze sollten mehr kosten.“ Die Wege in Neckarsulm seien kurz, stellte Siedler fest. „Daher haben wir nur zentrumsnahe Parkplätze.“ In den Vergleich zu den umliegenden Kommunen sei man „immer noch sehr günstig“, so OB Steffen Hertwig.
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