ZDF-Wettermoderatorin Katja Horneffer über Zuversicht trotz Klimawandel und falsche Vorhersagen
Die Meteorologin spricht mit Chefredakteur Uwe Ralf Heer im Stimme-Talk "Ohne Ausrede" über ihre Arbeit beim ZDF und erklärt, warum sich Klimaschutz trotzdem lohnt – auch wenn das 1,5-Grad-Ziel verfehlt wird.

Ist das noch Wetter oder schon Klima? Wetterphänomene zu erklären, globale Zusammenhänge herzustellen, aber auch möglichst genau mitteilen, ob es morgen nun regnet oder nicht ist die tägliche Aufgabe von Katja Horneffer. Die promovierte Meteorologin leitet das Wetterteam des ZDF, ist selbst regelmäßig im Heute-Journal und den 19-Uhr-Nachrichten als Moderatorin zu sehen und war in der 50. Folge des Stimme.tv-Formats "Ohne Ausrede" zu Gast.
Seit drei Jahren spricht Chefredakteur Uwe Ralf Heer im Live-Talk mit unterschiedlichsten Gästen aus Politik, Sport, Gesellschaft und Kultur.
ZDF-Moderatorin Katja Horneffer: In Zeiten von Klimawandel nicht von Übertreibungen leiten lassen
Hinter dem kurzen Wetterbericht nach den Nachrichten steckt Teamarbeit: "Einer muss die Karten machen und einer moderiert", erklärt Katja Horneffer im Gespräch mit Uwe Ralf Heer. Es sei ein tägliches Ringen, die richtigen Daten, Karten und Darstellungen auszuwählen, um den Zuschauern die bestmögliche Information mitzugeben. Doch die können auch mal danebenliegen, gerade beim Wetter. Ob sie am Tag nach einer Vorhersage auch Faktenchecks machen? "Auf jeden Fall. Vor allem bei Nebel im Winter, da kann man total daneben liegen", so die Expertin.
Gerade in Zeiten des Klimawandels und zunehmender Extremwetter versuche man beim ZDF, "den Ball flach zuhalten" und sich nicht treiben zu lassen von schrillen Überschriften und Übertreibungen, wie sie häufig in verschiedenen Medien zu finden sind. Wichtig sei, zu erklären, warum etwas passiert. Ja, Klimaschwankungen habe es immer gegeben – "aber das große Problem ist, dass es jetzt so irrsinnig schnell geht."
1,5-Grad-Ziel nicht zu halten – warum sich Klimaschutz trotzdem lohnt
Die neue Realität sei, dass die Extreme zunehmen. Damit umzugehen, sieht die Meteorologin als die große Herausforderung an. Das 1,5-Grad-Ziel ist laut Katja Horneffer nicht zu halten, darüber sind sich Experten einig. "Wir bewegen uns eher Richtung drei Grad." Ob man denn dann überhaupt noch etwas tun könne, will Uwe Ralf Heer wissen. "Ja. Denn es lohnt sich, für jedes Zehntel-Grad zu kämpfen", so die Antwort.
Sie selbst fliege weniger, bemühe sich, mit Bus und Bahn zu reisen und stellt klar: "Es fängt wirklich bei Dingen wie Ernährung an. Saisonal und regional zu essen, macht einen Unterschied." Wenn sie dagegen höre, dass Leute für einen einzigen Tag nach Mallorca fliegen, "dann wird mir schlecht".
Doch den Mut und ihre Zuversicht verliert sie nicht. Sie ist sich sicher, dass die Gesellschaft gemeinsam etwas bewegen könne, die Verantwortung an die Politik abzuschieben, sei zu einfach. "Wir sind uns eigentlich alle so einig. Wir haben als Masse eine unheimliche Macht. Wir haben es geschafft, die Erde so zu erwärmen – dann schaffen wir auch das Gegenteil."
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