Führung
Die nächste Führung mit Heinrich Kühner findet am 5. April im Friedrich-Krapf-Museum in Jagsthausen statt.
Seit vielen Jahren widmet Heinrich Kühner seine Freizeit der römischen Geschichte in Jagsthausen. Jetzt hat er das Buch „Leben am Limes“ veröffentlicht.

Zwei Jahre Arbeit – und dann wird es am Ende doch noch knapp. Erst 25 Stunden vor der Präsentation seines Buches „Leben am Limes“ konnte Heinrich Kühner sein Werk in den Händen halten. Eine sprichwörtliche Punktlandung für den gebürtigen Heilbronner, der seit fast 50 Jahren in Jagsthausen lebt und als Limes-Cicerone untrennbar mit der römischen Geschichte des Ortes verbunden ist.
„Wenn ich gewusst hätte, was auf mich zukommt“, erzählt er bei der Vorstellung im Gewölbekeller der Götzenburg, „dann hätte ich direkt wieder aufgehört.“ Schließlich gehe es nicht nur ums Schreiben, sondern auch um viel Organisation und eine gesicherte Finanzierung.
Herausgekommen sei ein Buch, das den „Spagat zwischen wissenschaftlichem Anspruch und dem, was die Menschen wirklich interessiert“ meistere, urteilt Dr. Andreas Thiel, Archäologe und Oberkonservator beim Landesamt für Denkmalpflege. „Das ist ihm sehr gut gelungen“, so Thiel, der als ehemaliger Geschäftsführer der Deutschen Limeskommission bestens mit der Materie vertraut ist, und lobt das über 300 Seiten starke Werk als „umfangreich und vielschichtig“.
Kühner beleuchtet darin die Geschichte der Römer in der Region, die zwischen 160 und 260 n. Chr. auch in Jagsthausen siedelten und ihre Spuren hinterlassen haben – von in Stein gehauenen Inschriften bis zum Römerbad, das Anfang der 1990er Jahre entdeckt und ausgegraben wurde. Kurz darauf gründete sich der gleichnamige Förderverein.
Seit 2005 ist der Obergermanisch-Rätische Limes, zu dem auch Jagsthausen gehört, UNESCO-Weltkulturerbe – das einzige im gesamten Landkreis Heilbronn. Das muss auch Landrat Norbert Heuser neidlos anerkennen: Der frühere Bürgermeister von Neuenstadt kann zwar auf römische Spuren in seiner Heimat verweisen, einen Titel wie Jagsthausen hat die Gemeinde allerdings nicht.
„Heinrich Kühner baut Brücken in die Vergangenheit und leistet einen wichtigen Beitrag für den Erhalt des römischen Erbes“, sagt Heuser über den pensionierten Geschichts- und Deutschlehrer. „Seine Leidenschaft war und ist, Wissen zu vermitteln“, betont auch Berthold Liebig. Kühner habe mit dem Buch „allen ein Geschenk gemacht“, so der Vorsitzende des Verbands der Limes-Cicerones.
Für die Illustrationen hat sich der Autor den Grafiker Markus Ege mit ins Boot geholt, der auch das römische Siedlungspanorama im Güglinger Römermuseum gezeichnet hat und in „Leben am Limes“ Alltagssituationen abbildet.
Ergänzt durch Abbildungen von in Jagsthausen gefundenen Gegenständen wie Löffeln oder Knöpfen werde laut Andreas Thiel „Geschichte zum Sprechen gebracht“. Dass ausgerechnet ein Bootshaken auf das Buchcover gelangt ist, verwundert nur diejenigen, die Kühner nicht kennen: Als junger Mann fuhr er als Messejunge über die Weltmeere, bevor es ihn zurück in die Heimat und ans Jagsttal-Gymnasium in Möckmühl zog. „Geschichte“, sagt er, „ist nicht nur etwas Vergangenes.“
Führung
Die nächste Führung mit Heinrich Kühner findet am 5. April im Friedrich-Krapf-Museum in Jagsthausen statt.
Sichern Sie interessante Artikel in Ihrem Konto und greifen Sie später bequem darauf zu – auf allen Ihren Geräten.
Nutzen Sie auch gerne unseren Online-Abo-Service, um Ihr Abonnement zu verwalten.
Online-Abo-ServiceMöchten Sie in unseren Produkten und Services Anzeigen inserieren oder verwalten?
Anzeige inserieren MediadatenEin Angebot der
Kommentare