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Offene Jugendarbeit in Obersulm 

Obersulmer Jugendhaus erfreut sich kontinuierlichem Zulauf

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Täglich kommen 15 bis 25 junge Menschen in den Willsbacher Bahnhof. Gelebte Vielfalt lautet die Devise des Jugendreferats. Der Tätigkeitsbericht stößt im Gemeinderat auf ein positives Echo.

Sehr viel los war beim Fahrradfest im Juli im Bike-Park im mobilen Pumptrack. Organisiert hatte es die Obersulmer Interessengemeinschaft Pumptrack zusammen mit dem Jugendreferat.
Sehr viel los war beim Fahrradfest im Juli im Bike-Park im mobilen Pumptrack. Organisiert hatte es die Obersulmer Interessengemeinschaft Pumptrack zusammen mit dem Jugendreferat.  Foto: privat

Jahr für Jahr kann Markus Kress dem Obersulmer Gemeinderat von einer erfolgreichen Jugendarbeit berichten. Und Jahr für Jahr erntet der Jugendreferent zusammen mit Jugendhausleiter Heiko Zimmer, mit dem er seit langem ein eingespieltes Duo bildet, viel Lob aus dem Gremium für das vielfältige Angebot an außerschulischer Jugendbildung. 

Diese fördert, so Markus Kress in seinem Tätigkeitsbericht, gezielt soziale Kompetenzen und unterstützt die Persönlichkeitsbildung, nicht zuletzt durch gemeinschaftliches Erleben. Wichtig sind dem Duo der offenen Jugendarbeit gesellschaftliche Werte: Gerechtigkeit, Solidarität, Toleranz und Gleichberechtigung. Geschlecht, Herkunft, Religion und sexuelle Orientierung spielten keine Rolle. „Diese gelebte Vielfalt stärkt nicht nur die individuelle Entwicklung der Jugendlichen, sondern auch den sozialen Zusammenhalt in unserer Kommune“, stellt Kress in den schriftlichen Ausführungen fest. 

Jugendreferat und Schulsozialarbeit in Obersulm setzen auch auf Prävention

Das Jugendhaus übernehme auch eine wichtige präventive Funktion, zum Beispiel bei den Themen Gewalt-, Sucht und Medienprävention in Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeit. Junge Menschen würden frühzeitig erreicht und gestärkt. Etwa die Dritt- und Viertklässler der Eschenauer Grundschule, die einen Selbstbehauptungs- und Gewaltpräventionskurs absolvierten. Schulsozialarbeiter Albrecht Weippert und Heiko Zimmer leiten Mentorenprojekte für die Realschüler. Zimmer gab wieder Medienkompetenztraining an fast allen Obersulmer Bildungseinrichtungen. Die Reihe „Gut zu wissen“ für Eltern ist fest etabliert. 

Kress freut sich über einen kontinuierlichen Zulauf in den vergangenen zwölf Monaten im Jugendhaus. Die Besucher sind zwischen 14 und 17 Jahren. Der hohe Anteil von Mädchen mündete in einer festen Mädchengruppe dienstags. Im Durchschnitt kommen täglich 15 bis 25 junge Menschen ins Jugendhaus im Willsbacher Bahnhof. Vor allem nachmittags und am Mittwochabend, an dem bis 22 Uhr geöffnet ist, ist viel los.

Aus der WG auf Zeit im Jugendhaus entwickelte sich ein Kochabend

Aus der „WG auf Zeit“ mit sieben Realschülern im Januar hat sich das gemeinsame Kochen am Mittwochabend entwickelt. „Dieses niederschwellige Angebot fördert nicht nur die Gemeinschaft, sondern auch alltagspraktische Kompetenzen“, heißt es im Tätigkeitsbericht. Die neue Play Station sei ein besonderer Anziehungspunkt. 

In der Gemeinderatssitzung, in der der Jugendreferent mit Fotos das Jahr Revue passieren ließ, berichtete Kress auch vom neuen Tresen-Talk-360-Podcast. Jugendliche diskutieren in 360 Sekunden Themen, die sie interessieren. Seit einem halben Jahr ist das Jugendhaus auch auf Tik Tok vertreten. 

Besonderheit: 20 Jahre internationale Jugendbegegnung mit Hercegkút 

Das neue, innovative Format der Prompt Battle erfährt 2026 eine Neuauflage. Kress zeigte sich stolz über die besondere Veranstaltung in der Region Heilbronn, bei der originelle KI-Bilder nach einer vorgegebenen Aufgabe generiert werden. 20 Jahre Jugendbegegnung mit dem ungarischen Hercegkút sind für den Jugendreferenten ebenfalls herausragend. Es gebe keine andere Kommune im Landkreis Heilbronn, die regelmäßig internationale Jugendarbeit anbiete.

Ein Besuchermagnet sind immer der Abenteuertag und der Kindertag mit jeweils rund 100 Teilnehmern. Mit dem Stand bei der Seeweihnacht kann der Jugendhausverein Geld für Anschaffungen erwirtschaften. 

Wunsch aus Gemeinderat: Noch mehr Diskussionen mit der Jugend

Grünen-Gemeinderat Helmut Hornung fragte nach der aufsuchenden Jugendarbeit. Diese gebe es durchaus, wenn Treffpunkte bekannt seien, so die Antwort von Kress. Monika Steg (SPD) wünscht sie mehr Diskussionsangebote mit dem Gemeinderat. So könne man Jugendliche an die Kommunalpolitik heranführen. Sie freute sich besonders über die gut funktionierende Zusammenarbeit mit den Schulsozialarbeitern. „Die Besucherzahlen sprechen für sich“, reihte sich Roland Eisele für die CDU in das Lob aus allen Fraktionen und von Bürgermeister Björn Steinbach für die engagierte Jugendarbeit ein. 

Das Krafttraining montags und mittwochs von 16 bis 18 Uhr im Kraftraum des Sportcentrums Obersulm ist ein regelmäßiges offenes Sportangebot, das das Jugendreferat organisiert. Jugendhausleiter Heiko Zimmer bietet auch wöchentliche Arbeitsgemeinschaften an: die Fußball-AG mittwochs an der Realschule. Die Teilnehmerin im Freiwilligen Sozialen Jahr hilft montags im Schüler-Café der Michael-Beheim-Schule und leitet dienstags an der Käthe-Kollwitz-Schule eine Kreativ-AG. 

Mit 30 bis 40 Besuchern ist das monatliche Reparatur-Café im Jugendhaus, das Udo Splettstößer koordiniert, stark nachgefragt. Rund 15 ehrenamtliche Helfer stehen bereit, bei Reparaturen zu helfen. 

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