Obersulmer Leseratten winken Preise als Clubmitglied
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Gemeindebücherei Obersulm macht in den Sommerferien erstmals mit bei der Aktion "Heiß auf Lesen". Ziel sind die Leseförderung und neue Nutzer zu gewinnen. Abschlussfest ist am 21. September.
Büchereileiterin Katharina Breig und Mitarbeiter Felix Schmezer haben die Bücherwand mit aktuellen Titeln für die Sommeraktion bestückt. Noch darf nicht zugegriffen werden, sondern erst ab 16. Juli.
Foto: Christiana Kunz
Ein Familienausflug in den Erlebnispark Tripsdrill. Jeweils zwei Eintrittskarten für ein Eishockeyspiel der Heilbronner Falken und die Experimenta. Wenn das nicht genügend Ansporn ist. Diese Preise winken denjenigen Kindern mit Losglück, die bei der Sommeraktion der Gemeindebücherei Obersulm mitmachen. Alle Teilnehmer dürfen sich auf eine Abschlussparty mit dem Zeichner und Autor der "Drei ???"-Comics, Christopher Tauber, freuen. "Heiß auf Lesen" soll sie in den großen Ferien motivieren, sich kostenlos Lektüre auszuleihen. Dafür sind extra Neuerscheinungen von der Spiegel-Bestsellerliste angeschafft worden. Das Team um Leiterin Katharina Breig hat sehr viel Arbeit in die Organisation gesteckt und wird während der Aktion bis 12. September weiter damit beschäftigt sein.
Noch sind die 250 Bücher in der Regalwand mit Absperrband versehen. "Die drei ???", "Space Alarm", "Knallharte Tauben" oder "Battles of Schools" blitzen schon mal durch. Das Band wird erst zum Start am 16. Juli durchgeschnitten. Dann können die ersten künftigen Viert- bis Siebtklässler nach ihrer Anmeldung für den Leseclub zugreifen. "Ziel dieser Aktion ist es, Kinder anzuspornen, die gar nicht lesen", sagt Breig. Diese will die Gemeindebücherei als neue Gruppe gewinnen. Dafür hat das Personal im Vorfeld viel getan. So musste der neue Sonderbestand aufgebaut, das Bibliothekssystem erweitert werden um die neue Benutzergruppe, so dass auch eine Auswertung stattfinden kann. Breig zählt weiter auf: Die Mitarbeiter mussten eingewiesen werden, die dreiseitige Datenschutzerklärung für die Eltern verfasst und ein Infoblatt mit häufig gestellten Fragen erstellt werden.
Wer seine Lektüre beendet hat, kann im Logbuch eintragen, was ihm zum Beispiel gut gefallen hat. Rund 600 Flyer hat die Bücherei an Schüler verteilt.
Foto: Sabine Friedrich
Büchereiteam besuchte im Vorfeld 25 Klassen
Das Team hat 25 Klassen besucht, Dritt- und Viertklässler der Obersulmer Grundschulen, Fünft- und Sechstklässler der Michael-Beheim-Gemeinschaftsschule, der Realschule und des Evangelischen Paul-Distelbarth-Gymnasiums. Es sind nicht nur die Flyer verteilt worden, sondern die Bücherei-Mitarbeiter haben die Aktion vorgestellt. Und "schlaue Fragen" der Schüler, wie Breig berichtet, beantwortet. Beispiel: Kann man als Viertklässler auch ein Buch für Zweitklässler wählen? Antwort: Die Lektüre soll altersgerecht sein. Aber: Wer nicht so lesegeübt sei, könne auch zu einem dünneren Buch greifen. Je mehr Titel ein Clubmitglied ausleiht, desto größer sind die Chancen auf einen der Gewinne. Maximal fünf Lose, die im Logbuch enthalten sind, können in die Trommel an der Theke geworfen werden.
Apropos Logbuch: Das stellt nach dem Lesen ebenfalls einen abwechslungsreichen Zeitvertreib dar. Darin kann geschrieben, gemalt und gestempelt werden. Was hat dir an dem Buch gefallen, was nicht? Warum hast du zu diesem Buch gegriffen? Welches Emoji vergibst du dem Titel? Solche Fragen können beantwortet werden. Die Sommeraktion soll nicht nur das Lesen fördern, sondern auch das Textverständnis, so Breig. Bei der Rückgabe des Buchs führt ein Büchereimitarbeiter ein kurzes Interview mit dem Leser, um zu testen, ob die Lektüre tatsächlich erfolgt ist.
Ein personalintensives Projekt
"Am aufwendigsten ist es, anzufangen", meint Breig, die schon lange überlegt hat, auf den Zug des Regierungspräsidiums Stuttgart, das die Aktion vor 15 Jahren gestartet hat, aufzuspringen. Benachbarte Bibliotheken, die mit dabei sind, seien so begeistert, das Angebot sei erfolgreich. "Es ist eine personalintensive Aktion", macht die Büchereileiterin deutlich. Sie ist überzeugt, dass der Organisationsaufwand bei den Wiederholungen, wenn denn auch in Obersulm die Aktion zieht, geringer wird. Die Resonanz in den Schulen sei zumindest schon mal vielversprechend gewesen. Auch Bürgermeister Björn Steinbach begrüßt die Teilnahme: "Ich finde die Aktion klasse", sagt er. Dadurch würden viele Kinder zum Besuch der Bücherei motiviert. "Die Lesefähigkeiten aller Teilnehmer werden sich auf jeden Fall verbessern."
"Wir sind super aufgeregt, weil wir schon acht Wochen an der Aktion gearbeitet haben", fiebert Breig dem Startschuss entgegen. Wenn 100 Neun- bis 13-Jährige den Sommer über mitmachen, sieht die Leiterin das Ziel erreicht.
Die Leseclubaktion im Regierungspräsidium Stuttgart läuft seit 15 Jahren. Inzwischen nehmen 128 Bibliotheken daran teil. Flyer, Logbuch und sonstige Materialien von der Fachstelle für Bibliothekswesen können beim RP erworben werden. Die Volksbank Sulmtal und die Bürgerstiftung Obersulm unterstützen mit einigen hundert Euro das Projekt. Die Gemeinde finanziert Getränke und Snacks für das Abschlussfest.
"Wir haben viele begeisterte junge Leser", weshalb Büchereileiterin Katharina Breig hochzufrieden mit dem Obersulmer Nachwuchs ist. "Wir machen aber auch gute Angebote", weiß sie, dass das Personal Anteil daran hat. Von den 2000 aktiven Lesern 2023 waren etwa 700 Kinder und Jugendliche. Im vergangenen Jahr wurden 110.000 digitale und analoge Medien in der Gemeindebücherei ausgeliehen, davon waren 45.000 allein Kinderbücher.
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