Neue Leiterin der VHS-Außenstelle Ilsfeld bleibt auch Dozentin
Betsy Ezeta-Fischer übernimmt als Nachfolgerin von Ilse Bolg die Leitung der Volkshochschul-Außenstelle Ilsfeld und ist schon mitten in den Vorbereitungen fürs neue Semester.

Noch nicht mal drei Monate ist Betsy Ezeta-Fischer Leiterin der Volkshochschul-Außenstelle Ilsfeld. Schon steckt sie mitten in der Planung des kommenden Herbst-/Wintersemesters. „Dafür habe ich drei Wochen Zeit“, erzählt die 57-Jährige. Selbst seit zwölf Jahren Dozentin, sind ihr die Strukturen der VHS Unterland zum Glück nicht fremd.
Dazu motiviert, sich für den Job zu bewerben, hat sie ihre Vorgängerin Ilse Bolg, die nach 21 Jahren in den Ruhestand geht. „Wegen der Sprache war es für mich schon eine Unsicherheit, aber KI kann korrigieren, was ich schreibe“, sagt die Peruanerin Betsy Ezeta-Fischer. Das Angebot für die 54-Prozent-Stelle bei der VHS kam genau zum richtigen Zeitpunkt: Ihr 75-Prozent-Job als Küchenhilfe in der Bosch-Kantine in Abstatt, den sie acht Jahre lang gemacht hat, wäre wegen Schulterproblemen körperlich auf Dauer zu anstrengend geworden.
Der neue Job bei der VHS Ilsfeld birgt immer wieder Herausforderungen
Ezeta-Fischers erster Arbeitstag war am 1. Februar, zwei Wochen später schon Semesterstart. Trotz der Kürze der Zeit haben sie die Kolleginnen in der Zentrale der VHS Unterland in Heilbronn und vor Ort Ilse Bolg gut vorbereitet: „Aber immer wieder gibt es Unerwartetes“, sagt die gelernte Werbedesignerin. Zum Beispiel, dass sie Hilfe organisieren muss, wenn eine Dozentin anruft und meldet, dass ein Fenster im Kursraum defekt ist.
Überrascht war sie, dass es in Ilsfeld so viele Bewegungskurse gibt. „Viele finden in der Gemeindehalle statt. Aber die wird demnächst saniert“, macht die neue Außenstellen-Leiterin sich schon jetzt Gedanken, welche Ausweichmöglichkeiten es geben könnte. Die Listen mit Namen der Dozenten und Veranstaltungsorten muss sie noch regelmäßig zur Hand nehmen. „Ilse Bolg hat das alles auswendig gewusst.“
Auch sie wolle alle Dozenten persönlich kennenlernen, betont Betsy Ezeta-Fischer. Sie hat sich vorgenommen, im Laufe des Semesters bei allen Kursen reinzuschauen, um zumindest mal die Gesichter zu den Namen gesehen zu haben. Rund 35 Dozenten sind aktuell für die Außenstelle aktiv.
Dozentin für Back-, Koch-, Mal- und Spanischkurse in Ilsfeld
Vor zwölf Jahren hat die verheiratete Mutter einer inzwischen 19-jährigen Tochter selbst ihren ersten Kurs in Ilsfeld gegeben. Torten dekorieren mit Fondant war damals ein ganz neuer Trend, der in Deutschland noch gar nicht so bekannt war. Aber auch mit Malkursen für Kinder, Spanischkursen und Peruanischem Kochen steht Betsy Ezeta-Fischer seitdem regelmäßig im Ilsfelder VHS-Programm. In Bad Wimpfen nimmt sie seit Jahren am Malkurs für Erwachsene mit dem Künstler Nik Golder teil.
Das möchte sie so beibehalten. „In meinem Büro arbeite ich alleine. Aber mir ist der Kontakt zu den Menschen wichtig, auch, um Impulse für neue Kurs-Angebote zu bekommen“, sagt Ezeta-Fischer. Die holt sie sich außerdem von ihren regelmäßigen Reisen in ihre Heimat Peru und in die USA, wo ihre Eltern und ihr Bruder seit 1989 leben. „Ich habe einen guten Riecher für das, was kommt.“ Momentan überlegt sie, Kreativkurse mit dem Plotter ins Programm aufzunehmen.
Im Jahr 2000 ist Betsy Ezeta-Fischer der Liebe wegen nach Deutschland gezogen, hat dort zunächst am Goethe-Institut in Schwäbisch Hall Deutsch gelernt. Zwei Jahre später heiratete sie standesamtlich in Ilsfeld, kirchlich in den USA. Als Ausländerin habe sie in Deutschland nie Probleme gehabt. „Es macht viel aus, die Sprache zu beherrschen“, ist Ezeta-Fischer überzeugt. Dass sie jetzt die VHS-Außenstellenleitung übernommen hat, „macht meine Leute in Lateinamerika sehr stolz“.
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