Neuer Weinführer würdigt Weingärtner aus Württemberg und dem Kraichgau
Der Nachfolger des legendären Gault Millau heißt Henris. Bei der Premieren-Präsentation im Münchner Nobel-Hotel Rosewood gehen Ehrentitel an Claus Burmeister aus dem Kraichgau und an die Remstalkellerei.

Im Sommer 2024 nächtigte Sängerin Adele vier Wochen im Rosewood, etliche Superstars sollten folgen. Nun gab die deutsche Winzerelite dem Münchner Nobel-Hotel die Ehre: und zwar auf Einladung von Henris, dem Verlag, der bis 2025 die legendären Gault-Millau-Führer edierte und diese nun unter eigenem Namen produziert. Die Premieren-Präsentation von „Henris Weinguide Deutschland 2026“ (700 Seiten, 48 Euro) ging mit einem genussvoll-informativen Ehrungsreigen über die Bühne. Verlegerin Hannah Fink-Eder, Cheftester Otto Geisel und dessen Nachfolgerin Melanie Wagner hoben dabei einzelne Winzer besonders hervor, auch solche aus der Region.

Burg Ravensburg und Heitlinger sind jetzt Weltklasse
Mit dem Titel „Weingutsleiter des Jahres“ gekürt wurde Claus Burmeister, der die Kraichgau-Güter Burg Ravensburg in Sulzfeld und Heitlinger in Östringen-Tiefenbach – inzwischen mit Patrick Jacklin – durch „bedingungsloses Qualitätsstreben“ in die „Weltklasse“ geführt habe, hieß es in der Laudatio. Sein Enthusiasmus für Lagen- und Bodentypizität und für die Herausforderungen des biodynamischen Weinbaus sei einmalig und spiegele sich in dem großen Portfolio aus über 100 Hektar Rebflächen wider. Bei Burmeister gebe es „kein Hinterhereilen von kurzfristigen Trends“. „Nobel und in sich ruhend“ überzeugten besonders gereifte Weine, „immer ihrer Herkunft verpflichtet,“ dem Kraichgau.

Genossenschaftlicher Neueinsteiger des Jahres kommt aus Württemberg
Der Titel „Genossenschaftlicher Neueinsteiger des Jahres“ ging an die 250 Hektar umfassende Remstalkellerei. Mit bemerkenswerter Konsequenz habe sie sich zu einem echten Vorzeigebetrieb im württembergischen Weinbau entwickelt. Die Weine präsentieren sich laut Henris „selbstbewusst, klar, herkunftsgeprägt und frei von modischen Übertreibungen – ein überzeugendes Zeichen für die Leistungsfähigkeit moderner Genossenschaften“. Maßgeblichen Anteil daran habe Betriebsleiter und Chefönologe Martin Kurrle, der früher das Collegium Wirtemberg in Rotenberg bei Stuttgart leitete. Mit Kreativität, Fingerspitzengefühl und einem sicheren Gespür für Markt und Stilistik forme er aus den Trauben der Mitgliedsbetriebe ein breit gefächertes, zugleich stringentes Portfolio.
Auch unter den besten 20 Weinen des Jahres finden sich Württemberger: Rainer Schnaitmanns 2023 Rèserve Sauvignon Blanc, Aldingers 2023 Untertürkheimer Gips Trollinger Rosé 1. Lage und Aldingers 2023 Lämmler Fellbach Lemberger GG.
Motivierende Worte für Württemberger Weingärtner insgesamt
Wie berichtet hatte Henris der Heilbronner Stimme im Dezember vorab exklusiv das Württemberg-Kapitel zur Verfügung gestellt, darin heißt es: „Der deutsche Wein ist attraktiv und stark wie nie, dazu trägt Württemberg in besonderem Maße bei.“ „Vinophile Königsdisziplin“ seien kräftige, körperreiche, vollmundige Rotweine, vor allem Cuvées. Dazu trage die Weinbauschule mit ihren Neuzüchtungen bei. Weiter heißt es: „Es gibt viel experimentelle Kompetenz und solide Weiterentwicklung der Weinbautradition.“ Nicht zuletzt hebt Henris die vielen landschaftlichen Besonderheiten hervor – und: „Überall wachsen Weine mit starker Individualität“.
Weitere Infos: www.henris-diamonds.com
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