Neue Dezernatsleiterin für Jugend und Soziales: Der Auftrag lautet Ärmel hochkrempeln
Seit 1. Januar leitet Susanne Thielicke das Dezernat Jugend und Soziales im Landratsamt Heilbronn. Die 46-jährige Juristin will ihren Fachbereich digital ertüchtigen und Synergien zwischen den Ämtern effizient nutzen.

Susanne Thielicke hat von der Welt schon viel gesehen. Reisen ist ihre Leidenschaft, sagt die Juristin. Neugierig auf andere Kulturen sei sie. Und interessiert an neuen Eindrücken. Nach dem Abitur arbeitete die neue Landratsamtsdezernentin als damals 18-Jährige für ein Jahr als Au-Pair in den USA. In Madison im Bundesstaat Wisconsin. „Das ist eine eher ländliche Gegend“, sagt die heute 46-Jährige. Trotzdem hat sie viel gesehen. 13 verschiedene Bundesstaaten hat sie damals mit ihrer Gastfamilie besucht.
Die Neugierde ist der Volljuristin bis heute erhalten geblieben. Asien hat sie bereist. Auch in Afrika und Südamerika ist sie gewesen. In Deutschland ist Susanne Thielicke ebenfalls herumgekommen. Auf Reisen, aber auch beruflich. Das erste Staatsexamen absolvierte sie in Halle an der Saale. Das zweite Staatsexamen machte die gebürtige Sachsen-Anhalterin in Aschaffenburg und Würzburg.
Ins Berufsleben startete sie als Teamleiterin im Jobcenter des Landkreises Holzminden. Danach folgten mehrere Wechsel. In Offenbach war sie stellvertretende Leiterin und Chefin der Rechtsabteilung des Sozialamts. Zuletzt leitete sie das Sozialamt in Bremerhaven.
Neue Dezernatsleiterin mag Verwaltung, Bescheide und Fristen
Anwältin oder Richterin wollte die Volljuristin nie werden. „Ich mag Verwaltungsverfahren, Bescheide und Fristen“, sagt Susanne Thielicke. Geleitet habe sie dabei stets der Gedanke: „Wie verwaltet man eine Behörde effizient? Und welche Möglichkeiten haben Führungskräfte?“
Ihre neue Stelle im Heilbronner Landratsamt habe sie sehr gereizt. Die Schnittstellen zwischen Sozialem und Jugend kenne sie. Der Kreistag wählte sie einstimmig zur Nachfolgerin von Androniki Petsos. „Das hat mich sehr gefreut“, sagt die neue Chefin von mehr als 450 Mitarbeitern.
Auf den Vorschusslorbeeren will sich die neue Dezernatsleiterin für Jugend und Soziales nicht ausruhen. Im Gegenteil. „Ärmel hochkrempeln. Das ist mein Auftrag“, sagt Susanne Thielike. Zwar sei sie nach rund sechs Wochen noch in der Kennenlernphase. Erste Handlungsfelder in ihrem neuen Job zeichneten sich aber schon ab.
Reformen und neue Aufgaben erfordern mehr Effizienz
Mit Blick auf die zahlreichen Reformen und zusätzliche Aufgaben, die die Sozialverwaltung in den vergangenen Jahren zu bewältigen hatte, lege sie einen Schwerpunkt auf möglichst viel Effizienz und Stabilität. Dazu gehöre auch, womöglich parallel laufende Vorgänge durchlässiger zu gestalten und Kompetenzen zu bündeln. „Vielleicht muss man Ämtergrenzen auch verschieben“, sagt die Dezernatsleiterin.
Dabei gehe es ihr keineswegs um Stellenabbau. Ihr Ziel sei es vielmehr, die Belastung der Mitarbeiter wieder auf ein Normalmaß zu bringen. Die Mitarbeiter arbeiten am Anschlag“, so die Dezernatsleiterin Soziales und Jugend für den Landkreis Heilbronn.
Die Digitalisierung der Ämter könne dazu einen wichtigen Beitrag leisten. „Ich bin für die flächendeckende Einführung der elektronischen Akte.“ Das führe zu mehr Effizienz in den Ämtern. Aber auch die Bürger hätten davon einen handfesten Vorteil. Für Anträge müssten sie nicht mehr persönlich im Landratsamt erscheinen. „Das ist ein längerer Entwicklungsprozess. Aber wir sind auf einem guten Weg“, sagt Susanne Thielecke. „Ich will die Dinge vereinfachen. Zum Wohle aller.“
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