Die Keller der Gebäude in der Hauptstraße 3 bis 7 stammen nach Informationen der Verwaltung aus der Gründungszeit der Stadt Neuenstadt. Es handelt sich also um besondere Gebäude mit langer Geschichte, in denen früher zum Beispiel mal eine Metzgerei war. Das Haus 3 steht seit 2022 leer, die anderen seit rund elf Jahren. Lange hat die Stadt einen Investor gesucht, im vergangenen Jahr kam der Verkauf an die Reverentia KG zustande.
Quartier am Torturm: Baustart ist im Frühjahr
Marode Gebäude in der Hauptstraße werden bald umgebaut. Fast alle Wohnungen sind schon verkauft.

Von außen betrachtet, hat sich an den maroden Häusern in der Hauptstraße 3 bis 7 in Neuenstadt in den vergangenen Monaten kaum etwas getan. Im Hintergrund ist aber viel passiert. Seit Herbst läuft die Vermarktung der 14 geplanten Wohnungen. „Wir haben bis auf eine kleine Vakanz alle verkauft“, berichtet Hans-Peter Malisi, der die Gebäude mit seiner Firma Reverentia KG gekauft hat. Mit mehr als der Hälfte der Käufer sei er sogar schon beim Notar gewesen. Auch Interessenten für die Gewerbeflächen im Erdgeschoss gebe es bereits. Jetzt muss nur noch gebaut werden. Malisi rechnet mit einem Baustart Ende des ersten Quartals.
Alle Käufer der Wohnungen am Torturm haben eine Beziehung zu Neuenstadt
„Wir haben eine sehr erfreuliche Mischung an Leuten“, berichtet er von den künftigen Wohnungseigentümern am Torturm. „Alle haben eine Beziehung zu Neuenstadt.“ Selbst drin wohnen, wird von den Käufern jedoch kaum einer. Die meisten Wohnungen werden vermietet. Zumindest für die ersten Jahre.
In die drei Gewerbeeinheiten ziehen voraussichtlich örtliche Dienstleister und Einzelhändler, die sich verändern oder vergrößern möchten, sagt Malisi. „Keine Gastronomie.“ Das sei auch mit der Stadtverwaltung so abgestimmt.
Bis jedoch jemand in den denkmalgeschützten, derzeit baufälligen Häusern wohnen kann, vergeht noch einige Zeit. „Es laufen gerade Restarbeiten für die Erteilung des roten Punktes“, berichtet der Investor und Denkmalspezialist. Die Baugenehmigung sei zwar längst da, die Baufreigabe aber noch nicht. Außerdem stünden noch Vergabegespräche mit den Handwerksbetrieben aus. Ende März, spätestens April will Malisi aber mit dem Umbau starten.
Große Herausforderung: Drei Häuser werden zu einem Ensemble zusammengeführt
An allen drei Häusern geht es gleichzeitig los. Die bisher eigenständigen Gebäude zu einem Ensemble zusammenzuführen, wird eine große Herausforderung, sagt Malisi. „Man muss sehr behutsam mit der Substanz umgehen.“ Besonders anspruchsvoll würden die Zimmererarbeiten. Aber auch der Umgang mit dem öffentlichen Verkehrsraum sei nicht ohne. „Wo stellt man den Kran? Wann sperrt man wie ab?“ Klar sei, dass der Fußgängerverkehr immer gewährleistet bleibe. Autos könnten jedoch zeitweise nicht durch den Torturm fahren.
Die Neuenstädter werden für diese Unannehmlichkeiten jedoch entschädigt, indem sie beim Umbau hautnah dabei sein dürfen. Am 18. Juli ist eine öffentliche Rohbau-Besichtigung geplant, sagt Malisi. Es soll ein Weißwurstfrühstück mit Ansprachen geben. „Die Besucher können sich anschauen, wie alles einmal aussehen wird. Das ist später ja nicht mehr möglich, wenn die Wohnungen bewohnt sind.“ Er wisse, dass sich viele Menschen für die Zukunft der Kulturdenkmäler interessieren, die seit vielen Jahren leer stehen.
Ob nach dem Umbau noch alle Häuser als Denkmal gelten, ist noch nicht klar. Das Haus mit der Nummer 7 hat über die Jahre so großen Schaden genommen, dass sehr viel zurückgebaut werden muss. „Deshalb wurde von Seiten des Denkmalschutzes zum Beispiel auch die Lage des Aufzugs noch einmal verändert“, erläutert der Fachmann. Er werde in dem Gebäude eingebaut, das am meisten Substanz verliert. Wie berichtet, musste deshalb die Lage der Wohnungen neu geplant werden. Nun gebe es welche mit Ausrichtung zur Straße und andere in Richtung Süden. Insgesamt liefen die Abstimmungen mit der Denkmalschutzbehörde recht unkompliziert. Das sei nicht immer so, erläutert Malisi, der nach eigenen Angaben seit 1984 im Immobiliengeschäft und seit 1989 im Denkmalschutz tätig ist. Die Firma Reverentia gründete er im Juli 2021. Malisi investiert in das Torturm-Quartier 4,8 Millionen Euro.

Stimme.de
Kommentare